Auftauender Meeresboden Polarmeer stößt mehr Methan aus als gedacht

Aus dem auftauenden Meeresboden der Arktis entweicht offenbar weit mehr Methan in die Atmosphäre als bisher angenommen. Das folgern Forscher aus Messungen im ostsibirischen Schelfmeer. Ursache seien neben steigenden Temperaturen auch Stürme.

Laptewsee (Aufnahme von 2006): Temperaturanstieg um 0,5 Grad
IARC

Laptewsee (Aufnahme von 2006): Temperaturanstieg um 0,5 Grad


Fairbanks - In den Böden des Nordpolarmeers lagern riesige Mengen Methan. Viele Experten sorgen sich, dass das Auftauen dieser Schichten deren Freiwerden fördert und so die Erderwärmung beschleunigt - zumal Methan als Treibhausgas etwa 20-mal stärker wirkt als Kohlendioxid. Wenn das Gas in Blasen aufsteigt, kann es sich unterwegs im Wasser lösen oder aber von der Oberfläche aus in die Atmosphäre gelangen. Grundsätzlich gilt: Je schneller die Blasen emporsteigen, desto weniger Methan wird im Meer abgebaut.

Die Forscher um Natalia Shakhova von der University of Alaska in Fairbanks haben nun den Methanaustritt in der südlichen Laptewsee im ostsibirischen Schelfmeer untersucht. Das Gebiet mit einer mittleren Wassertiefe von unter 50 Metern gilt als sehr methanreich. Die Wissenschaftler erfassten die aufsteigenden Blasen im Wasser durch akustische Messungen. Ferner maßen sie die Methanwerte im Meer und über dessen Oberfläche. Insbesondere achteten sie auf den Einfluss von Stürmen, die in der Region an bis zu 70 Tagen pro Jahr auftreten.

Zudem bohrten sie bis 57 Meter tief in die Sedimente unter dem Meeresboden. In der Schicht des Meeresbodens lag die Temperatur zwischen -1,8 und 0 Grad. Wegen des Salzgehalts waren die Sedimente nicht gefroren. Gerade nach Stürmen gelangten den Forschern zufolge vermehrt Blasen an die Wasseroberfläche. Anhand ihrer Messungen schätzen die Forscher, dass vom ostsibirischen Schelfmeer - das ein Viertel des gesamten arktischen Schelfs stellt - jährlich 17 Megatonnen Methan in die Atmosphäre gelangen, weit mehr als bisher vermutet. Dies sei sogar eine konservative Schätzung, schreiben sie im Fachblatt "Nature Geoscience".

Wasserschicht binnen 14 Jahren um 0,5 Grad wärmer

Die Wissenschaftler glauben, dass die Erwärmung des Wassers, das Schwinden der Eisdecke und zunehmende Stürme den Methan-Ausstoß aus dem Schelfmeer noch beschleunigen werden. In der küstennahe Zone stiegen die Temperaturen der unteren Wasserschicht demnach binnen 14 Jahren um 0,5 Grad Celsius, im Sommer sogar um mehr als ein Grad. Eine frühere Untersuchung hatte ergeben, dass auch Erdbeben den Methanausstoß erhöhen können.

"Die Autoren legen Daten vor, die bisher noch nicht bekannt waren", sagt Gerhard Bohrmann vom Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen. Die Kalkulation der Austrittsmenge sei zwar sehr schwierig. Wenn sie jedoch zutreffe, ließen sich die Werte auf andere arktische Küstengewässer übertragen, also etwa auch auf die Gebiete Nordamerikas, betont er.

hda/dpa

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mycon 25.11.2013
1. +
Zitat von sysopIARCAus dem auftauenden Meeresboden der Arktis entweicht offenbar weit mehr Methan in die Atmosphäre als bisher angenommen. Das folgern Forscher aus Messungen im ostsibirischen Schelfmeer. Ursache seien neben steigenden Temperaturen auch Stürme. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/auftauender-meeresboden-polarmeer-stoesst-mehr-methan-aus-als-gedacht-a-935504.html
Dann müsste es also eigentlich noch wärmer sein als es ohnehin schon nicht geworden ist? Wenn es denn stimmt: Gift für jeden Versuch, die Erwärmungspause zu erklären.
tobiasl 25.11.2013
2. ...
Ihre Argumentation hinkt ganz gewaltig. Falls man so eine Korrelation wie Sie das tun überhaupt ziehen kann würde das nur bedeuten, dass das Meerwasser die Energie der Erwärmung aufgenommen hat und nicht die Luft, was den Erwärmungsstop mit erklären würde. Aber das ist nur mein laienhaftes Verständnis...
nach.denker 25.11.2013
3.
Zitat von myconDann müsste es also eigentlich noch wärmer sein als es ohnehin schon nicht geworden ist? Wenn es denn stimmt: Gift für jeden Versuch, die Erwärmungspause zu erklären.
Dabei haben doch grad eben zwei Forscher nachgewiesen, dass die Erwärmungspause durch eine zu schwache Datenlage in den Polarregionen erklärbar ist. Sie konnten zeigen, dass sich die Pole eigentlich um gerade so viel mehr erwärmt haben, wie es der gestiegene CO2-Gehalt in der Atmosphäre vermuten lässt. Im Mittel haben wir also eine Erderwärmung nach CO2 Ausstoß. Dass die CO2 Konzentration am Pol nicht wesentlich vom Weltmittel abweicht hat da keinen gestört. Bestimmt gibt es eine Südseeinsel, wo auch keine Messstation steht. Da kann man dann ganz bequem die theoretische Erwärmung durch das Methan hinrechnen.
spiegkom 25.11.2013
4. @ mycon
Das das alles nicht zusammenpasst, hält keinen Klimaforscher davon ab, weiter Vermutungen ("Die Wissenschaftler glauben") jeglicher Art anzustellen und, vor allem, zu veröffentlichen. "Wenn sie jedoch zutreffe" (die Austrittsmenge), "ließen sich die Werte auf andere arktische Küstengewässer übertragen". Da frage ich mich, wie man denn das "Zutreffen" der Ausstiegsmenge messen bzw. überprüfen will. Ist halt moderne Scharlatanerien, nichts weiter.
a_tetzlaff 25.11.2013
5. Hä????
Zitat von sysopIARCAus dem auftauenden Meeresboden der Arktis entweicht offenbar weit mehr Methan in die Atmosphäre als bisher angenommen. Das folgern Forscher aus Messungen im ostsibirischen Schelfmeer. Ursache seien neben steigenden Temperaturen auch Stürme. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/auftauender-meeresboden-polarmeer-stoesst-mehr-methan-aus-als-gedacht-a-935504.html
Wie kann der Meeresboden gefroren sein, wenn das Wasser darüber noch flüssig ist? Schon mal was von der Anomalie des Wassers gehört?
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