Goldgräber: Bakterien verwandeln gelöstes Edelmetall in Mini-Barren

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Goldener Lebensraum: Bakterien schützen sich mit Verwandlung vor giftigen Ionen

Mit einem biochemischen Prozess verwandeln Bakterien giftige Gold-Ionen in unschädliche Klümpchen des Edelmetalls. Australische Forscher vermuten, dass Bakterien mit diesem Trick Gold sogar im felsigen Untergrund lösen können - für eine Nuggets-Produktion im großen Stil taugt die Methode wohl nicht.

Boston/Hamilton - Bakterien verwandeln gelöstes Gold in winzige Klümpchen puren Edelmetalls. Sie schützen sich somit vor den Gold-Ionen, die im Gegensatz zum festen Metall giftig seien, schreiben kanadische Forscher im Fachjournal "Nature Chemical Biology".

Das Team um Nathan Magarvey von der McMaster University Hamilton analysierte das Bakterium Delftia acidovorans. Es finde sich als Biofilm auf Gold-Nuggets und sei zusammen mit dem Bakterium Cupriavidus metallidurans für die Mehrheit solcher biochemischen Gold-Umwandlungsprozesse verantwortlich. Die Mikroorganismen können damit an Orten leben, die für andere Bakterien zu giftig sind.

In ihrer Studie suchten die Forscher nach einer Erklärung, warum Delftia acidovorans im Umfeld der Gold-Ionen bestehen kann. Ihr Ergebnis: Die Zellen der Mikroben scheiden ein Molekül aus, das die Ionen zusammenbringt. So entstehen Nanopartikel, die nicht mehr giftig sind. Das Peptid-ähnliche Molekül, also eine Art kleines Protein, heißt Delftibactin A.

Der australische Forscher Joël Brugger von der University of Adelaide vermutet sogar, dass Bakterien Gold im felsigen Untergrund Australiens lösen und so kleine Goldkörner schließlich in andere Erdschichten gelangen könnten. Gold in rauen Mengen zu produzieren, ist mit dem biochemischen Prozess allerdings nicht möglich.

nik/dpa

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