Skelett-Analyse Australopithecus sediba war schlecht zu Fuß

Halb Mensch, halb Affe - so lässt sich der Körperbau von Australopithecus sediba beschreiben. Durch Analysen von zwei Millionen Jahre alten Knochen wollen Forscher auch ergründen, ob die Vormenschenart zu den Vorfahren des modernen Menschen zählt.

Australopithecus sediba (Rekonstruktion): Körperbau zwischen Mensch und Affe
DPA/ UC of the Witwatersrand/ Lee Berger

Australopithecus sediba (Rekonstruktion): Körperbau zwischen Mensch und Affe


Arme wie ein Affe, Hände, wie ein Mensch. Die Vormenschenart Australopithecus sediba weist in ihrem Körperbau Merkmale des Menschen und affenartiger Wesen auf, zeigt eine Untersuchung von rund zwei Millionen Jahre alten Knochen.

Arme und Schulterblatt seien wie bei einem Affen für das Klettern und Hangeln in Bäumen gemacht, berichten mehrere Forscherteams in sechs Studien im Fachmagazin "Science". Becken, Hände und Zähne hingegen erinnerten eher an menschliche Verwandte. Möglicherweise war Au. sediba, so die Kurzform, ein direkter Vorfahr der Gattung Homo, aus der schließlich auch der moderne Mensch hervorging.

Ein gutes Beispiel für die Mischform des Körperbaus ist der Brustkorb, den Forscher um Peter Schmid untersuchten. Schmid war bis zu seiner Pensionierung an der Universität Zürich tätig. Der obere Brustkorb von Au. sediba war demnach sehr eng, wie es auch bei Orang-Utans, Schimpansen oder Gorillas der Fall ist. Die Schultergelenke waren wie bei einem dauerhaften Schulterzucken hochgestellt.

Der untere Brustkorb hingegen ähnele eher dem des Menschen. Die konische Form habe das Hangeln und Klettern in den Bäumen ermöglicht. Schwierigkeiten hatten die Vormenschen hingegen vermutlich beim aufrechten Gang: "Längere Strecken konnten sie wohl nicht rennen, zumal ihnen das energiesparende Armschwingen fehlte", erläutert Schmid.

Ohnehin war der Gang von Au. sediba den Untersuchungen zufolge ziemlich einzigartig: Die Vormenschen besaßen sehr kleine Fersen, ähnlich denen von Schimpansen, berichten Wissenschaftler um Jeremy DeSilva von der Boston University. Die Füße kippten vermutlich beim Gehen seitwärts stark ein. Dies unterscheide Au. sediba von anderen Australopithecinen.

Der genaue Stammbaum bleibt unklar

Auch die Untersuchung von Unterkiefer und Zähnen sowie der Wirbelsäule zeigten eine Mischung von primitiven und moderneren Merkmalen. Eine Ausnahme bilden die Arme, die - abgesehen von den Händen - überwiegend primitive Züge aufweisen und gut für das Klettern geeignet waren. Die Benutzung der Vorderarme zum Greifen und Manipulieren von Gegenständen sei anscheinend später entstanden, vermutlich mit der Entwicklung des Homo erectus, schreiben Forscher um Steven Churchill von der Duke University in Durham (US Staat North Carolina).

Die Fossilien der Vormenschenart wurden im August 2008 im südafrikanischen Malapa, nahe Johannesburg, entdeckt. Es handelt sich dabei um Überreste von drei Individuen, die seitdem unzählige Male von Forschern unter die Lupe genommen wurden. In den jetzt vorgestellten Studien hatten die Wissenschaftler noch einmal sämtliche Knochen inspiziert.

Noch ist unklar, welche Position in der Entwicklung der Hominiden Au. sediba einnimmt. Es sei denkbar, dass er nicht von der ostafrikanischen Australopithecus-afarensis-Linie abstammt - das ist die Gruppe, aus der auch die berühmte Lucy stammt.

Erst vor kurzem hatten Studien gezeigt, dass diese Vormenschenart noch häufig in Bäumen lebte. Möglicherweise bildet Au. sediba gemeinsam mit Au. africanus eine südafrikanische Schwestergruppe, schreibt Lee Berger von der University of the Witwatersrand in Südafrika.

jme/dpa



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Seite 1
Layer_8 12.04.2013
1. Schlecht zu Fuß
Zitat von sysopDPA/ UC of the Witwatersrand/ Lee BergerHalb Mensch, halb Affe - so lässt sich der Körperbau von Australopithecus sediba beschreiben. Durch Analysen von zwei Millionen Jahre alten Knochen wollen Forscher auch ergründen, ob die Vormenschenart zu den Vorfahren des modernen Menschen zählen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/australopithecus-sediba-vereint-merkmale-von-affe-und-mensch-a-893888.html
Nun, wenn das Wesen auch schlecht zu Fuß war, war es offensichtlich kein gravierender Nachteil, sonst wäre es wohl ausgestorben und hätte kein direkter Vorfahr von uns sein können. Heutzutage sind ja auch viele Leute schlecht zu Fuß und haben deswegen Züge, Autos und Flugzeuge erfunden. Vielleicht ist das "schlecht zu Fuß" sein eher ein gravierender Vorteil im Ökosystem.
emeticart 12.04.2013
2. Hmmm, ...
... nun. Dann müsste der Frage nachgegangen werden, welcher Vorteil / welche Spezialisierung dazu führten, dass Australopithecus sediba*lange genug überleben konnte und sich entsprechend fortentwickeln konnte ...! MfG
geotie 12.04.2013
3. yoooh
Zitat von Layer_8Nun, wenn das Wesen auch schlecht zu Fuß war, war es offensichtlich kein gravierender Nachteil, sonst wäre es wohl ausgestorben und hätte kein direkter Vorfahr von uns sein können. Heutzutage sind ja auch viele Leute schlecht zu Fuß und haben deswegen Züge, Autos und Flugzeuge erfunden. Vielleicht ist das "schlecht zu Fuß" sein eher ein gravierender Vorteil im Ökosystem.
Lieber 'gut im Kopf' als 'schlecht zu Fuß', dazu ein Hang zur Faulheit. Perfekte Mischung um es bis hier her zu schaffen. Bin gespannt, wie es weiter geht, aber leider werde ich es wohl nicht erleben können.
Olaf53 12.04.2013
4. Mit sechzig Jahren
Meines Wissens erreichten Menschen in der Steinzeit ein Durchschnittsalter von dreißig Jahren. Heute bin ich mit sechzig Jahren doppelt so alt. Auch ich bin sehr schlecht zu Fuß, und ein Orthopäde teilte mir mit, das Leiden sei unheilbar. Überdehnung der Fußsehnen. Da kann man nichts machen. Die Menschen der Steinzeit kannten den Zustand nicht, weil sie kaum jemals das Alter erreichten.
papayu 13.04.2013
5. Alles falsch.
Vor einigen Jahren habe ich auf Mindoro gelebt. Ganz in der Naehe lebte ein Stamm Ureinwohner wie vor Tausend Jahren.Im tiefsten Urwald. Nur der Haeuptling sprach ein wenig Englisch!! Nun schauen Sie sich einmal das malaiische Archipel an!! Borneo ist z.B. ganz nah an Australien und Boote hatten auch schon diese vor Tausend Jahren.
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