Ausgestorbene Spezies Forscher erwecken Erbgut des Tasmanischen Tigers zum Leben

Der Tasmanische Tiger ist seit mehr als 70 Jahren ausgestorben - aber sein Erbgut haben Wissenschaftler nun teilweise wieder aktivieren können. Bis zum Klonen des ausgestorbenen Tiers ist es aber noch ein weiter Weg.


So weit wie in "Jurassic Park" sind die Forscher um Andrew Pask von der University of Melbourne noch nicht. Noch haben sie den seit mehr als 70 Jahren ausgestorbenen Tasmanischen Tiger nicht geklont, aber sie konnten Teile seines Erbguts wieder zum Leben erwecken - in einem Mausembryo. Das Erbgut des Tigers gewannen die Forscher aus 100 Jahre alten Proben von drei Tigerbabys und einem erwachsenen Tier. Sie waren in Alkohol gelagert worden, die DNA deswegen stark fragmentiert. Aber aus allen vier Proben konnten Pask und seine Kollegen ein spezielles DNA-Stück isolieren. Wie die Forscher berichten, sei der 17 Basenpaare lange DNA-Abschnitt kein Gen, aber eine Sequenz, die Gene für die Knorpel- und Knochenbildung aktiviert. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in dem Fachmagazin "PLoS One".

Pask und seine Kollegen koppelten den DNA-Abschnitt des Tasmanischen Tigers mit einem Gen, das einen blau leuchtenden Farbstoff erzeugt. Dieses DNA-Stück schleusten sie in Mausembryonen. Anhand der Blaufärbung konnten sie anschließend sehen, wo das Genmaterial des Tasmanischen Tigers in dem Mausembryo aktiv war.

Laut Pask sei es das erste Mal, dass mit dem Erbgut einer ausgestorbenen Spezies eine funktionale Antwort in einem anderen lebenden Organismus erzeugt wurde. Bislang hatten Wissenschaftler aus der DNA ausgestorbener Organismen nur Zelllinien im Labor entwickeln können. Laut Pask sei es damit aber nicht möglich, die Funktion einzelner Gene zu untersuchen.

Trotz des Erfolgs dämpft Pask Erwartungen, dass es gelingen könnte, einen Tasmanischen Tiger zu klonen - die DNA aller erhaltenen Proben sei in einem zu schlechten Zustand.

lub/Reuters



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