Barriere aus Insekten Bienen schützen Dörfer vor Elefanten

Wie lassen sich Siedlungen in Afrika vor Elefanten schützen? Eine Biologin hat eine natürliche Abwehrtechnik entwickelt: einen Zaun mit Bienen-Körben. Bereits das Summen schlägt Dickhäuter in die Flucht.

Zäune mit Bienenkörben: Schutz für afrikanische Dörfer
UNEP

Zäune mit Bienenkörben: Schutz für afrikanische Dörfer


Hamburg - Zum Schutz afrikanischer Plantagen und Dörfer vor trampelnden Elefanten bedarf es keiner Hightech-Anlagen - Bienen dienen dem gleichen Zweck. Die britische Biologin Lucy King entwarf eine Umzäunung mit Bienenkörben, deren Bewohner ausschwärmen, sobald ein Elefant den Draht berührt.

Da die bis zu sieben Tonnen schweren Tiere Angst vor den kleinen Insekten haben, nehmen sie nach Angaben der Wissenschaftlerin Reißaus. Denn auf Bienenstiche in den Rüssel oder rund um die Augen reagieren die an anderen Stellen durch ihre dicke Haut geschützten Elefanten äußerst empfindlich.

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) zeichnete King im norwegischen Bergen jetzt für ihre Idee aus. In Kenia konnten mit Hilfe der Bienenabschreckung bereits Anpflanzungen in mehreren Dörfern davor bewahrt werden, von Elefantenherden zerstört zu werden. Der deutsche Direktor der UNEP mit Sitz in Nairobi, Achim Steiner, erklärte, Kings Forschungen zeigten, dass "Arbeit mit der Natur, statt gegen sie" der Menschheit helfen könne.

Mit der neuen Methode könnten auch Elefanten gerettet werden: Das Erschießen der Tiere zum Schutz von Siedlungen werde überflüssig, erläutert King. Gleichzeitig könnten Dorfbewohner ihr Einkommen durch den Verkauf von Honig steigern.

Eigentlich haben die mächtigsten an Land lebenden Säugetiere, abgesehen vom Menschen, keine Feinde. Umso überrascher waren Forscher, die detailliert nachgewiesen konnten, dass Bienen Elefanten in die Flucht schlagen können: Wenn die Insekten in großer Zahl angreifen, suchen ganze Elefantenfamilien das Weite. Dafür genügt schon das Summen der Flügel, wie Forscher jetzt beobachtet haben.

Die Wissenschaftler hatten Elefantenfamilien in Kenia mit Tonaufnahmen summender Bienenschwärme konfrontiert - mit eindeutigem Ergebnis: Fast die Hälfte der untersuchten Herden fing innerhalb von zehn Sekunden an, sich wegzubewegen.

boj/AFP

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
timewalk 24.11.2011
1. Gestochen scharfe Beobachtungsgaben
Zitat von sysopWie lassen sich Siedlungen vor Elefanten schützen? Eine Biologin hat eine biologischen*Abwehrtechnik entwickelt: Einen Zaun mit Bienen-Körben. Bereits das Summen*schlägt*Dickhäuter in die Flucht. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,799724,00.html
Funktioniert übrigens auch bei der Spezies Mensch, meistens jedenfalls.
Meckermann 24.11.2011
2. Killerbienen
Zitat von timewalkFunktioniert übrigens auch bei der Spezies Mensch, meistens jedenfalls.
Honigbienen sind im Grunde recht freidfertig. Solange man nicht drauf tritt oder sich in die Einflugschneise zum Stock stellt, hat man wenig zu befürchten.
frank4979 24.11.2011
3. ////
Schoener Ansatz, hat fuer die Menschen dort ja was gutes ("koennen gleichzeitig mit dem Honigverkauf ihre Einkommen aufbessern") aber wer denkt das die dann auf das Abschlachten von Elefanten verzichten, irrt sich gewaltig, oder wieviel Honig sollen die verkaufen um auf den "Erloes" eines Stosszahns zu kommen? Ausserdem ist das "verkaufen" viel zu anstrengend, schiessen ist einfacher.
s.s.t. 24.11.2011
4. ...
Zitat von MeckermannHonigbienen sind im Grunde recht freidfertig. Solange man nicht drauf tritt oder sich in die Einflugschneise zum Stock stellt, hat man wenig zu befürchten.
Die afrikanische Hochlandbiene (afrikanische Honigbiene) ist allerdings deutliche agressiver als die europäischen Arten. Und vielleicht wissen die Elefanten ;-)
Dumme Fragen 24.11.2011
5. Hä? Kann nicht sein!
Afrika retten ohne Gentechnik oder sowas? Mit simplen "Hausmitteln"? Mit Bienen?? Schlimm, wenn sich das rumsprechen würde...
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