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China: Drakonische Strafen für Verzehr bedrohter Tiere

Bedrohte Arten: China greift beim Artenschutz durch Fotos
REUTERS

China greift beim Artenschutz zu harten Maßnahmen: Wer beim Verzehr gefährdeter Spezies erwischt wird, soll für mehr als zehn Jahre ins Gefängnis. Auch auf den Kauf bedrohter Tiere stehen künftig mehrjährige Haftstrafen.

China hat bisher in Sachen Tierschutz nicht eben eine ruhmreiche Rolle gespielt: Das Land gilt als einer der größten Absatzmärkte für Tierprodukte wie Nashorn, Elfenbein, Bärengalle oder Tigerknochenpulver. Das Resultat: Schwarzmarktpreise liegen auf Rekordhöhe, die Wilderei nimmt insbesondere in Afrika erschreckende Ausmaße an.

Inzwischen aber ergreift Peking immer härtere Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Arten. Erst im Januar ließ die Regierung sechs Tonnen beschlagnahmtes Elfenbein zerstören. Jetzt wird der Verzehr geschützter Tiere unter Strafe gestellt. Der Ständige Ausschuss des Nationalen Volkskongresses fasste am Donnerstag einen Beschluss, laut dem 420 Arten wilder Tiere als gefährdet oder vom Aussterben bedroht gelten.

Auf der Liste stehen unter anderem Riesenpandas, Goldaffen, Schwarzbären und die chinesischen Schuppentiere. Wer ein solches Tier isst, soll künftig mit mehr als zehn Jahren Haft bestraft werden, wie chinesische Staatsmedien berichteten. Auf den wissentlichen Kauf illegal gejagter Tiere stünden künftig bis zu drei Jahre Gefängnis.

Auf der Roten Liste der Internationalen Union für die Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen (IUCN) mit Sitz in der Schweiz werden mehr als 11.000 bedrohte Tierarten geführt, die zunehmend weltweit gehandelt werden. In der traditionellen chinesischen Medizin und in Delikatessen werden eine Reihe von Körperteilen gefährdeter Tiere wie Nashörnern, Tigern oder Haifischen verwendet. Der zunehmende Wohlstand in China und anderen asiatischen Ländern treibt die Nachfrage nach diesen Mitteln nach oben.

mbe/AFP

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insgesamt 17 Beiträge
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1. Und was ist mit den Bären
mcvitus 25.04.2014
deren Galle unter unsäglichen Bedingungen und Schmerzen "gemolken" wird, was mit den Hunden, den Schlangen die lebendig gehäutet werden usw. usw. Was hier beschlossen wurde ist noch nicht mal der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Es kann nicht nur um bedrohte Tierarten gehen sondern auch darum, millionenfaches Tierleid endlich zu beenden. Nach dieser Initiative traue ich das China auf lange Sicht allerdings eher zu als der ichverliebten westlichen Welt.
2. so langsam wacht auch Deutschland auf!
Spiegelleserin57 25.04.2014
zumindest gibt es nun auch einige unangemeldete Kontrollen , ein kleiner Anfang! Die gezeigten Exponate des russischen Zolls findet auch der deutsche Zoll. Nur fehlt hier der Bericht darüber!
3. Auch Hund und Katze
hasenherz 25.04.2014
Die Chinesen essen auch nicht bedrohte Tiere wie Hunde und Katzen. Schon mal gesehen, wie die armen Tiere gehalten werden? Erinnert an unsere Massentierhaltung der Hühner und Kaninchen, der Schweine und Lämmer und Kälber. Wo ist der Unterschied? Es gibt keinen! Und das Bild von dem Affen im Käfig - schauen Sie doch mal in unsere Tierversuchslabore rein. Da leben 1000e von Affen so! Wir essen sie nicht, aber experimentieren an Ihnen - wo ist der Unterschied? Es gibt keinen!
4. naja, immerhin ein erster Schritt
olli-e 25.04.2014
aber es sollte Aufklärung erfolgen, Bildung, ein Wissen, dass die Wirkungen alles Aberglaube ist, nu so wird die Jagd wirklich eingedämmt, in anderen Bereichen reichen ja leider hohe Strafen auch nicht aus.
5. Prima....
simbally 25.04.2014
wie erwähnt, es gebe noch viel zu kritisieren...und viel zu tun, auch in Deutschland,....aber es ist schön zu wissen das sich etwas tut ;)
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