Nordostpazifik Blauwal-Bestand erreicht historische Größe

Die Schutzmaßnahmen zeigen Wirkung: Der Bestand kalifornischer Blauwale im Nordpazifik hat sich erholt. Kollisionen mit Schiffen bleiben die größte Gefahr für die Tiere.

Kalifornischer Blauwal: Zahlreiche Kollisionen mit Schiffen
Corbis

Kalifornischer Blauwal: Zahlreiche Kollisionen mit Schiffen


Die kalifornischen Blauwale im östlichen Nordpazifik haben sich anscheinend von der jahrzehntelangen Bejagung erholt. Befürchtungen, dass Kollisionen mit Schiffen den Bestand bedrohten, bestätigten sich in einer Untersuchung US-amerikanischer Wissenschaftler nicht. Die Population sei dort annähernd auf ihren historischen Wert angestiegen. Sie wachse nun nicht weiter, weil die maximale Populationsgröße in dem Gebiet erreicht sei, schreiben die Forscher in dem Fachmagazin "Marine Mammal Science".

Die Forscher um Cole Monnahan von der University of Washington in Seattle hatten unter anderem Daten aus Walzählungen und Fangstatistiken genutzt, um die Entwicklung der Population von 1905 bis ins Jahr 2050 hinein abzuschätzen. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Population derzeit auf 97 Prozent der maximalen Kapazität angewachsen sei. Schätzungen zufolge leben im östlichen Nordpazifik etwa 2200 Tiere.

Desweiteren untersuchten die Forscher den Einfluss von Schiffskollisionen auf die Bestandsentwicklung. Vor allem im Santa Barbara Kanal sei das Risiko für die Blauwale groß, mit einem Tanker oder Frachtschiff zusammenzustoßen. Die Schiffe durchqueren auf ihrem Weg zu den Häfen von Los Angeles oder Long Beach direkt die Nahrungsgründe der Tiere.

Erholung durch umfangreiche Schutzmaßnahmen

Die Forscher schätzen, dass es jedes Jahr mindestens elf Mal zu einer Kollision kommt. Das sei zwar deutlich mehr als die "erlaubte Entnahme" von 3,1 Tieren pro Jahr, die 1972 von den USA im Marine Mammal Protection Act festgelegt wurde. Der Bestand sei aber durch die Unfälle nicht bedroht.

"Unsere Ergebnisse bedeuten nicht, dass man den Schutz der kalifornischen Blauwale nun einstellen kann", wird Monnahan in einer Mitteilung der University of Washington zitiert. "Die kalifornischen Blauwale erholen sich, weil wir die Fänge gestoppt und mit dem Monitoring begonnen haben. Hätten wir das nicht gemacht, wäre die Population an den Rand des Aussterbens gedrängt worden - ein Schicksal, das andere Blauwalpopulationen bedauerlicherweise erleiden."

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Furchenwale: Futter-Organ in der Kieferspitze

Blauwale sind die größten Tiere, die auf der Erde leben und jemals gelebt haben. Sie können eine Größe von mehr als 30 Metern und ein Gewicht von bis zu 190 Tonnen erreichen. Sie kommen in allen Ozeanen der Erde vor und sind als Art als "stark gefährdet" eingestuft. Kalifornische Blauwale leben im östlichen Teil des Nordpazifiks, vom Äquator bis zum Golf von Alaska. Zu sehen sind sie dort am besten in ihren Nahrungsgründen, 30 bis 50 Kilometer vor der Küste Kaliforniens.

nik/dpa

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insgesamt 18 Beiträge
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Alfred Ahrens 08.09.2014
1. Es wuerde ja sehr billig möglich sein Warn-Sonars, sogar mobile
und damit austauschbare den Schiffen mitzugeben, bevor sie in diese Gebiete fahren. Einfach mal machen und nicht nur quatschen !
jeapin 08.09.2014
2.
Natürlich, und ein 300 Meter länger Tanker weicht dann einer möglichen Kollison einfach aus oder legt eine Vollbremsung hin.
7eggert 08.09.2014
3.
Lese ich das richtig, daß in einem begrenzten Gebiet jetzt sich der Walbestand erholt hat? Und daß sich über den Bestand in der restlichen Welt ausgeschwiegen wird?
nico1984 08.09.2014
4. @jeapin
Ja das würde das Schiff dann machen. Sie weichen doch mit ihrem Auto auch einer Katze aus obwohl diese weniger als 10% der Größe ihres Fahrzeuges hat...
smokky 08.09.2014
5.
warum denn ausweichen es gibt bestimmt signale die den wal verscheuchen würden
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