Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Mit einer Ladung Weizen nach Virunum

Von Angelika Franz

Warum haben Neandertaler nicht mit Wölfen gejagt? Wo ist der letzte Herrscher der Inka begraben? Und warum liegt das älteste Dorf der Mittelmeerregion ausgerechnet auf Zypern? Ein Überblick über aktuelle archäologische Entdeckungen.

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Ecuador: Grabstätte des letzen Inkakönigs entdeckt
+++ Auf der Jagd nach dem letzten Inkaherrscher +++

Wo liegt Atahualpa, der letzte Herrscher der Inka, begraben? Das glaubt die ecuadorianische Historikerin Tamara Estupiñán vom Fränzösischen Institut für Andenstudien (IFEA) herausgefunden zu haben. Nicht hoch in den Anden nämlich, sondern im nassen Tiefland Ecuadors, sechs Autostunden südwestlich der Hauptstadt Quito.

Nach einem Bürgerkrieg gegen seinen eigenen Bruder wurde Atahualpa von den Truppen Francisco Pizarros gefangen genommen. Im Gegenzug für sein Leben bot er den Spaniern an, einen großen Raum mit Gold und Silber zu füllen. Genützt hat es ihm nichts: 1533 richteten die Eroberer den letzten Inkaherrscher hin. Nach seinem Tod war das große Inkareich - das zu Beginn des Jahrhunderts noch fast die gesamten Anden vom südlichen Kolumbien bis zur Mitte Chiles und Teile Argentinien umspannt hatte - praktisch am Ende. Doch Atahualpas Grab wurde nie gefunden.

Estupinan fand in den alten Berichten über Atahualpas loyalen General Ruminahui Hinweise darauf, dass er die Leiche nach Süden ins Tiefland auf der Westseite der Anden schaffte. Dort fand Estupinan eine Farm namens Malqui - was auf Quechua, der Sprache der Inka, "Mumie" bedeutet. Bei der jüngsten Begehung der Stätte entdeckte sie Inka-Architektur - eventuell die Reste einer bedeutenden Grabstätte. Dazu gehörte auch ein unterirdischer Kanal: Fließendes Wasser spielte in an den heiligen Stätten der Inka stets eine bedeutende Rolle. Die Ausgrabungen sollen im Juni beginnen. Atahualpa selbst jedoch werden die Archäologen nicht mehr antreffen. Es ist unwahrscheinlich, dass in dem nassen Boden nach 500 Jahren noch Reste der Mumie erhalten sind.

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Suche Artikel von Peter Gamper über Magdalensberg
pepperann11 19.01.2013
Hallo, ich suche schon relativ verzweifelt einen Artikel von Peter Gamper, in diesem kritisiert er die Datierungen des Magdalensbergs und Umgebund von den Magdalensbergern, also Dolenz, etc..., Er sollte auf jeden Fall nach 2000 veröffentlicht worden sein. Ich wäre für jede Hilfe dankbar. GLG
2.
Curzon Dax 05.11.2013
Zitat von pepperann11Hallo, ich suche schon relativ verzweifelt einen Artikel von Peter Gamper, in diesem kritisiert er die Datierungen des Magdalensbergs und Umgebund von den Magdalensbergern, also Dolenz, etc..., Er sollte auf jeden Fall nach 2000 veröffentlicht worden sein. Ich wäre für jede Hilfe dankbar. GLG
Wahrscheinlich ist dieser Artikel gemeint: P. Gamper, Tiberius ac Noricos imperio nostro armis subiunxit – Neue Erkenntnisse zur römischen Besetzung Noricums durch die Grabungskampagne 2005 auf der Gurina. Archäologisches Korrespondenzblatt 37/3, 2007, 421-440.
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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.