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Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Italiener finanzierten Entdeckung Nordamerikas 

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Ein britischer Seemann, der sich seinen Transatlantik-Trip von einer italienischen Bank bezahlen ließ, dahingemeuchelte Wikinger in Oxford - und die populärsten Gebete des Mittelalters. Ein Überblick über neue Entdeckungen aus der Archäologie.

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Ausgegraben: Italiener finanzierten Entdeckung Nordamerikas
+++ Italiener finanzierten die Entdeckung Nordamerikas

Ohne italienisches Geld wäre Amerika wohl erst sehr viel später entdeckt worden. Dies bestätigt ein neuer Fund des Historikers Francesco Guidi-Bruscoli. Dass die Portugiesen und Spanier für ihre Expeditionen gen Westen auf italienische Finanzhilfe angewiesen waren, ist bekannt. Doch die Entdeckung Nordamerikas durch den Entdecker John Cabot galt bislang als britisches Unterfangen. Cabot segelte im Auftrag von König Heinrich VII. von Bristol aus über den Atlantik und stieß weit nördlich der karibischen Entdeckungen Christopher Columbus' auf Land.

Nun fand Guidi-Bruscoli einen Eintrag in den Unterlagen der italienischen Bardi Bank, die im 15. Jahrhundert einen Sitz in London hatte. Darin stand, dass Cabot 50 Nobles erhielt, um "auszuziehen und das neue Land zu entdecken". Zwei Mal segelte er los: 1496 und 1497. Beim zweiten Versuch fand der Abenteurer schließlich Nordamerika. Der Eintrag in den Bankunterlagen wirft allerdings auch eine weitere Frage auf. Cabot sollte nicht ein neues Land finden, sondern das neue Land. Waren vor ihm bereits andere Briten in Nordamerika gewesen?

Guidi-Bruscoli ist da vorsichtig: "Auch wenn der Eintrag impliziert, dass die Bardi Bank an eine frühere Entdeckung glaubte, können wir nicht davon ausgehen, dass diese auch tatsächlich stattgefunden hatte. Vielleicht bezog sich der Vermerk auf die mythische "Insel Brasilien", die Seeleute aus Bristol angeblich gefunden haben wollten. Ob diese Behauptung allerdings wahr ist, können wir nicht wissen."

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1. John Cabot war Giovanni Caboto .....
j.e.r. 06.05.2012
Und Giovanni Caboto stammte aus dem jetzigen Italien, also auch wahrscheinlich, dass er Unterstützung nicht nur in England holte. Und Venedig, Genua, Florenz waren dank vor allem den Waren aus dem Orient (Seidenstrasse und danm Mittelmeer) im 15. Jahrhundert sehr reich, förderten nicht nur Künste.
2. Betrachtungsweise ...
spiegelleser987 06.05.2012
Zitat von sysopNick DrakeEin britischer Seemann, der sich seinen Transatlantik-Trip von einer italienischen Bank bezahlen ließ, dahingemeuchelte Wikinger in Oxford - und die populärsten Gebete des Mittelalters. Ein Überblick über neue Entdeckungen aus der Archäologie. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,831394,00.html
Wieso wurde eigentlich Nordamerika entdeckt? Haben nicht Nordamerikaner entdeckt, dass in Ihrem Land Schiffe ankamen, mit Leuten, die dort überhaupt nicht wohnen. Wenn hier mal Aliens landen sollten, was steht dann in der Zeitung? Haben die uns entdeckt oder haben wir die bei der Landung entdeckt?
3. Ist halt immer
felisconcolor 06.05.2012
Zitat von spiegelleser987Wieso wurde eigentlich Nordamerika entdeckt? Haben nicht Nordamerikaner entdeckt, dass in Ihrem Land Schiffe ankamen, mit Leuten, die dort überhaupt nicht wohnen. Wenn hier mal Aliens landen sollten, was steht dann in der Zeitung? Haben die uns entdeckt oder haben wir die bei der Landung entdeckt?
eine Sache des Bezugssystems. In den Zeitungen der Aliens steht sicher das sie einen Planeten voller Primitiver entdeckt haben. In unseren eher das wir von denen ausgerottet werden. Oder das sie uns ganz tolle Glasperlen geschenkt haben. ;-) und dann ausgerottet.
4. Historisch Einseitig
ofelas 06.05.2012
Zitat von spiegelleser987Wieso wurde eigentlich Nordamerika entdeckt? Haben nicht Nordamerikaner entdeckt, dass in Ihrem Land Schiffe ankamen, mit Leuten, die dort überhaupt nicht wohnen. Wenn hier mal Aliens landen sollten, was steht dann in der Zeitung? Haben die uns entdeckt oder haben wir die bei der Landung entdeckt?
Erkannt, die Arroganz des Westens spiegelt sich in vielen Berichten wieder, und unsere Journalisten sind auch nur Menschen Auf eine Pub Quiz Frage "Wann wurde die erste dauerthafte Siedlung in Nordamerika gegruendet" habe ich geantwortet "vor mindestens 20 000 Jahren" - they were not amused, als Antwort war gedacht " Jamestown 1607"
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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.


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