Asteroid Dino-Killer erwischte auch Echsen und Schlangen

Vor 65 Millionen Jahren endete die Zeit der Dinosaurier, wahrscheinlich löste ein Einschlag eines gewaltigen Asteroiden die Katastrophe aus. Doch nicht nur die Dinos starben, berichten Forscher nach der Analyse von Fossilfunden. Auch vier von fünf Echsen- und Schlangenarten überlebten nicht.

Asteroiden-Einschlag (Illustration): Möglicher Auslöser des Massensterbens
DPA/ NASA

Asteroiden-Einschlag (Illustration): Möglicher Auslöser des Massensterbens


Vermutlich brachte ein Asteroiden-Einschlag auf der Yucatán-Halbinsel das Ende der Dinosaurier. In großen Mengen aufgewirbelter Staub verdunkelte den Himmel. Pflanzen verkümmerten, weil ihnen die Sonne für die Photosynthese fehlte. Die Nahrungskette brach zusammen.

Nur wenige Arten überstanden das folgende Massenaussterben am Ende der Kreidezeit vor 65 Millionen Jahren. Es vergingen Millionen von Jahren, bis wieder eine Artenvielfalt auf der Erde herrschte wie vor dem Einschlag des Chicxulub-Asteroiden.

Während schon lange bekannt ist, was mit den Dinosauriern passierte, wussten Forscher bislang nicht genau, wie es ihren kleineren - entfernten - Verwandten erging: den Schuppenkriechtieren. Zu dieser Tiergruppe gehören neben den Schlangen auch Echsen - etwa Leguane und Geckos - sowie die sogenannten Doppelschleichen. Heute umfasst diese Gruppe mehr als 9000 Arten.

Echsenart nach US-Präsidenten benannt

Ein Forscherteam um Nicholas Longrich von der Yale University in New Haven (US-Bundesstaat Connecticut) hat nun untersucht, wie viele Schuppenkriechtierarten die Katastrophe nicht überstanden. Im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" berichten sie, dass wohl auch gut 80 Prozent der Spezies aus dieser Tiergruppe ausstarben.

Longrich und seine Kollegen stützen sich dabei auf Fossilfunde aus Nordamerika, sowohl aus der späten Kreidezeit als auch aus dem darauf folgenden Palöogen. Sie analysierten 21 Funde bereits bekannter Arten und identifizierten neun Schlangen- und Echsen-Spezies, die bisher noch nicht bekannt beziehungsweise falsch zugeordnet waren. Eines davon benannten sie nach dem US-Präsidenten: Obamadon gracilis - diese Echsenart überstand das Massensterben nicht. Die Namensgebung sei allerdings keine politische Entscheidung gewesen, sagt Longrich, sondern ein Spaß.

Ihren Angaben zufolge gab es am Ende der Kreidezeit eine Vielfalt von Schuppenkriechtieren - von kleinen Eidechsen bis hin zu gewaltigen Schlangen. Die Katastrophe traf sie nicht alle gleichermaßen. Wie die Forscher berichten, starben die großen Schuppenkriechtierarten aus, von den kleineren konnten einige überleben. Es sei möglich, dass in der Zeit, in der Pflanzen kaum Photosynthese betrieben, kleine Insektenfresser noch am besten zurecht kamen - weil sie Tierchen fressen konnten, die sich von toten Pflanzenmaterial oder Kadavern ernährten.

In einer früheren Studie hatten Longrich und Kollegen bereits nachgewiesen, dass auch ein großer Teil der urzeitlichen Vogelarten durch die Katastrophe vor 65 Millionen Jahren ausstarb.

wbr



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