Nordpolarmeer EU einigt sich mit neun Ländern auf Fischereiverbot in der Arktis

Wegen des Klimawandels könnte das Nordpolarmeer schon bald im Sommer eisfrei sein. Zum Schutz der Natur soll kommerzieller Fischfang aber verboten werden - zumindest in den kommenden 16 Jahren.

Kutter vor Ilulissat, Grönland (Archivbild)
DPA

Kutter vor Ilulissat, Grönland (Archivbild)


Der Arktische Ozean, auch Nordpolarmeer genannt, könnte in Zukunft wegen des Klimawandels den Sommer über eisfrei werden. Kommerzieller Fischfang soll dort aber erst stattfinden, wenn die Region ausreichend erforscht ist. Darauf haben sich nun Kanada, die EU, China, Dänemark, Island, Japan, Südkorea, Norwegen, Russland und die USA geeinigt.

Sie unterzeichneten ein entsprechendes Abkommen, wonach die kommerzielle Fischerei in einer 2,8-Millionen-Quadratkilometer-Zone um den Nordpol mindestens 16 Jahre lang verboten ist.

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Arktis: Eisiger Norden

EU-Fischereikommissar Karmenu Vella nannte das rechtsverbindliche Abkommen, das von den zehn Parteien aber noch ratifiziert werden muss, historisch. Es werde "eine bedeutende Lücke in der internationalen Meerespolitik schließen" und anfällige Meeres-Ökosysteme für künftige Generationen schützen, sagte er.

Fünf Anrainerstaaten der Arktis, darunter Russland und die USA, hatten schon vor zwei Jahren ein Fischfangverbot in der Arktis beschlossen, nachdem eine Reihe von Studien vorausgesagt hatte, dass das Eis dort in den kommenden Jahrzehnten im Sommer komplett auftauen könnte.

Die Arktis erwärmt sich stärker als jedes andere Gebiet der Erde. In einer Studie von 90 Wissenschaftlern, die im April vorgestellt wurde, heißt es, das Eis schmelze noch schneller als gedacht. Die Autoren gehen davon aus, dass der Arktische Ozean in den 2030-er Jahren im Sommer eisfrei sein könnte. Sie weisen allerdings auf Unsicherheiten bei der Abschätzung des genauen Zeitpunktes hin.

vet/AFP



insgesamt 7 Beiträge
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kurt.pachl 02.12.2017
1. Ein großer Lichtblick
Angesichts der zermürbenden und schwer nachvollziehbaren Vorgehensweisen des Wal-Killings insbesondere durch Japan ist es wohltuend zu lesen, dass vor allem Japan, Island, Norwegen und China sich zu diesem wegweisenden Schritt durchgerungen haben. Das lässt fünf Minuten vor Zwölf der Umweltgeschichte hoffen.
Hamberliner 02.12.2017
2. weitere Schritte danach
Der erste Schritt ist schonmal richtig, wegen der Begründung, dass man noch zu wenig weiß. Selbstverständlich müssen weitere Schritte folgen. Zweiter Schritt: erforschen, welcherlei Fischerei in der Arktis welche Auswirkungen hätte. Dritter Schritt: ggf. je nach Forschungsergebnissen unschädliche nachhaltige Formen der Arktis-Fischerei zulassen. Vierter Schritt: das ganze kontinuierlich optimieren.
Ökofred 02.12.2017
3. Arktis?
Was wir brauchen ist ein Fischereiverbot (für die EU) vor Afrika!
hansriedl 03.12.2017
4. Europa,
zu viele Schiffe u. zu wenig Fische. „Unsere Flotte ist ‘übergewichtig’ – und unsere Bemühungen sie zu verkleinern haben bis jetzt keine Ergebnisse geliefert. Die Steuergeld-Verschwendung für zerstörerische Subventionen muss ein Ende haben. Wir müssen unsere Überkapazität reduzieren und unsere Flotte verkleinern.“ Maria Damanaki, EU-Kommissarin für maritime Angelegenheiten und Fischer Die EU versucht das Problem der Überfischung in Europa zu umgehen, indem sie ihre Flotte nach Übersee verlagert. Millionen Steuergelder der öffentlichen Hand werden verwendet, um Fischfangrechte in Westafrika und im Pazifik einzukaufen. Sie machen es möglich, dass Privatunternehmen die Gewässer der ärmsten Länder der Welt plündern. Zusammen investieren Spanien und Frankreich EU-Fördergelder in die Grundschleppnetzfischerei in der Tiefsee, die in höchstem Maße die Meeresumwelt schädigt.
rjb26 03.12.2017
5. toll
und ausreichend erforscht wird von Trump und Boris Johnson definiert
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