Australien Zäune sollen Krötenplage eindämmen

Millionen von Aga-Kröten leben in Australien und bedrohen dort ansässige Tierarten. Die Australier versuchen, die riesigen Amphibien mit allen Mitteln zurückzudrängen. Als effektiv könnten sich simple Zäune erweisen - wenn sie an der richtigen Stelle stehen.

Aga-Kröte: Zäune um Wasserstellen sollen die Verbreitung der Amphibien eindämmen
REUTERS

Aga-Kröte: Zäune um Wasserstellen sollen die Verbreitung der Amphibien eindämmen


Sie können zwei Kilogramm schwer und gut 20 Zentimeter lang werden, dazu verfügen sie noch über Giftdrüsen, kurz: Aga-Kröten erscheinen nicht als sonderlich sympathische Zeitgenossen. In Australien sind die Amphibien regelrecht verhasst - wobei der Mensch dafür verantwortlich ist, dass die Kröten inzwischen große Gebiete des Kontinents bevölkern. In den Dreißiger Jahren wurden hundert Aga-Kröten importiert, um Ungeziefer auf Zuckerrohrplantagen zu beseitigen. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Art, deren Weibchen auf einen Schlag bis zu 35.000 Eier legen können, selbst zur Plage.

Fluten und künstliche Wasserstellen halfen den Kröten dabei, sich auszubreiten. Wie alle Amphibien sind sie auf einen regelmäßigen Zugang zu Wasser angewiesen - allzu große Trockengebiete können sie daher nicht überwinden. Forscher um Daniel Florence von der University of Sydney haben jetzt untersucht, ob Zäune um diese Wasserstellen die Plage eindämmen. Schon eine 60 Zentimeter hohe Sperre um Tränken oder aufgestautes Wasser genüge, um die giftigen Kröten vom lebenswichtigen Nass abzuhalten, schreiben Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B" .

Eine künstliche Wasserstelle ziehe die Kröten in weitem Umkreis an, berichten die Wissenschaftler. Die Tiere seien schon an Wasserstellen gesehen worden, die 9,5 Kilometer vom nächsten natürlichen Gewässer entfernt gewesen seien. Die Forscher umzäunten künstliche Wasserstellen, sammelten die Tiere jeden Morgen ein und zählten sie.

Wenn Australien die Kröten systematisch von allen künstlichen Wasserstellen in trockenen Regionen fernhalte, könnte das prognostizierte Verbreitungsgebiet in diesen Gebieten deutlich verkleinert werden - von 2,2 auf 1,4 Millionen Quadratkilometer. Das wäre allerdings immer noch rund die vierfache Fläche Deutschlands.

Die Methode sei keine Wunderwaffe gegen Kröten, schreiben die Forscher, aber sie "kann die Zahl der Kröten effektiv reduzieren und sie davon abhalten sich in trockenen Regionen über große Strecken auszubreiten".

Praktische Erfahrung hat der Bürgermeister der Stadt Darwin, Graeme Sawyer. Seine Organisation Frogwatch bereits einige Wasserlöcher eingezäunt - am Abend sitzen die Kröten dann zu Hunderten am Zaun. Das Einsammeln ist ein Kinderspiel. "Innerhalb von vier, fünf Tagen kann man so praktisch die gesamte Population aus einer Gegend entfernen", hatte der Bürgermeister 2010 gesagt. In Bridge Creek Station - rund 120 Kilometer südlich von Darwin - wurden so vor rund einem Jahr in einem 110 Quadratkilometer großen Areal 23.000 Kröten entfernt.

wbr/dpa

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