Bedrohte Menschenaffen Zahl der Berggorillas steigt wieder

1004 Berggorillas leben im östlichen Afrika, berichten Forscher und zeigen imposante Bilder der Menschenaffen. Trotzdem bleibt die Art vom Aussterben bedroht.

Martha Robbins/MPI-EVA

Die Zahl der in Freiheit lebenden Berggorillas (Gorilla beringei beringei) ist wieder über 1000 gestiegen, berichten das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der kongolesische Virunga-Nationalpark. Bei der Zählung, an der unter anderem auch der WWF beteiligt war, dokumentierten Forscher 1004 Tiere.

Die meisten von ihnen leben im Bereich der Virunga-Berge im Grenzgebiet zwischen Kongo, Ruanda und Uganda. Dort hat die Zahl der im Bestand gefährdeten Menschenaffen innerhalb von acht Jahren von 480 auf 604 Primaten zugenommen. Zudem gebe es weiterhin 400 Tiere im Bwindi-Nationalpark in Uganda, heißt es in einer Pressemitteilung.

Neben Feldforschung in den Jahren 2015 und 2016 gaben den Wissenschaftlern Erbgutanalysen Hinweise auf den Berggorilla-Bestand. "Dies ist eine der seltenen Erfolgsgeschichten im Naturschutz", sagt Martha Robbins, vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. Der Anstieg sei das Ergebnis harter Arbeit des Parkpersonals vor Ort, die Menschenaffen zu schützen. Die Art bleibe aber dennoch durch Wilderei und Krankheiten bedroht.

Wildhüter in Lebensgefahr

Im kongolesischen Virunga seien dieses Jahr schon acht Gorillababys zur Welt gekommen, erklärte der Nationalpark. Im gleichen Zeitraum verloren acht Wildhüter des Parks bei Kämpfen mit örtlichen Milizen ihr Leben.

Berggorillas sind seit Jahrzehnten gefährdet. In den Fünfzigern schätzten Experten die Population auf wenige hundert Tiere. Ende der Achtziger waren es ungefähr 620. Seither scheint sich der Bestand allmählich zu erholen. Berggorillas gelten damit als einzige Gorilla-Unterart, die sich positiv entwickelt. Bei der Weltnaturschutzunion IUCN gelten sie aber weiterhin als vom Aussterben bedroht.

Kleines Verbreitungsgebiet

Berggorillas leben in Wäldern auf 2200 bis 4000 Metern Höhe. Die Familien werden von einem erwachsenen Männchen angeführt. Oft duldet das Alphamännchen keine anderen geschlechtsreifen männlichen Artgenossen. Es gibt aber auch Gruppen, in denen diese akzeptiert werden, solange sie sich dem Gruppenführer unterordnen.

Berggorillas leben ausschließlich in dem kleinen, oben beschriebenen Verbreitungsgebiet und sind bei Touristen beliebt. Das trägt derzeit zu ihrem Schutz bei. Die Besucher bringen Geld ins Land und machen den Erhalt der Population somit auch für die Regierung und einen Teil der Bevölkerung finanziell lohnenswert.

Video: Der Artenschützer Karl Ammann

SPIEGEL TV

jme/dpa



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