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Bangladesch: Naturschützer entdecken Tausende seltene Delfine

Sie gelten als äußerst selten und gefährdet - jetzt hat eine Naturschutzorganisation in Bangladesch Tausende Irawadi-Delfine entdeckt. Doch die Tiere laufen auf längere Sicht Gefahr, sich in Fischernetzen zu verfangen und zu ertrinken.

Dhaka - Irawadi-Delfine ernähren sich von Krebstieren, Fischen und Kopffüßern - und gelten als gefährdet. Die größten bisher bekannten Vorkommen zählten jeweils höchstens wenige hundert Individuen. Nun wollen Tierschützer in Bangladesch bei einer gezielten Suche Tausende der Tiere entdeckt haben.

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Wissenschaftler der Organisation Wildlife Conservation Society zählten im Süßwasser der sogenannten Sundarbans - ein gigantischer Mangrovenwald im Mündungsgebiet mehrerer Flüsse - und im Golf von Bengalen fast 6000 Irawadi-Delfine. Die Tiere sind mit den Orcas verwandt und werden bis 2,50 Meter lang.

Der Irawadi-Delfin lebt in großen Flüssen, Mündungsgebieten und Süßwasserlagunen in Süd- und Südostasien. Seit vorigem Jahr steht er als gefährdete Art auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN. Wie viele Exemplare es überhaupt noch gibt, wissen Forscher nicht genau.

"Die Entdeckung gibt uns große Hoffnung, dass die Irawadi-Delfine eine Zukunft haben", erklärte der Leiter der Studie, Brian Smith. Das Gebiet an der Grenze zwischen Indien und Bangladesch, das die Unesco im Jahr 1987 zum Weltkulturerbe erklärt hat, diene den Tieren eindeutig als wichtige Zuflucht. Daher müsse ihr Schutz in der Region höchste Priorität haben, forderte Smith. Ainun Nishat, IUCN-Chef in Bangladesch, sieht in dem Fund ein Anzeichen dafür, dass "die Ökologie in der Region noch nicht tot" ist. Es gebe reichlich Nahrung, vor allem Fisch, für die Delfine.

Jetzt müsse zu ihrem Schutz die Fischerei in der Region eingeschränkt werden. Die Studie berichtet von einer wachsenden Gefahr für die Delfine, sich in Fischernetzen zu verfangen und zu ertrinken. Auch der Anstieg des Meeresspiegels als Folge des Klimawandels ist demnach eine Bedrohung, weil das Süßwasser landeinwärts gedrängt wird.

chs/AP

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