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Antibiotika: Viele gesunde Hähnchen tragen resistente Keime

Mastbetrieb in Brandenburg (Archivbild): Großflächiger Antibiotika-Einsatz Zur Großansicht
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Mastbetrieb in Brandenburg (Archivbild): Großflächiger Antibiotika-Einsatz

Antibiotikaresistente Bakterien bereiten Ärzten große Sorge. Eine Ursache für den Vormarsch der Mikroben wird in der Tiermast vermutet. Eine Studie belegt jetzt: Auch viele gesunde Hähnchen tragen resistente Keime in sich - und können diese weiter verbreiten.

Hannover - Nutztiere sollen in Deutschland künftig weniger Antibiotika erhalten. Wie nötig dieser Schritt ist, zeigt unter anderem eine aktuelle Studie von drei Forschern der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Felix Reich und seine Kollegen untersuchten in einem Schlachthof rund 120 Blinddarm- und Karkassenproben von gesunden Hähnchen aus zwei verschiedenen norddeutschen Betrieben aus insgesamt vier Herden. Bei einem Großteil fanden sich Bakterien, die gegen verschiedene Antibiotika resistent waren, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Emerging Infectious Diseases".

In rund 50 bis 60 Prozent der Proben waren Bakterien vorhanden, die sogenannte AmpC-beta-Laktamasen produzieren, wodurch sie gegen viele Beta-Laktam-Antibiotika unempfindlich werden. Zu diesen zählt unter anderem Penicillin.

Noch häufiger traten ESBL-produzierende Bakterien auf. Sie wurden in knapp 89 Prozent der Karkassen- sowie in 73 Prozent der Blinddarmproben nachgewiesen. Diese Mikroorganismen sind gegen noch mehr Beta-Laktam-Antibiotika immun. Meist waren die häufigen Escherichia-coli-Bakterien (E.coli) Träger der Resistenzen.

Mit der Studie liefern die Wissenschaftler einen Hinweis, dass gesunde Hähnchen übertragbare Antibiotika-Resistenzen verbreiten könnten.

Gesetzesänderung auf den Weg gebracht

Denn die Gene, welche den Bakterien die Immunität verleihen, liegen oft auf sehr mobilen Erbgut-Einheiten, sogenannten Plasmiden. Diese können die Mikroorganismen mit anderen Bakterien austauschen. Anders formuliert: Nimmt jemand mit dem Essen resistente Mikroorganismen auf, die lebend in den Darm gelangen, können sie dort ihre Resistenz an andere Keime weitergeben. Und im schlechtesten Fall gelangt ein Resistenz-Plasmid von einem harmlosen E.coli-Bakterium zu einem gefährlichen Krankheitserreger.

Insbesondere Krankenhäuser haben seit Jahren verstärkt Probleme mit multiresistenten Keimen, die schwer behandelbare Erkrankungen auslösen können.

Ein Großteil der resistenten Bakterien wird bei der Schlachtung entfernt, sagt Studienleiter Günter Klein. Wichtig sei eine gute "Schlachthygiene". Es müsse sichergestellt sein, dass die Keime nicht verbreitet werden. Für gesunde Menschen seien die resistenten Bakterien kein Problem, bei Schwerkranken könnten sie aber dazu führen, dass Antibiotika nicht mehr wirken.

Wer in der Küche auf eine gute Hygiene achtet und Fleisch ausreichend erhitzt, hat Klein zufolge nichts zu befürchten. Dann würden die Bakterien abgetötet.

Rinder, Schweine und Hühner vor allem in großen Mastbetrieben sollen daher künftig weniger Antibiotika bekommen. Der Bundesrat hat dazu erst vor wenigen Tagen entsprechende Änderungen des Arzneimittelgesetzes auf den Weg gebracht.

wbr/AFP

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1. Perverse Tierhaltung...
juergw. 11.07.2013
damit das Geflügel für 1,95 Euro an der Theke verhökert wird.Jetzt schlägt das Huhn zurück-wohl bekomms.
2. Die Massentierhaltung ist ohnehin absurd und gehört verboten.
webmann 11.07.2013
Am besten gleich gar keine Hähnchem mehr essen wie ich das schon lange mache. Es geht auch gut ohne diese Antibiotikahühner, die im Notfall auch Bakterien, die uns infizieren können, resistent machen und dann ist Ende wie bei so vielen. Die Medizin hat kaum Mittel dagegen anzugehen.
3. Die Krankenhäuser..
TheFrog 11.07.2013
..fabrizieren Ihre Probleme mit multiresistenten Keimen selber, in dem an allem, vor allem Desinfektionsmitteln und vernünftiger Hygiene, gespart wird. Und das Tiere in Mastfabriken weniger Antibiotika bekommen sollen, wird schon seit Jahren immer wieder daher gebetet, nur passieren tut nichts. Wahrscheinlich hat unsere Verbraucherministerin Ihren 10-Punkte Plan noch nicht fertig.
4. optional
charlybonifaz 11.07.2013
Nichts wirklich Neues, oder? "Nimmt jemand mit dem Essen resistente Mikroorganismen auf, die lebend in den Darm gelangen, können sie dort ihre Resistenz an andere Keime weitergeben. " Sie können sie aber auch wieder verlieren - die Resistenz Außerdem müßte man die Hähnchen wohl roh essen oder das Messer bzw. die Finger mit dem man sie zubereitet ablecken, um lebende Mikroorganismen aus dem Hähnchen aufzunehmen ... krank ist man deswegen erst mal auch nicht Ich würde diese Ergebnisse gern verglichen haben mit Patienten - Abstrichen vor Krankenhaus und nach Krankenhaus. Dann könnte man anfangen eine ernsthafte Gefährdungs-Abschätzung bzgl. resistenter Keime zu machen
5. MenschenDämmerung!
paoloDeG 11.07.2013
MenschenDämmerung von Menschen selbst verursacht! Die Menscheheit wächst unkontrolliert und der Lebensraum wird immer kleiner! Man staut hüner, scweine, rinder, schafe, u.s.w. immer enger zusammen in immer kleinere Räume! Das ist alles unnatürlich und bringt immer mehr körperliche und seelische Krankheiten! Krankenhäuser sind ein Beispiel und es wird alles immer gefählicher! Totbringende Bakterien freuen sich schon und vorbereiten sich auf die ganz grosse Attacke auf Tier und Mensch! Es wird immer enger! God Save the World!
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