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Mikroorganismen: Mit 30.000 Bakterien-Arten im Büro

Bakterienhaufen: Darmbakterien wie Escherichia coli finden sich vor allem in Toilettenräumen Zur Großansicht
REUTERS/Eric Erbe/USDA

Bakterienhaufen: Darmbakterien wie Escherichia coli finden sich vor allem in Toilettenräumen

Auch nach Feierabend sind Büros keinesfalls unbelebt. 30.000 Arten von Bakterien leben in Tastaturen, Toiletten und Technikräumen. Die Arten verraten, wofür die Räume genutzt werden.

Oregon/Hamburg - Gebäude und die einzelnen Räume darin haben eigene mikrobielle Ökosysteme. Größe, Nutzung oder Art der Belüftung beeinflussen die Zahl und Art der vorkommenden Bakterien, berichten Forscher im Fachblatt "PLOS One". Es sei denkbar, Häuser künftig architektonisch so zu entwerfen, dass ein für den Menschen möglichst gesundheitsförderndes Umfeld entsteht.

Die Forscher um Steven Kembel von der University of Oregon in Eugene hatten 155 Räume eines viergeschossigen Mehrzweckgebäudes auf dem Campus der Universität untersucht, darunter Lehr- und Büroräume, Toiletten und Flure. Sie saugten aus den Räumen Staub ab und analysierten per Gentest die darin vorkommenden Bakterien.

Insgesamt identifizierten sie mehr als 30.000 verschiedene Arten von Bakterien. Ein Teil davon fanden sie in fast allen Räumen. Diese Bakterien gehörten vornehmlich zu den Stämmen Proteobacteria und Firmicutes. Sie werden häufig in Innenraumproben gefunden und kommen vermutlich am Menschen, mit Erde oder Pflanzen in die Gebäude.

Toiletten sind besondere Lebensräume

Grundsätzlich stellten die Forscher fest, dass sowohl die Funktion und die Form einzelner Räume sowie die Organisation der Räume untereinander die Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft beeinflussten. So fanden sie zum Beispiel in Fluren, Durchgangszimmern und stark frequentierten Räumen andere Arten von Bakterien als in entlegeneren, weniger genutzten Zimmern.

In den Toilettenräumen unterschied sich die Bakteriengemeinschaft erheblich von der in allen anderen Räumen. Wenig überraschend fanden die Forscher dort viele Bakterien, die am und im Menschen leben, etwa Darmbakterien wie Lactobacillen oder Clostridien. In Technikräumen fanden sie hingegen eher Bodenbakterien, die von draußen ins Gebäude gelangen.

Keim-Design für Bürogebäude

In Räumen mit gleicher Nutzung, etwa Büroräumen, entscheidet den Ergebnissen zufolge vor allem die Art der Belüftung über die Zusammensetzung der Bakterien, berichten die Forscher weiter. In Räumen, die mit einer Klimaanlage ausgestattet sind, fanden sie eine überraschend hohe Anzahl von Bakterien der Gattung Deinococcus.

Dazu gehört etwa der Keim Deinococcus radiodurans, der für seine hohe Toleranz gegen Hitze, Austrocknung und UV-Stress bekannt ist. Möglicherweise sorge die oft trockene Luft der Klimaanlagen zusammen mit dem durch Fenster einfallenden UV-Licht für eine Selektion dieser Bakterien. In Räumen, die durch Öffnen des Fensters belüftet werden, fanden die Forscher hingegen eher Keime, die überlicherweise im Boden und an Pflanzen zu finden sind.

Es seien weitere Untersuchungen nötig, um zu verstehen, wie sich die verschiedenen Bakteriengemeinschaften auf die Gesundheit des Menschen auswirken. Bisher wisse man bei dem Großteil der Bakterien nicht, ob sie einen positiven, negativen oder überhaupt keinen Einfluss auf den Menschen haben. Ihre Untersuchung zeige jedoch, dass sich über das Design von Gebäuden die Art darin lebender Keime beeinflussen lasse, schreiben die Forscher.

che/dpa

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insgesamt 13 Beiträge
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1. Und?
herbfischer 03.02.2014
Auf jedem Bauernhof findet man noch weitaus mehr Bakterien, und die Kinder wachsen viel gesünder auf als Stadtkinder.
2. Wow
?denken! 03.02.2014
Was für eine Sensation! Es gibt tatsächlich unterschiedliche Bakterien in verschiedenen Räumen. Im Ernst: gibt es wirklich nichts dringenderes zu erforschen (und zu berichten) als Allgemeinplätze? Wesentlich interessanter wäre doch gewesen, ob sich irgendwelche Veränderungen (z.B. Resistenz) der Bakterien finden. Das wäre aber wohl zu anstrengend. Bakterien zählen kann auch die Hilfskraft erledigen und der Prof hat wieder eine Veröffentlichung.
3. Keimfrei
svizzero 03.02.2014
Hoffentlich leben wir bald keimfrei. Dann stirbt die Menschheit in wenigen Wochen oder Monaten aus und die Welt wird definitiv eine Bessere sein.
4. Erfreuliche Entwicklung
reinhard-s 03.02.2014
Zitat von herbfischerAuf jedem Bauernhof findet man noch weitaus mehr Bakterien, und die Kinder wachsen viel gesünder auf als Stadtkinder.
Auf einem Bauernhof findet man mehr Bakterien und die Kinder sind gesünder. Nach dieser Logik sollten möglichst viele Bakterien in den Büroräumen sein, umso gesünder sind die Menschen. Man übersieht hierbei, dass Bakterien unterschiedlich gefährlich sind. Gegen manche nutzt auch eine Kindheit auf Bauernhöfen nichts.
5. Was
forumgehts? 03.02.2014
Zitat von sysopREUTERS/Eric Erbe/USDAAuch nach Feierabend sind Büros keinesfalls unbelebt. 30.000 Arten von Bakterien leben in Tastaturen, Toiletten und Technikräumen. Die Arten verraten, wofür die Räume genutzt werden. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/bakterien-im-buero-mikroorganismen-in-firmenraeumen-a-950641.html
haben die Burschen (?) denn im Büro verloren? Wer hat die angestellt? Sofort rauswerfen, oder stehen die unter Kündigungsschutz?
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