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Australien: Eukalyptusbäume saugen Gold aus dem Boden

Edelmetall in Pflanze: Goldiger Eukalyptus Fotos
Mel Lintern

Gold wächst nicht auf Bäumen, aber es klettert hinauf: In Australien haben Forscher das Edelmetall in Blättern der Eukalyptuspflanze nachgewiesen. Womöglich lassen sich so neue Rohstoffquellen finden.

Australische Forscher haben in Eukalyptusbäumen winzige Goldpartikel entdeckt - und so möglicherweise eine neue Methode zur Entdeckung von verborgenen Rohstoffen gefunden. Das Edelmetall sei vermutlich von den Bäumen aus dem Boden gesogen und nach oben gepumpt worden, sagte der Geochemiker Melvyn Lintern von der Commonwealth-Forschungsorganisation CSIRO: "Der Eukalyptus agiert wie eine hydraulische Pumpe."

Lintern und seine Kollegen berichten im Fachblatt "Nature Communications" über ihre Entdeckung in der rohstoffreichen Region Kalgoorlie in Westaustralien. Dort gab es im späten 19. Jahrhundert einen großen Goldrausch. Das Gold lagert in der Gegend 35 Meter unter der Erde, unter dicken, bis zu 60 Millionen Jahre alten Sedimentpakten. Von dort saugten es die Eukalyptusbäume mit ihren weit in die Tiefe reichenden Wurzeln offenbar zusammen mit dem Wasser auf - und geben es dann über die Blätter wieder ab.

Die Wissenschaftler wiesen die Teilchen mit Hilfe von Röntgenbildern in Blättern, Ästen und Rinden nach. Die höchste Konzentration fanden sie in den Blättern. Sie konnten dabei auch nachweisen, dass das Edelmetall tatsächlich im Inneren der Blätter abgelagert wird und nicht etwa als Staub auf der Außenseite.

Weniger Bohrungen zur Rohstoffsuche

Da das Gold giftig für die Pflanze sei, werde es in die äußersten Extremitäten weitergeleitet, damit möglichst wenig schädliche biochemische Reaktionen stattfinden könnten, erklärten die Forscher. Die Goldblätter werden aber kaum einen neuen Goldrausch auslösen: Die in den Bäumen gefundenen Partikel seien nur ein Fünftel so breit wie menschliches Haar - und nur auf hoch entwickelten Röntgenbildern sichtbar, so die Forscher.

Ihre Erkenntnisse halten Lintern und seine Kollegen dennoch für nützlich. Denn die Untersuchung des Mineraliengehalts in den Pflanzen mit dieser Methode könne Hinweise auf Mineralien unter der Erde geben - neben Gold könne so auch Zink oder Kupfer nachgewiesen werden. Weil damit keine teuren Bohrungen nötig seien, würden Kosten gespart und die Umwelt geschont, sagte Lintern. Allerdings müsse man vor einem praktischen Einsatz der Methode als Explorationshilfe noch herausbekommen, warum manche Bäume Gold einlagern, andere aber nicht.

Aktuell arbeiten Forscher auch daran, verbesserte geologische Modelle für die Rohstoffsuche einzusetzen. Das ist durchaus sinnvoll: Nach einer aktuellen Studie sind die weltweiten Neufunde an Gold über zehn Jahre um 45 Prozent zurückgegangen. In den vergangenen Jahren habe sich das Problem noch verschärft.

chs/AFP

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1.
augu1941 23.10.2013
Zitat von sysopMel LinternGold wächst nicht auf Bäumen, aber es klettert hinauf: In Australien haben Forscher das Edelmetall in Blättern der Eukalyptuspflanze nachgewiesen. Womöglich lassen sich so neue Rohstoffquellen finden. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/australien-eukalyptusbaeume-saugen-gold-aus-dem-boden-a-929484.html
Schädliche biochemische Reaktionen mit dem Gold in der Pflanze ? Gold reagiert doch eigentlich nicht chemisch mit anderen Stoffen !? Oder bewirkt es als Katalysator diese schädlichen reaktionen ? Interessanter als die Größe der eingelagerten Goldpartikel wäre für mich der %-Au-Gehalt in der Blätterasche.
2.
kimba_2014 23.10.2013
Zitat von sysopMel LinternGold wächst nicht auf Bäumen, aber es klettert hinauf: In Australien haben Forscher das Edelmetall in Blättern der Eukalyptuspflanze nachgewiesen. Womöglich lassen sich so neue Rohstoffquellen finden. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/australien-eukalyptusbaeume-saugen-gold-aus-dem-boden-a-929484.html
Da braucht man aber viel Geduld, bis die Bäume mal so weit gewachsen sind, dass sich eine "Ernte" lohnt. Von der Größe solcher Plantagen ganz zu schwiegen, damit mehr als ein paar Gramm Gold abfallen. Ich denke, man bleibt weiter beim Ausgraben, das geht schneller und effektiver.
3.
wildschuetz 23.10.2013
Zitat von kimba_2014Da braucht man aber viel Geduld, bis die Bäume mal so weit gewachsen sind, dass sich eine "Ernte" lohnt. Von der Größe solcher Plantagen ganz zu schwiegen, damit mehr als ein paar Gramm Gold abfallen. Ich denke, man bleibt weiter beim Ausgraben, das geht schneller und effektiver.
Es ist nicht geplant die Bäume zum Abbau der Rohstoffe, sondern zur Erkundung potentieller Lagerstätten einzusetzen. Wobei man auch dabei Geduld braucht. Der Begriff "Blattgold" muss jetzt wohl neu definiert werden.
4. ausgraben
montecristo 23.10.2013
Zitat von kimba_2014Da braucht man aber viel Geduld, bis die Bäume mal so weit gewachsen sind, dass sich eine "Ernte" lohnt. Von der Größe solcher Plantagen ganz zu schwiegen, damit mehr als ein paar Gramm Gold abfallen. Ich denke, man bleibt weiter beim Ausgraben, das geht schneller und effektiver.
es geht ja auch nicht darum, die Rohstoffe über die Pflanzen zu "ernten", sondern die Exploration kostengünstiger und ökologischer zu gestalten... Eine Bohrung kostet ein Vermögen. Wenn man anhand der vorhandenen Vegetation bereits feststellen kann, dass die Rostoffe nicht vorhanden sind, kann man sich diese sparen. Sind welche vorhanden, kann man eine Bohrung starten, um zu schauen, ob sich das schürfen lohnt.
5. @kimbo-2014
dazent20 23.10.2013
ich vermute, dass sie es falsch aufgefasst haben. man möchte damit nur unnötige bohrungen vermeiden: wo kein gold in den blättern, da keine bohrungen nötig. das gold wird dann auf die gewohnte art und weise gewonnen.
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