Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Italiener finanzierten Entdeckung Nordamerikas 

Von Angelika Franz

3. Teil: +++ "Best of"-Gebete des Mittelalters +++

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Ausgegraben: Top Ten der Mittelalter-Gebete
Im Internet ist es leicht, statistisch festzustellen, wofür die Menschen sich interessieren - was sie suchen und lesen. Aber wie war es in der Vergangenheit, als wir unsere Neugierde noch aus Büchern befriedigten? Diese Frage versucht Kathryn Rudy zu klären, die an der schottischen St. Andrews Universität Kunstgeschichte unterrichtet - dort, wo auch Prinz William im Hörsaal saß und Katherine Middleton kennenlernte.

Die Forscherin kam zu dem Ergebnis, dass sich die mittelalterlichen Gewohnheiten und Interessen gar nicht so sehr von unseren heutigen unterscheiden: Die Menschen waren auch damals sehr an sich selbst interessiert - und hatten Angst vor Krankheiten. Rudy untersuchte Gebetsbücher des 15. und 16. Jahrhunderts - mit forensischen Methoden. Mit einem Densitometer maß sie die Dunkelheit der Seiten - ein Indikator für die Häufigkeit, mit der sie berührt worden waren. Die dreckigsten Seiten waren die am häufigsten konsultierten.

Die am meisten gelesenste Seite enthielt ein Gebet an den heiligen Sebastian, das oft als Schutz gegen die Pest aufgesagt wurde. Aber auch Gebete, in denen es um die Rettung der eigenen Seele ging, wurden nach den Messungen Rudys oft bemüht. Und offenbar waren die Gläubigen des Mittelalters ebenso wenig Frühaufsteher wir wir heute: Die Gebete, die in den frühen Morgenstunde aufgesagt wurden, zeigten meist nur auf wenigen ersten Seiten schmutzige Fingerabdrücke - offenbar nickten die Leser oft ein, bevor sie ihre Gebete zu Ende sagen konnten.

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insgesamt 4 Beiträge
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1. John Cabot war Giovanni Caboto .....
j.e.r. 06.05.2012
Und Giovanni Caboto stammte aus dem jetzigen Italien, also auch wahrscheinlich, dass er Unterstützung nicht nur in England holte. Und Venedig, Genua, Florenz waren dank vor allem den Waren aus dem Orient (Seidenstrasse und danm Mittelmeer) im 15. Jahrhundert sehr reich, förderten nicht nur Künste.
2. Betrachtungsweise ...
spiegelleser987 06.05.2012
Zitat von sysopEin britischer Seemann, der sich seinen Transatlantik-Trip von einer italienischen Bank bezahlen ließ, dahingemeuchelte Wikinger in Oxford - und die populärsten Gebete des Mittelalters. Ein Überblick über neue Entdeckungen aus der Archäologie. Archäologie: Plündernde Wikinger und "Best of"-Gebete des Mittelalters - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,831394,00.html)
Wieso wurde eigentlich Nordamerika entdeckt? Haben nicht Nordamerikaner entdeckt, dass in Ihrem Land Schiffe ankamen, mit Leuten, die dort überhaupt nicht wohnen. Wenn hier mal Aliens landen sollten, was steht dann in der Zeitung? Haben die uns entdeckt oder haben wir die bei der Landung entdeckt?
3. Ist halt immer
felisconcolor 06.05.2012
Zitat von spiegelleser987Wieso wurde eigentlich Nordamerika entdeckt? Haben nicht Nordamerikaner entdeckt, dass in Ihrem Land Schiffe ankamen, mit Leuten, die dort überhaupt nicht wohnen. Wenn hier mal Aliens landen sollten, was steht dann in der Zeitung? Haben die uns entdeckt oder haben wir die bei der Landung entdeckt?
eine Sache des Bezugssystems. In den Zeitungen der Aliens steht sicher das sie einen Planeten voller Primitiver entdeckt haben. In unseren eher das wir von denen ausgerottet werden. Oder das sie uns ganz tolle Glasperlen geschenkt haben. ;-) und dann ausgerottet.
4. Historisch Einseitig
ofelas 06.05.2012
Zitat von spiegelleser987Wieso wurde eigentlich Nordamerika entdeckt? Haben nicht Nordamerikaner entdeckt, dass in Ihrem Land Schiffe ankamen, mit Leuten, die dort überhaupt nicht wohnen. Wenn hier mal Aliens landen sollten, was steht dann in der Zeitung? Haben die uns entdeckt oder haben wir die bei der Landung entdeckt?
Erkannt, die Arroganz des Westens spiegelt sich in vielen Berichten wieder, und unsere Journalisten sind auch nur Menschen Auf eine Pub Quiz Frage "Wann wurde die erste dauerthafte Siedlung in Nordamerika gegruendet" habe ich geantwortet "vor mindestens 20 000 Jahren" - they were not amused, als Antwort war gedacht " Jamestown 1607"
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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.