Sonderbares Geräusch Biologen entschlüsseln Quak-Mysterium im Meer

Wer quakt denn da? Diese Frage quält Forscher seit Jahrzehnten, als U-Boot-Fahrer erstmals im Südozean geheimnisvolle Geräusche vernahmen. Jetzt kamen Wissenschaftler dem Urheber mit einer Hörprobe auf die Spur.

Südlicher Zwergwal (Balaenoptera bonaerensis): Im Winter unterm Eis
Corbis

Südlicher Zwergwal (Balaenoptera bonaerensis): Im Winter unterm Eis


Hamburg - Vermutlich kamen sich die Seeleute verulkt vor. Sie waren weit hinaus gefahren auf den Ozean - und was bekamen sie zu hören? Quaken wie auf einem Ententeich. Männer auf U-Booten, die in den sechziger Jahren das Südpolarmeer kreuzten, waren die ersten, die von dem sonderbaren Geräusch erzählten, das Wissenschaftler seither rätseln lässt. Es erklingt im Winter und Frühjahr um die Antarktis herum und vor Westaustralien.

Fische standen im Verdacht, eindringende U-Boot-Flotten, Wale und wissenschaftliche Instrumente. Das Quaken erschien besonders seltsam, weil es auch aus zugefrorenen Gewässern tönt. Das akustische Meeresobservatorium des Alfred-Wegener-Instituts hat die Geräusche aufgezeichnet. Sollte es von Tieren stammen, mussten sie wohl unter dem Eis leben, wunderten sich Wissenschaftler.

Nun endlich ist das Rätsel gelöst. Der Südliche Zwergwal (Balaenoptera bonaerensis) erzeuge das Quaken, berichten nun Forscher um Ilse van Opzeeland vom Alfred-Wegener-Institut im Fachblatt "Biology Letters".

Um das Mysterium zu entschlüsseln, musste den Wissenschaftlern etwas gelingen, woran andere gescheitert waren: Geräuschsensoren an Walen anzubringen, die im Verdacht stehen, das Geräusch zu erzeugen. Auf Schlauchbooten waren die Forscher vor Westaustralien auf dem Meer unterwegs. Mit einer Stange manövrierten sie die Sensoren auf den Rücken zweier Wale, wo sie mit Saugnäpfen befestigt wurden. Weil Wale auf der Stelle kehrtmachen und flüchten können, blieben dafür nur wenige Sekunden Zeit.

Die Aufzeichnungen brachten den Beweis: Das mysteriöse Quaken, im Forscherjargon "Bio-Duck" genannt, stammt von den Zwergwalen - die aufgenommenen Signale entsprächen den Frequenzen des Geräusches, berichten die Wissenschaftler.

Nun, da die Zwergwale des Quakens überführt seien, könne man sie besser observieren, erklären die Forscher. Die Tiere seien beliebte Beute japanischer Walfänger. Frühere Tondokumente zeigen, dass die Tiere in ungewöhnlichen Gefilden leben: Auch im Winter bleiben sie in den vom Meereis bedeckten Küstengewässern vor der Antarktis, staunen die Experten.

boj



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Altesocke 24.04.2014
1. Gut zu wissen!
Denkt sich der alte japanische walfaenger. Wenn es quakt,m Leibspeise, eh, wissenschaftliches Material " Nun, da die Zwergwale des Quakens überführt seien, könne man sie besser observieren, erklären die Forscher"
Cococha 24.04.2014
2. Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken
Zitat von AltesockeDenkt sich der alte japanische walfaenger. Wenn es quakt,m Leibspeise, eh, wissenschaftliches Material " Nun, da die Zwergwale des Quakens überführt seien, könne man sie besser observieren, erklären die Forscher"
Seltsam, dass die japanischen "Wissenschaftler" das bei ihren "Forschungen" nicht herausbekommen haben. Ich dachte die seien auf diesem Gebiet führend. Naja, wenn man seine Forschungen mit Messer und Gabel betreibt, kein Wunder. Aber wahrscheinlich wussten sie schon, wie sie an ihre "Forschungsobjekte" kommen. Nur den Rest der Fachwelt (inklusive lästige Umweltaktivisten & Co.) wollten sie an den Erkenntnissen nicht teilhaben lassen. Das wäre ja wirklich mal ein Beitrag bei der Erforschung der Wale gewesen und nicht nur eine schlecht sitzende Maske für das Abschlachten bedrohter Tiere zu kommerziellen Zwecken.
mideal 24.04.2014
3. Jupp.
Zitat von CocochaSeltsam, dass die japanischen "Wissenschaftler" das bei ihren "Forschungen" nicht herausbekommen haben. Ich dachte die seien auf diesem Gebiet führend. Naja, wenn man seine Forschungen mit Messer und Gabel betreibt, kein Wunder. Aber wahrscheinlich wussten sie schon, wie sie an ihre "Forschungsobjekte" kommen. Nur den Rest der Fachwelt (inklusive lästige Umweltaktivisten & Co.) wollten sie an den Erkenntnissen nicht teilhaben lassen. Das wäre ja wirklich mal ein Beitrag bei der Erforschung der Wale gewesen und nicht nur eine schlecht sitzende Maske für das Abschlachten bedrohter Tiere zu kommerziellen Zwecken.
War auch mein erster Gedanke - womit ihre Lügen bewiesen wären und sie eigentlich vor dem Internationalen Gerichtshof für sämtliche Kosten zum Schutz der Wale verklagt werden sollten.
spon_2796431 25.04.2014
4.
Überraschender noch sind die "Star Wars" - Vokalisierungen ihrer Verwandten der Art Balaenoptera Acutorostrata: http://news.nationalgeographic.com/news/2005/03/0330_050330_minkewhales.html (Links funtionieren leider nicht mehr, den Sound gibt's aber z.B. hier: http://www.dosits.org/audio/marinemammals/baleenwhales/minkewhale/ ). Erstaunlich, dass dieses Geräusch rund ein Jahrzehnt früher zugeordnet werden konnte als das "Quack".
townsville 25.04.2014
5. Lobby
Wale haben zwar aus Öko-nostalgischen Gründen eine super Lobby, tatsächlich sind sie für das ökologische Gleichgewicht der Ozeane aber eher unbedeutend und die Jagd durch Japan und Norwegen gefährdet auch die Bestände nicht. Mit viel Blut und Schnellbooten lassen sich aber natürlich abenteuerliche Bilder durch erlebnisorientierte Desperados erzielen. Ernsthafter Natur- und Meeresschutz sieht anders aus, als Anti-Walfang-Aktivismus, aber das ist zu unspektakulär, sowohl für die Action-Aktivisten, wie auch für's Publikum. Keiner spendet für schäbiges Kleinvieh, das muss " majestätisch" sein...
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