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Skelettfund in Mexiko: Erste Siedler Amerikas sollen aus Nordasien stammen

Paul Nicklen /National Geographic

Ein Sturz mit Folgen: Vor 12.000 Jahren fiel ein Mädchen in Mexiko in ein Erdloch und starb. Heute verrät sein fast vollständig erhaltenes Skelett: Wahrscheinlich war es eine einzelne Gruppe aus dem Norden Asiens, die Amerika als erstes besiedelte.

Das Skelett eines Mädchens aus einer mexikanischen Unterwasserhöhle liefert neue Hinweise auf die frühe Besiedlung Amerikas. Der Fund stütze die Theorie, dass der Kontinent zunächst von einer einzelnen Gruppe aus dem Norden Asiens bewohnt wurde. Das habe die Genanalyse der 12.000 bis 13.000 Jahre alten Knochen ergeben, schreibt der Anthropologe James Chatters im Journal "Science". Die 15- bis 16-Jährige sei in ein später geflutetes Erdloch gefallen, in dem Taucher auch Tierknochen fanden.

Die unterschiedliche Schädelform der ersten Einwanderer und der heutigen Ureinwohner Amerikas habe bislang immer wieder Zweifel an der These einer einzelnen Siedlergruppe genährt, erklären die Forscher. Deshalb gibt es die Theorie, dass die ursprünglichen Bewohner des Doppelkontinents und die heutige indigene Bevölkerung aus unterschiedlichen Regionen der Welt stammen. Was also stimmt?

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Skelettfund: Die Reise der ersten Amerikaner
Missionskontrolle unter Wasser

Die neue DNA-Analyse stütze die Ansicht, nach der Menschen aus dem heutigen Asien zunächst vor 18.000 bis 26.000 Jahren die Landbrücke Beringia zwischen Sibirien und Alaska bevölkerten und sich später weiter nach Süden ausbreiteten. Das Erbgut des Mädchens weise Ähnlichkeiten mit dem Genom heutiger indigener Völker in Amerika auf, berichtet das Team um Chatters weiter. Er betreibt eine private Forschungsfirma in Bothell im US-Staat Washington.

Das Skelett war 2007 in einem überschwemmten Höhlensystem auf der Halbinsel Yucatán entdeckt worden. Nach einer Gletscherschmelze war die Höhle einst mit Wasser vollgelaufen. Die Experten fanden dort außer dem fast vollständig erhaltenen Skelett des Mädchens auch Knochen von Säbelzahntigern und frühen Elefantenarten.

Taucher mussten zunächst einen rund zehn Meter tiefen Krater herabsteigen, dann einen Tunnel durchschwimmen und schließlich in eine 30 Meter tiefe Höhle hinabtauchen. "Die Taucher waren die Astronauten dieses Projekts, wir Wissenschaftler die Missionskontrolle", beschreibt Chatters die komplizierte Bergung.

nik/dpa

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1.
Tiananmen 16.05.2014
Unglaublich - das kontrastiert ja nun völlig mit der bisherigen Annahme, dass die amerikanischen Ureinwohner von einer Gruppe von Einwanderern aus Beringia abstammen. Eine andere Theorie hatte es bisher jedenfalls nicht geschafft ernst genommen zu werden - obwohl, ich denke da an die Hypothese, dass auch eine Einwanderung zu Fuß über Grönland, Island und das nie vorhandene gefrorne Nordpolarmeer erfolgt sei oder mit dem Kajak auf der gleichen Route. Dieser Beitrag ist etwa so inhaltsschwer, wie die Mitteilung, dass man in gefluteten Xenotes tauchen muss. Whow!
2. Schon längst bekannt?
r_dawkins 16.05.2014
Ist das nicht schon längst Schnee von gestern, dass die Ureinwohner Nordamerikas über die damals vorhandene Landbrücke über die Aleuten eingwandert sind?
3.
kl1678 16.05.2014
Zitat von TiananmenUnglaublich - das kontrastiert ja nun völlig mit der bisherigen Annahme, dass die amerikanischen Ureinwohner von einer Gruppe von Einwanderern aus Beringia abstammen. Eine andere Theorie hatte es bisher jedenfalls nicht geschafft ernst genommen zu werden - obwohl, ich denke da an die Hypothese, dass auch eine Einwanderung zu Fuß über Grönland, Island und das nie vorhandene gefrorne Nordpolarmeer erfolgt sei oder mit dem Kajak auf der gleichen Route. Dieser Beitrag ist etwa so inhaltsschwer, wie die Mitteilung, dass man in gefluteten Xenotes tauchen muss. Whow!
eine Theorie, die die zu der Zeit identischen Steinwerkzeuge in Europa und Amerika erklären würde, wenn ich's recht verstanden habe. Wie weit kann so ein Skelettfund denn überhaupt die Frage nach den ersten Einwanderen beantworten?
4.
Demokrator2007 16.05.2014
Zitat von sysopPaul Nicklen /National GeographicEin Sturz mit späten Folgen: Vor 12.000 Jahren fiel ein Mädchen in Mexiko in ein Erdloch und starb. Heute verrät sein fast vollständig erhaltene Skelett: Wahrscheinlich war es eine einzelne Gruppe aus dem Norden Asiens, die Amerika als erstes besiedelte. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/besiedlung-amerikas-skelett-aus-mexiko-verraet-herkunft-aus-nordasien-a-969712.html
Die heutigen Nordamerikaner sind die wahren Wilden, die bringen immer noch andere nach Lust und Laune um.
5. optional
fckw23 16.05.2014
Ich nehme auch an, dass es nicht nur Stenkerfritzen im SPON-Forum gibt. Beweisen konnte ich es bisher nicht. Wenn ich einen Beweis dafür finden würde, würde ich dies auch verkünden, selbst wenn dann Sprüche à la "ist doch Schnee von gestern" kommen würden.
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