Von Angelika Franz
Satellitenaufnahmen haben gezeigt, dass in der Vergangenheit die Arabische Wüste von einem Netzwerk aus Flüssen durchzogen war. Nun versuchen Archäologen der Universität Oxford zu klären, wie der Klimawandel in der Region die Menschen beeinflusste und wie sie auf ihn reagierten.
Obwohl die Arabische Wüste eine wichtige Verbindung zwischen Afrika und Eurasien ist, wurde sie in der Forschung bisher weitgehend vernachlässigt. "Auf den Bildern der Arabischen Wüste von der Nasa können wir physische Landschaftsbilder erkennen, die vom Weltraum aus erkennbar sind und ein Netzwerk aus ehemaligen Flußtälern und Seen anzeigen", sagt Projektleiter Michael Petraglia vom Center for Asian Archaeology an der Oxford University. "Diese Linien und Vertiefungen im Sand ergeben eine Landkarte der Region und sagen uns, auf welche Orte wir unsere Forschungen konzentrieren müssen. Wasservorkommen sind ein sehr akkurater Anzeiger dafür, wo die frühen Menschen und Tiere entlangwanderten oder siedelten."
In den kommenden fünf Jahren wollen die Forscher Fossilien, Pflanzenreste, Steinwerkzeuge und Felszeichnungen analysieren und so die fehlenden Puzzlesteine auf dem Weg durch die Arabische Wüste ausfüllen. Eine der Hauptfragen ist, wann die Menschen begannen, die Arabische Halbinsel zu durchqueren - und wie sie sich dem menschenfeindlichen Klima anpassten.
Außerdem planen die Wissenschaftler, die DNA von heutigen Tieren von der Arabischen Halbinsel mit dem Erbgut von Straußen, Oryx, Ibex, Hyänen und Honigdachsen aus Museumssammlungen zu vergleichen. Mit den Ergebnissen können sie die Veränderungen der Spezies nachvollziehen und ihre Ankunft und Verbreitung auf der Arabischen Halbinsel datieren, hoffen die Forscher.
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