Artenschutz-Drama Fischer braten seltenen Riesenmaulhai

Riesenmaulhaie sind derart selten, dass weltweit jede Sichtung einzeln nummeriert wird. Philippinische Fischer hat das nicht davon abgehalten, einen der Fische zu verspeisen: Nummer 41 wurde in Kokosmilch gebraten.


Manila - Ausgerechnet Donsol. Der philippinische Ort bezeichnet sich selbst als "Walhai-Hauptstadt der Welt", nachdem Tierschützer die Bewohner von der Jagd auf die riesigen Walhaie in der Region abbringen konnten. Doch genau dort, wo die Bemühungen um den Schutz der Meere bisher Früchte trugen, haben Fischer nun ein Exemplar einer der seltensten Hai-Arten der Welt gefangen und verspeist.

Der Bericht der Naturschützer vom WWF ist traurig: Elson Aca, der lokale Mitarbeiter der Organisation, habe noch versucht, die Fischer von ihrem Vorhaben abzubringen. Doch ohne Erfolg: Die Fischer hätten den Riesenmaulhai geschlachtet und in Kokosmilch gebraten.

Nur wenige Exemplare des Riesenmaulhais konnten bisher wissenschaftlich untersucht werden. Klar ist, dass das Tier zu den nur drei Hai-Arten gehört, die sich von aus dem Wasser gefilterten Kleinstlebewesen ernähren. Riesenmaulhaie sind derart selten, dass jede Sichtung einzeln nummeriert wird.

Das erste Mal wurde ein solches Tier im November 1976 von der Besatzung eines Forschungsschiffs nahe der hawaiianischen Insel Oahu entdeckt. Bei dem jetzt getöteten Exemplar handelte es sich um den 41. Riesenmaulhai, dessen Sichtung registriert wurde. Das Tier war vier Meter lang und eine halbe Tonne schwer. Er ging Makrelenfischern am 30. März vor der Insel Luzon in 200 Meter tiefem Wasser ins Netz.

chs/AFP/AP



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