Artensterben: WWF kürt Sieger und Verlierer des Jahres 2011

Das weltweite Artensterben geht nach Angaben des WWF ungebremst weiter. Die Umweltstiftung beklagt die Vernichtung großer Waldgebiete, die viele Arten ihres Lebensraums beraubt. Aber es gibt auch Erfolge - unter anderem in Deutschland.

Artenschutz 2011: Die Gewinner und Verlierer Fotos
REUTERS

Berlin - Was hat die Menschheit in diesem Jahr für den Artenschutz getan? Der World Wildlife Fund (WWF) hat nun eine zweischneidige Bilanz gezogen. Einerseits sterben immer mehr Pflanzen- und Tierarten aus. Neben Wilderei und Klimawandel sei vor allem die Lebensraumvernichtung ein Grund dafür, sagte Artenschutzreferent Stefan Ziegler am Montag in Berlin.

Allein in diesem Jahr, das die Vereinten Nationen zum Jahr der Wälder ernannt haben, seien 13 Millionen Hektar Waldfläche verloren gegangen. Das ist rund ein Drittel der Fläche Deutschlands. Der rapide Waldverlust gefährde den Fortbestand von 80 Prozent der Säugetier- und Vogelarten. 2011 habe sich zudem vor allem die Lage von Nashorn, Stör, Irawadi-Delfin und Grauwal weiter verschlechtert. Bei Europäischem Luchs, der auch in Deutschland zu Hause ist, Berggorilla und Przewalski-Wildpferd blicken die WWF-Experten hingegen optimistischer in die Zukunft.

Laut der aktuellen Roten Liste sind weltweit fast 3879 bekannte Arten vom Aussterben bedroht. Diese Zahl hat sich im Vergleich zu 2010 um gut 300 erhöht. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat insgesamt rund 61.900 Arten erfasst. Als stark gefährdet gelten 5689, als gefährdet 10.002 Spezies. Jedes vierte Säugetier ist laut der Liste gefährdet, stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

In Europa steht es besonders schlecht um die Süßwasserfische sowie Schnecken, Muscheln und andere Weichtiere. Die Süßwasserökosysteme des Kontinents seien "ernsthaft bedroht", warnte Annabelle Cuttelod von der IUCN Ende November. Man müsse dringend Erhaltungsmaßnahmen ergreifen. Für die europäische Ausgabe der Roten Liste hatte die Weltnaturschutzunion mit rund 6000 Arten einen "erheblichen Teil" der in Europa heimischen Fauna und Flora untersucht. Verschmutztes Wasser, Überfischung und das Einschleppen fremder Arten sind laut IUCN für den Rückgang der im Wasser lebenden Arten verantwortlich.

hda/dpa

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1. ...
hcau 20.12.2011
wenn ich mich recht entsinne, steht wwf seit ca zwanzig jahren nicht mehr für world wildlife fund, sondern für world wide fund for nature... nur so am rande.
2. Informationen zum WWF
lolob 20.12.2011
In diesem Zusammenhang sollte man sich zunächst die Reportage ARD Mediathek Reportage Dokumentation Der Pakt mit dem Panda Was uns der WWF verschweigt Mittwoch, 22 06 2011 Das Erste 0 - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=wX31mT8j-Gk) aus dem ARD zum Thema WWF anschauen. Der WWF ist ein Wirtschaftsunternehmen. Wer anderes denkt, sollte sich in diesem Zusammenhang die Reportage des ARD zum Thema WWF auf Youtube anschauen. Dort einfach mal nach "Der Pakt mit dem Panda Was uns der WWF verschweigt" suchen. ARD Mediathek Reportage Dokumentation Der Pakt mit dem Panda Was uns der WWF verschweigt Mittwoch, 22 06 2011 Das Erste 0 - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=wX31mT8j-Gk)
3. Augen auf
aquarelle 20.12.2011
Nachdem ich die Reportage sah, wars mit der Glaubwürdigkeit auch dahin. Wobei ich sagen muss, dass ich skeptisch gegenüber dem geworden bin, was mir in den Medien vorgesetzt wird. Ich glaube da auch nicht alles. Allerdings fand ich den Auftritt der Dame vom WWF (Pressesprecherin?) ziemlich schockierend, Geld regiert eben doch die Welt. Das Problem ist, dass Themen wie Natur- und Artenschutz zu wenig publik gemacht werden. Auch bei SPON musste ich zwei mal hinschauen, um den Artikel zu finden. Statt Bauer sucht Frau oder einer der zahlreichen Polittalkrunden, könnte man dieser Problematik ja mal eine Lobby geben. Aber wie so oft heißt es in der breiten Bevölkerung: Was interessiert mich der Juchtenkäfer!? Der Mensch neigt eben dazu, an sich zu denken. Was per se gut ist, denn wenns jeder tut, ist ja an alle gedacht. Es sind aber eben auch unsere Kinder, die ihre Zukunft noch vor sich haben, so kitschig es klingt. Mich nervt dieser Egoismus ganz stark. Die Welt wäre ohne uns wirklich besser dran...
4.
seelenpfluecker 20.12.2011
Ich kenne die Reportage nicht, es dürfte aber klar sein, daß man nur mit der Macht des Geldes gegen die Macht des Geldes ankommt. Was die Anklagenden irgendwann selbst korrumpiert... Mit selbst ist nur dies passiert: Ich habe einmal 5 Euro per SMS für Tiger gespendet an den WWF, und hernach bekam ich zig Werbenachrichten auf mein Telefon. Das wurde eingestellt, nachdem ich mich per Mail und Telefon beschwert hatte. Vile schlimmer finde ich, was eine GEOReportage einmal aufdeckte. Daß zB Klöster in Asien Kuscheltiger für Touris großziehen und diese dann zum Abschlachten an Wilderer verkaufen.
5.
chritzz 02.05.2012
WWF;CITES,NABU,PETA....alles Lug und Trug.Selbst CITES,von dessen Einrichtung ich immer überzeugt war, weil das Waschingtoner Artenschutzübereinkommen damit durchgesetzt werden sollte,ist der blanke Betrug ! Die Länder in denen schützenswürdige Tiere beheimatet sind,legen selber fest ob die Populationen stabil sind oder nicht....meist ohne wissenschaftliche Grundlagen.Diese Reglung öffnet der Ausrottung Tür und Tor...
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