Australien Erneut Dutzende Wale gestrandet

80 Wale und Delfine haben sich an einen Strand der australischen Westküste verirrt. Die Tiere wurden am Montagmorgen entdeckt, für die meisten von ihnen kam jede Rettung zu spät. Nur wenige Schwertwale waren noch am Leben, als das Rettungsteam eintraf.


Sydney - Wieder ist eine Gruppe von Meeressäugern in seichte Gewässer vor der Küste Australiens geraten. Mindestens 67 der etwa 80 Tiere hätten nicht gerettet werden können, berichtete der Rundfunksender ABC. An dem Strand rund 270 Kilometer südlich von Perth an der Westküste waren am Montag Dutzende Freiwillige im Einsatz. Sie versuchten, die Tiere zurück ins Meer zu bugsieren.

Die Schwarzen Schwertwale und Flaschennasen-Delfine waren am Montagmorgen in der Hamelin-Bucht entdeckt worden. Alarmiert machten sich Mitarbeiter der Umweltbehörde mit einem Team von Wildhütern auf dem Weg dorthin. "Es waren eine Menge Leute hier, die versucht haben, die Wale, die noch lebten, zurück ins Wasser zu schieben", berichtete ein Augenzeuge im Rundfunk. "Wir denken, dass sechs oder sieben wieder ins Meer hinausgeschwommen sind. Es könnte aber gut sein, dass sie ein Stück weiter erneut stranden."

Strandungen großer Walgruppen kommen in Australien immer wieder vor. In den vergangenen vier Monaten sind im Süden Australiens und auf der Insel Tasmanien mehr als 400 Wale gestrandet. Erst Anfang März schleppten Tierschützer an der Küste von King Island 54 Grindwale zurück ins Wasser, für fast 150 Tiere kam jede Hilfe zu spät.

Wissenschaftler wissen nicht genau, warum sich die Tiere immer wieder in zu flache Gewässer verirren. Als eine mögliche Ursache gelten Störungen im Orientierungssinn der Meeressäuger, die möglicherweise durch Lärm verursacht werden, wie er bei Arbeiten mit starkem Sonar vorkommt - etwa bei Manövern von Kriegsschiffen.

hda/dpa/AFP



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