Landschaftsschutz Australien will Wildpferde leben lassen

Weil sie das ökologische Gleichgewicht stören, sollten 6000 australische Wildpferde getötet werden. Doch jetzt setzt die Regierung auf einen anderen Plan.

Australische Wildpferde, die Brumbies
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Australische Wildpferde, die Brumbies


Tausende Wildpferde sind im australischen New South Wales dem drohenden Tod entgangen. Die Regierung des Bundesstaats rückte von einem umstrittenen Plan ab, den Bestand der Tiere im Kosciuszko National Park um bis zu 90 Prozent zu reduzieren, wie australische Medien am Sonntag meldeten.

Etwa 6000 Wildpferde, die in Australien Brumbies genannt werden, leben in der Region in den australischen Alpen und sind ein wichtiger Teil der örtlichen Folklore. Sie sind Nachkommen von verwilderten Pferden der europäischen Siedler. Umweltschützer kritisieren, dass die Tiere das empfindliche ökologische Gleichgewicht stören, einheimische Arten verdrängen und Feuchtgebiete gefährden.

2016 hatte die Regierung daher beschlossen, innerhalb der nächsten 20 Jahre den Bestand zu reduzieren und dafür vor allem Tiere zu töten. Die von Menschen ins Land gebrachten und dann freigesetzten Tiere verursachen schon seit Jahren mannigfaltige Probleme. Ihr Hufe schädigen den empfindlichen Boden, Erosion und Versteppung ganzer Landstriche sind die Folge.

Die Pferde sind nicht immer friedlich

Hinzu kommt, dass die Pferde, anders als zum Beispiel die in Australien seit Jahrtausenden angesiedelten Kängurus, sich nicht an den permanenten Wechsel von fetten und dürren Jahren angepasst haben. Auf der Suche nach Nahrung und Wasser dringen sie immer wieder in besiedelte Gebiete vor, gelegentlich sollen sie sogar ihre Scheu gegenüber Menschen abgelegt und aggressiv geworden sein.

2013 waren rund 1200 der Wildpferde in einer "Kontrollaktion" genannten Jagd abgeschossen worden, auch weil viele von ihnen aufgrund der damals herrschenden Dürre krank und schwach geworden waren. Nun sollen die Brumbies aber geschützt und das Problem mit Umsiedlungen gelöst werden. Ein neues Gesetz soll kommende Woche beschlossen werden.

Brumbies seien ein wichtiger Teil der Tradition in der Region, sagte der stellvertretende Regierungschef John Barilaro dem Sender ABC. Umweltschützer betonten jedoch, dass die Pferde nicht ursprünglich in dem Gebirge heimisch waren und nicht in den Nationalpark gehörten. "Es reichen ein paar Pferde und etwas Zeit, um ein Feuchtgebiet zu zerstören", sagte Graeme Worboys von der Australien National University in der Hauptstadt Canberra.

Australien hat nach Schätzungen bis zu eine Million Wildpferde. Sie gelten sie als besonders intelligent und zäh.

mhe/dpa



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