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Arthur Kornberg: Der Entdecker der DNA-Synthese ist tot

Arthur Kornberg liebte Enzyme - eine Liebe, die ihn zu der Entdeckung seines Lebens führte: Er fand heraus, wie DNA in Zellen kopiert und aufgebaut wird. Nun ist der US-Wissenschaftler und Nobelpreisträger im Alter von 89 Jahren gestorben.

Arthur Kornberg starb am Freitag an einer Atemwegserkrankung, teilte die Stanford Universität mit.

Arthur Kornberg (Archivbild von 1960): "Liebesaffäre mit Enzymen"
AP

Arthur Kornberg (Archivbild von 1960): "Liebesaffäre mit Enzymen"

Der Biochemiker hatte zusammen mit seinem Mentor Severo Ochoa Enzyme wie die DNA-Polymerase entdeckt, die beim Aufbau der Erbsubstanz DNA in den Zellen eine Rolle spielen. Beide erhielten dafür im Jahr 1959 den Nobelpreis. "Dr. Kornberg war einer der angesehensten und herausragendsten Wissenschaftler der amerikanischen Medizin", sagte der Dekan der Stanford Universität, Philip Pizzo.

Der gebürtige New Yorker Kornberg beschrieb seine Arbeit im Feld der Biochemie oft als eine "Liebesaffäre mit Enzymen". Seine 1989 veröffentlichte Autobiografie trug den Titel "For the love of Enzymes".

Mitte der fünfziger Jahre umgab die DNA ein Nimbus der Unantastbarkeit. Die Entdeckung der Doppelhelixstruktur durch Watson und Crick im Jahr 1953, hatte diesen Eindruck noch verstärkt. Tatsächlich gelang es Kornberg, aus dem Bakterium E. coli das Enzym DNA-Polymerase I zu isolieren. Er konnte zeigen, dass dieses Enzym auch im Reagenzglas funktioniert. Nach dieser Entdeckung war die DNA ein ganz normales Molekül geworden, das wie andere Stoffe konventionell im Reagenzglas zusammengebaut werden konnte.

1957 legte Arthur Kornberg seine Arbeit dem "Journal of Biological Chemistry" vor - die Publikation wurde jedoch von den Experten abgelehnt. Die Autoren seien zu wenig kompetent, hieß es. Zudem sei Polymerase "ein armseliger Name". Ein Jahr später wurden Kornbergs Arbeiten doch noch publiziert - nach Intervention des neuen Chefredakteurs. 1959 dann erhielt Kornberg zusammen mit seinem Lehrmeister Severo Ochoa den Nobelpreis für Medizin.

Die Auswirkungen von Kornbergs und Ochoas Entdeckung waren in jeder Hinsicht gewaltig. Ihre Arbeit bildete die Grundlage für die Gentechnik - der gezielten Veränderung von Genen. Auf der Basis ihrer Erkenntnisse wurde die Herstellung vieler neuer Medikamente - beispielsweise zur Behandlung von Krebs und Virenerkrankungen - möglich.

Seine Begeisterung für die Grundsubstanz des menschlichen Erbguts gab er auch an seinen Sohn weiter: Roger D. Kornberg erhielt im vergangenen Jahr den Chemie-Nobelpreis - ebenfalls für Arbeiten an DNA-Enzymen.

lub/dpa/AP

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