Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Italiener finanzierten Entdeckung Nordamerikas 

Von Angelika Franz

4. Teil: +++ Blühende Arabische Wüste +++

Netzwerk früherer Flusstäler: "Anzeiger dafür, wo Menschen früher siedelten" Zur Großansicht
Nick Drake

Netzwerk früherer Flusstäler: "Anzeiger dafür, wo Menschen früher siedelten"

Satellitenaufnahmen haben gezeigt, dass in der Vergangenheit die Arabische Wüste von einem Netzwerk aus Flüssen durchzogen war. Nun versuchen Archäologen der Universität Oxford zu klären, wie der Klimawandel in der Region die Menschen beeinflusste und wie sie auf ihn reagierten.

Obwohl die Arabische Wüste eine wichtige Verbindung zwischen Afrika und Eurasien ist, wurde sie in der Forschung bisher weitgehend vernachlässigt. "Auf den Bildern der Arabischen Wüste von der Nasa können wir physische Landschaftsbilder erkennen, die vom Weltraum aus erkennbar sind und ein Netzwerk aus ehemaligen Flußtälern und Seen anzeigen", sagt Projektleiter Michael Petraglia vom Center for Asian Archaeology an der Oxford University. "Diese Linien und Vertiefungen im Sand ergeben eine Landkarte der Region und sagen uns, auf welche Orte wir unsere Forschungen konzentrieren müssen. Wasservorkommen sind ein sehr akkurater Anzeiger dafür, wo die frühen Menschen und Tiere entlangwanderten oder siedelten."

In den kommenden fünf Jahren wollen die Forscher Fossilien, Pflanzenreste, Steinwerkzeuge und Felszeichnungen analysieren und so die fehlenden Puzzlesteine auf dem Weg durch die Arabische Wüste ausfüllen. Eine der Hauptfragen ist, wann die Menschen begannen, die Arabische Halbinsel zu durchqueren - und wie sie sich dem menschenfeindlichen Klima anpassten.

Außerdem planen die Wissenschaftler, die DNA von heutigen Tieren von der Arabischen Halbinsel mit dem Erbgut von Straußen, Oryx, Ibex, Hyänen und Honigdachsen aus Museumssammlungen zu vergleichen. Mit den Ergebnissen können sie die Veränderungen der Spezies nachvollziehen und ihre Ankunft und Verbreitung auf der Arabischen Halbinsel datieren, hoffen die Forscher.

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1. John Cabot war Giovanni Caboto .....
j.e.r. 06.05.2012
Und Giovanni Caboto stammte aus dem jetzigen Italien, also auch wahrscheinlich, dass er Unterstützung nicht nur in England holte. Und Venedig, Genua, Florenz waren dank vor allem den Waren aus dem Orient (Seidenstrasse und danm Mittelmeer) im 15. Jahrhundert sehr reich, förderten nicht nur Künste.
2. Betrachtungsweise ...
spiegelleser987 06.05.2012
Zitat von sysopNick DrakeEin britischer Seemann, der sich seinen Transatlantik-Trip von einer italienischen Bank bezahlen ließ, dahingemeuchelte Wikinger in Oxford - und die populärsten Gebete des Mittelalters. Ein Überblick über neue Entdeckungen aus der Archäologie. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,831394,00.html
Wieso wurde eigentlich Nordamerika entdeckt? Haben nicht Nordamerikaner entdeckt, dass in Ihrem Land Schiffe ankamen, mit Leuten, die dort überhaupt nicht wohnen. Wenn hier mal Aliens landen sollten, was steht dann in der Zeitung? Haben die uns entdeckt oder haben wir die bei der Landung entdeckt?
3. Ist halt immer
felisconcolor 06.05.2012
Zitat von spiegelleser987Wieso wurde eigentlich Nordamerika entdeckt? Haben nicht Nordamerikaner entdeckt, dass in Ihrem Land Schiffe ankamen, mit Leuten, die dort überhaupt nicht wohnen. Wenn hier mal Aliens landen sollten, was steht dann in der Zeitung? Haben die uns entdeckt oder haben wir die bei der Landung entdeckt?
eine Sache des Bezugssystems. In den Zeitungen der Aliens steht sicher das sie einen Planeten voller Primitiver entdeckt haben. In unseren eher das wir von denen ausgerottet werden. Oder das sie uns ganz tolle Glasperlen geschenkt haben. ;-) und dann ausgerottet.
4. Historisch Einseitig
ofelas 06.05.2012
Zitat von spiegelleser987Wieso wurde eigentlich Nordamerika entdeckt? Haben nicht Nordamerikaner entdeckt, dass in Ihrem Land Schiffe ankamen, mit Leuten, die dort überhaupt nicht wohnen. Wenn hier mal Aliens landen sollten, was steht dann in der Zeitung? Haben die uns entdeckt oder haben wir die bei der Landung entdeckt?
Erkannt, die Arroganz des Westens spiegelt sich in vielen Berichten wieder, und unsere Journalisten sind auch nur Menschen Auf eine Pub Quiz Frage "Wann wurde die erste dauerthafte Siedlung in Nordamerika gegruendet" habe ich geantwortet "vor mindestens 20 000 Jahren" - they were not amused, als Antwort war gedacht " Jamestown 1607"
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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.