Antarktis Walfänger kollidiert mit Tierschützer-Schiff

Bei Protesten gegen Japans Waljagd ist es erneut zu einem gefährlichen Zwischenfall auf hoher See gekommen. Ein Schiff der Tierschutz-Organisation Sea Shepherd ist mit einem japanischen Walfänger kollidiert.


Wellington - Die Tierschutzorganisation Sea Shepherd ist bekannt dafür, nicht eben zimperlich gegen Walfänger vorzugehen. Erst kürzlich hatte Sea-Shepherd-Gründer Paul Watson angedeutet, japanische Walfangschiffe notfalls auch rammen zu wollen, um die Jagd auf die Meeressäuger zu unterbinden. Eines seiner Schiffe verfüge über einen eigens verstärkten Bug, hieß es. Watson hatte sogar 25.000 US-Dollar Prämie auf die Positionsdaten der japanischen Schiffe ausgesetzt.

Walfänger "Kaiko Maru" und Sea-Shepherd-Schiff "Robert Hunter": Schaden nach Kollision
AFP

Walfänger "Kaiko Maru" und Sea-Shepherd-Schiff "Robert Hunter": Schaden nach Kollision

Jetzt ist ein Schiff der Tierschützer offenbar selbst zum Opfer einer Kollision geworden: Der japanische Walfänger "Kaiko Maru" sei zweimal mit der "Robert Hunter" kollidiert und habe deren Bordwand auf einem Meter Länge aufgerissen, heißt es auf der Sea-Shepherd-Website. Die "Kaiko Maru" habe einen Notruf abgesetzt, aber nicht auf Hilfsangebote der Tierschützer reagiert, erklärte Watson.

Die Tierschützer hatten nach eigenen Angaben versucht zu verhindern, dass die Japaner eine Gruppe von Walen erreichen. Die Japaner erklärten, die Sea-Shepherd-Mitglieder hätten ihr Boot wie Piraten angegriffen. Die "Kaiko Maru" habe ein anderes japanisches Schiff in der Nähe um Hilfe gebeten, erklärte ein Sprecher des Fischereiministeriums. Verletzt wurde bei der Auseinandersetzung im mit Eisbergen übersäten Meer südlich von Neuseeland offenbar niemand.

Erst am Freitag war es zu einer Konfrontation zwischen Walfängern und Sea-Shepherd-Aktivisten gekommen. Anschließend wurden zwei Mitglieder der Gruppe, die in einem Schlauchboot unterwegs waren, mehrere Stunden vermisst.

Das Vorhaben der japanischen Regierung, in diesem Jahr rund 800 Wale zu töten, war auf scharfe internationale Proteste gestoßen - zumal das Fleisch der angeblich zu Forschungszwecken erlegten Tiere regelmäßig in Gourmet-Restaurants landet. Im Januar 2006 war es im Südpolarmeer zu einer Kollision zwischen einem japanischen Walfänger und einem Greenpeace-Schiff gekommen. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld an dem Vorfall.

mbe/AP



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