Umweltschäden Australien investiert Millionen für Rettung des Great Barrier Reef

Klimawandel und Umweltverschmutzung setzen dem Great Barrier Reef an der Ostküste Australiens zu. Jetzt will die Regierung Millionen in die Rettung des Weltnaturerbes investieren.

Abgestorbene Hirschgeweih-Korallen am Great Barrier Reef (Archivbild von 2016)
DPA/ Australian Research Council/ Coral Reef Studies

Abgestorbene Hirschgeweih-Korallen am Great Barrier Reef (Archivbild von 2016)


Australiens Regierung will das Great Barrier Reef mit einer dreistelligen Millionensumme retten. Rund 500 Millionen australische Dollar - umgerechnet 312 Millionen Euro - würden für die Regenerierung und den Schutz des Ökosystems aufgeboten, sagte Umweltminister Josh Frydenberg am Sonntag im Sender ABC.

Das Geld soll unter anderem für die Wiederherstellung der geschädigten Korallenriffe, die Verbesserung der Wasserqualität sowie die Bekämpfung aggressiver Seesterne eingesetzt werden. Mit der "größten Investition" ihrer Art in Australiens Geschichte solle die Zukunft des Riffs gesichert werden, sagte der Minister.

Das Ökosystem an der Nordostküste des Landes erstreckt sich über eine Gesamtlänge von 2300 Kilometern und beheimatet mehrere Millionen Arten von Meereslebewesen. Allerdings ist das Riff stellenweise schwer beschädigt, infolge von Umweltverschmutzung oder Klimaveränderungen etwa. Zuletzt hatte eine Hitzewelle in den Jahren 2016 und 2017 den Korallenriffen schwer zugesetzt.

Korallen sind Nesseltiere, die mit Algen in einer Gemeinschaft zum gegenseitigen Nutzen leben. Bei hohen Temperaturen werden die Algen giftig, die Korallen stoßen sie ab und verlieren ihre Farbe, was zum Tod der Korallen führen kann - aber nicht muss. Viele Algen kommen zurück, wenn das Wasser wieder kühler wird. Das sei 2016 leider nicht der Fall gewesen, schrieb der Korallenforscher Terry Hughes damalsim Wissenschaftsmagazin "Nature": "Wir haben von März bis November 2016 im gesamten Great Barrier Reef durchschnittlich 30 Prozent der Korallen verloren."

In einem Tweet beschrieb er damals, wo der Schaden am größten war. "Wir haben uns die Auswertung der Luftbilder angesehen. Und dann haben wir geweint."

Hilfsgelder sollen auch Anreize für die Landwirtschaft bringen

Mit dem Geld sollen unter anderem Anreize für Landwirte geschaffen werden, ihre Bewirtschaftungsmethoden zu ändern und die Menge von Pestiziden zu verringern, die in das Riff abfließt. Laut Frydenberg bleibt der Klimawandel die größte Bedrohung für das Ökosystem. Trotz der jüngsten Schäden sei das Great Barrier Reef aber "erstaunlich widerstandsfähig".

Von dem Riff, das eine wichtige Touristenattraktion ist, hängen nach Frydenbergs Angaben knapp 64.000 Jobs ab. Der Wirtschaft des Landes bringe es knapp 3,7 Milliarden Euro jährlich. Das Great Barrier Reef sei "ein natürliches, nationales und internationales Symbol", so der Minister. "Das ist der Grund, warum wir so entschlossen sind, es auch für künftige Generationen zu erhalten."

Zuletzt hatte die Regierung Anfang des Jahres in einer weltweiten Ausschreibung zwei Millionen australische Dollar für Konzepte zur Rettung der Korallen im Great Barrier Reef angeboten, umgerechnet rund 1,3 Millionen Euro. "Dies ist eine offene Einladung an unsere größten Wissenschaftler", hatte Frydenberg damals gesagt. Man erhoffe sich "innovative Lösungen" zum Schutz der Korallen und für die Genesung beschädigter Riffe.

oka/dpa



insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Ökofred 29.04.2018
1. Wasserkühlung?
Leider ist das etwas heuchlerisch von der autralischen Regierung, die ja dem Klimawandel skeptisch gegenüber steht und massiv den Kohleabbau fördert (zB mit einem grossen Verschiffungshafen bei Townsville, also genau am Great Barrier Reef).
touri 29.04.2018
2.
Jetzt erst? Ein bisschen spät, den ich vermute, dass die meisten Maßnahmen, die man ergreifen kann, Jahre brauchen, bis sie sich positiv auf die Korallen auswirken.
thequickeningishappening 29.04.2018
3. Der Schaden ist in Menschenjahren gerechnet irreparabel
Die Durchschnittstemperatur im Pazifik geht hoch und nicht runter! Ich habe 30 Jahre am Reef gelebt und schon 1986 ( wir hatten professionelle Hobby Taucher zu Besuch) gab's den Vergleich:Rotes Meer, Brasilien, GBR - no good! Ich weiß was auf den großen Monokulturen gespritzt wird + Nitrate + Kohleverladung - Die 500 Millionen sind Kosmetik!
Eisenbein 29.04.2018
4. Umweltschutz?
Reine Heuchelei: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/Great-barrier-reef-australien-genehmigt-kohlehafen-in-riff-naehe-a-1069157.html
Beat Adler 29.04.2018
5. Das Meerwasser wird gleichzeitig waermer und weniger basisch.
Das Meerwasser wird gleichzeitig waermer und weniger basisch. Dieser, seit Jahrzehnten stabile, Trend wird durch die Erhoehung des CO2 Gehaltes der Athmosphaere befoerdert und verstaerkt. Noch so grosse Summen der Australier werden ihn weder stoppen oder gar umkehren. mfG Beat
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.