Bedrohte Arten Vögel sterben vor allem in Südamerika aus

Mindestens acht Vogelarten sind allein in den vergangenen Jahrzehnten höchstwahrscheinlich ausgestorben. Fünf davon stammen aus Südamerika - auch der Spix-Ara.

Spix-Aras in einer Voliere
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Spix-Aras in einer Voliere


Auf der Leinwand waren zwei Spix-Aras schon mal echte Stars: Im US-Animationsfilm "Rio", der 2011 in die Kinos kam, ging es um das Leben der letzten beiden Exemplare. Leider ist der Film nicht nur Fiktion. Die Tiere mit dem blauen Gefieder sind tatsächliche fast verschwunden. Einige Exemplare leben heute noch in Gefangenschaft. Der wohl letzte Spix-Ara (Cyanopsitta spixii) in der Wildnis wurde Ende 2000 gesichtet. Ein im Jahr 2016 beobachtetes Exemplar war wahrscheinlich aus einem Käfig entkommen.

Das berichtet die internationalen Tierschutzorganisation Birdlife International. Laut ihrem Bericht sind mindestens acht Vogelarten in den vergangenen Jahren höchstwahrscheinlich oder mit Sicherheit ausgestorben. Damit seien weltweit etwa 187 Vogelarten seit dem Jahr 1500 verschwunden.

Ursachen des rapiden Schwunds sind unter anderem das Einschleppen fremder Arten und die Jagd sowie die Abholzung von Wäldern, wie die Organisation im britischen Cambridge mitteilte. Fünf der acht in jüngster Zeit betroffenen Vogelarten stammten aus Südamerika.

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Rote Liste: Diese Arten sind vom Aussterben bedroht

Das geschätzte Aussterbedatum der acht Arten liegt demnach zwischen 1944 (Javakiebitz, Vanellus macropterus) und 2011 (Alagoas-Blattspäher, Philydor novaesi). Fünf der acht Vogelarten stammen aus Südamerika, wo die Regenwaldgebiete stark schrumpfen. Vier der aus der Natur verschwundenen Spezies kamen ausschließlich in Brasilien vor.

Als wahrscheinlich komplett ausgestorben gilt den Experten zufolge der Dunkelkopf-Blattspäher (Cichlocolaptes mazarbarnetti). Der Sperlingsvogel kam nur in zwei kleinen Regenwaldgebieten im Nordosten Brasiliens vor. Nachdem diese Areale für Zuckerrohrplantagen und Weiden abgeholzt wurden, verschwanden laut Birdlife International die letzten der Vögel. Die Art sei seit elf Jahren nicht mehr gesehen worden.

Jagd, Abholzung und Landwirtschaft

Eine Mini-Eule aus Brasilien dürfte ebenfalls höchstwahrscheinlich ausgerottet sein. Der Pernambuco-Zwergkauz (Glaucidium mooreorum) sei seit dem Jahr 2002 nicht mehr gesehen worden, heißt es in der Studie. Der kaum 15 Zentimeter große Vogel ernährte sich von Insekten und wurde nur wenige Male in einem kleinen Gebiet im Bundesstaat Pernambuco gesichtet. Jagd und Abholzung hätten zu seinem Aussterben geführt, vermuten die Naturschützer.

"Historisch betrachtet waren 90 Prozent aller, seit 1500 ausgestorbenen Vogelarten kleine Populationen auf abgelegenen Inseln", sagte Stuart Butchart von Birdlife International, der die Studie mit Kollegen im Fachblatt "Biological Conservation" veröffentlichte. Heute seien durch Eingriffe des Menschen große Lebensräume auf Kontinenten betroffen - durch Landwirtschaft, Trockenlegung von Flächen und Abholzung.

joe/dpa

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