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Energieagentur-Prognose: 2030 erreicht Ökostrom 60 Prozent

Kraftwerk nahe Hengshui in China: Anzeichen für die Energiewende Zur Großansicht
AFP

Kraftwerk nahe Hengshui in China: Anzeichen für die Energiewende

In 15 Jahren könnte Strom großteils aus erneuerbaren Energien stammen, meint die Internationale Energieagentur. Entscheidend sei, den Höhepunkt des Treibhausgasausstoßes in spätestens fünf Jahren zu erreichen.

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Bisher haben nur 40 Staaten Ziele zur Abgasminderung eingereicht. Die Klimaschutzziele der Staatengemeinschaft reichten nicht aus, die zu erwartende globale Erwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen, behauptet die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem neuen Bericht.

Die angekündigten Absichten, den Ausstoß von Treibhausgasen zu mindern, liefen auf eine weltweite Erwärmung von 2,6 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts hinaus, danach weiter stark steigend. Zwar lässt sich die zu erwartende Erwärmung nur sehr ungenau bestimmen, weshalb Experten das Zwei-Grad-Ziel kritisieren. Gleichwohl sei es die einzige Größe, die zielgerichteten Klimaschutz ermögliche, meinen andere.

Die IEA hat berechnet, wie die Wende zu schaffen sein könnte - entscheidend sei der Beschluss der Uno-Klimakonferenz im Dezember: Würde die Staatengemeinschaft dort festschreiben, beim Ausstoß von Treibhausgasen bereits 2020 den Höhepunkt zu erreichen, könnten Wind, Sonne und Wasserkraft schon in 15 Jahren weltweit Kohle und Öl als wichtigste Energiequellen bei der Stromerzeugung ablösen, heißt es im neuen Klimabericht der Energieagentur, der am Montag in London vorgestellt wurde.

Wende möglich

Den größten Beitrag zum Treibhauseffekt liefere die Energieerzeugung: Der Energiesektor produziere doppelt so viel Treibhausgas wie alle anderen Energieverbraucher zusammen. "Jedes Abkommen, das in Paris erzielt wird, muss sich auf den Energiesektor konzentrieren", sagte IEA-Chefökonom Fatih Birol.

Hier sei eine Wende möglich: "2030 können 60 Prozent der Stromerzeugung aus Erneuerbaren kommen", betonte er. Birol erklärte, die weltweiten Emissionen hätten 2014 erstmals nicht zugenommen, obwohl die Weltwirtschaft um drei Prozent gewachsen sei.

Zuletzt haben neben Politikern auch Unternehmen signalisiert, eine Energiewende zu unterstützen: Sieben große Industrienationen, darunter Deutschland - die G7-Länder - hatten vergangene Woche im bayerischen Elmau beschlossen, im Laufe des Jahrhunderts komplett aus fossilen Energieträgern auszusteigen, also aus Kohle, Öl und Erdgas.

Bereits zuvor hatten sich mehrere Großinvestoren aus Geldanlagen in Firmen zurückgezogen, die vor allem auf fossile Energieträger setzen. Dazu gehört auch der norwegische Pensionsfonds, einer der größten Geldanleger weltweit, der die norwegischen Steuereinnahmen aus der Ölgewinnung verwaltet.

400 Milliarden Dollar pro Jahr

Eine entscheidende Rolle kommt dem mit Abstand größtem CO2-Verursacher zu - China: Das Riesenreich hatte 2014 erstmals den Ausstoß von Treibhausgasen bei der Kohleverstromung nicht mehr gesteigert; in den ersten vier Monaten 2015 ist laut der Umweltorganisation Greenpeace sogar ein Rückgang zu erkennen. Womöglich koppelte sich der CO2-Ausstoß in China vom Wirtschaftswachstum ab, meinen die Experten.

Die Energieagentur erklärte, um die Ziele zu erreichen, müsste die Industrie Energie effizienter nutzen, alte Kohlekraftwerke abgeschaltet und die Subventionen für Verbraucher fossiler Energieträger abgeschafft werden. Die Investitionen in erneuerbare Energien bei der Stromgewinnung müssten bis 2030 von 270 Milliarden Dollar auf 400 Milliarden Dollar erhöht werden. Die IEA mit Sitz in Paris berät 29 große Länder in Energiefragen, darunter Deutschland und die USA.

Vergangene Woche war die Uno auf einer Konferenz in Bonn kaum vorangekommen bei der Verfassung eines Welt-Klimavertrags.

Zusammengefasst: Die Internationale Energieagentur IEA rechnet in ihrem neuen Bericht vor, wie der globale Umstieg zu erneuerbaren Energien zu schaffen wäre. Auf der Uno-Klimakonferenz im Dezember müsste beschlossen werden, den Gipfel der CO2-Emissionen 2020 zu erreichen. Alte Kohlekraftwerke müssten abgeschaltet und die Subventionen für Verbraucher fossiler Energieträger abgeschafft werden.

So steht es um den Welt-Klimavertrag

boj/dpa/reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 630 Beiträge
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1. Rechnerisch
spiegkom 15.06.2015
"Birol erklärte, die weltweiten Emissionen hätten 2014 erstmals nicht zugenommen, obwohl die Weltwirtschaft um drei Prozent gewachsen sei." Warten wir ab, was die Messungen bald sagen.
2.
Aquifex 15.06.2015
Auch hier nochmal: Die Erzeugung ist gar nicht das Problem, sondern die Speicherung, um EE Strom grundlastfähig zu machen. Wenn die steht, ist EE Strom ein No-Brainer! ...bis dahin ist er nur teuer...
3.
rainerseiferth 15.06.2015
Aus gut klingenden Meldungen könnten gute Meldungen werden wenn weiterhin Druck auf Regierungen und Energieunternehmen ausgeübt wird und sich die Regierungen etwas kreativer verhalten. Noch immer ist Deutschland weltweit Spitzenreiter in der Braunkohleverstromung! Was eigentlich spricht dagegen, eine etwas längere Laufzeit für Kernkraftwerke mit einem schnelleren Aus für die Kohlekraft zu koppeln und gleichzeitig die Kosten für ein atomares Endlager im Paket zu verhandeln? Letzteres gerät ja völlig aus dem Blickfeld.
4. Gleich kommen Sie wieder
chaps 15.06.2015
...diejenigen die Behaupten Klimawandel gibt es nicht, oder ist nicht vom Menschen beeinflusst. Schon klar, es kann ja auch keinen Effekt haben, wenn man das CO2 welches über Millionen von Jahren in Boden gebunden wurde, innerhalb von einigen Jahrzehnten in die Atmosphäre pustet. Wie soll das auch das Klima beeinflussen.
5. Kognitive Dissonanzen
eniack 15.06.2015
Im vierten Absatz ist zu lesen: "Den größten Beitrag zum Treibhauseffekt liefere die Energieerzeugung: Der Energiesektor produziere doppelt so viel Treibhausgas wie alle anderen Energieverbraucher zusammen." Was ist denn das für ein Unsinn? – Die anderen Energieverbraucher gehören also nicht nicht zum Energiesektor und tragen auch nicht zur Energieerzeugung bei?
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