Bekannte Dino-Mumie Panzersaurier tarnte sich mit rot-brauner Farbe

Der Dinosaurier ist eine kleine Berühmtheit, weil er über Jahrmillionen mit Haut und Panzer erhalten blieb. Jetzt haben Forscher die Tarntechnik des Nodosaurus entschlüsselt.

Borealopelta markmitchelli (künstlerische Darstellung)
Royal Tyrrell Museum of Palaeontology/ DPA

Borealopelta markmitchelli (künstlerische Darstellung)


Die gewaltige Panzerechse war mit stacheligen Schuppenplatten übersät - und hatte offenbar trotzdem gefährliche Feinde. Vor diesen versuchte sie sich mit einer speziellen Tarnung zu schützen. So beschreibt der kanadische Forscher Caleb Brown Borealopelta markmitchelli im Fachjournal "Current Biology".

Mit seiner Schattierung - einer dunkleren Ober- und helleren Unterseite habe sich Borealopelta markmitchelli gut an die Umgebung angepasst. Dadurch konnten ihn große Räuber nicht so leicht entdecken, erklären die Forscher. Sie hatten Bestandteile des versteinerten Fundes chemisch analysiert und konnten dadurch die rot-bräunliche Pigmentierung des Sauriers rekonstruieren.

Der Panzersaurier lebte vor 110 Millionen Jahren, war 5,5 Meter lang und 1,3 Tonnen schwer. Bereits vor rund einem Jahr hatten deutsche und britische Wissenschaftler einen Psittacosaurus präsentiert, dessen Bauch heller war als sein Rücken. Eine solche Konterschattierung ist auch bei Haien und vielen anderen Meeresbewohnern als Tarnung zu finden.

Berühmter Dinosaurier

Der Panzersaurier Borealopelta markmitchelli hat es bereits zu einer kleinen Berühmtheit geschafft. Seit Mai 2017 können Besucher das Fossil im Royal Tyrrell Museum im kanadischen Drumheller bewundern - es ist etwas Besonderes: Die Haut, der Panzer und sogar der Mageninhalt sind erhalten geblieben. Bekannt wurde der Fund deshalb als Dinosaurier-Mumie. Den versteinerten Mageninhalt wollen die Forscher als nächstes untersuchen, um mehr über die letzte Mahlzeit der Panzerechse zu erfahren.

Borealopelta markmitchelli zählt zu den Nodosauriern. Die Pflanzenfresser zeichnen sich dadurch aus, dass ihr ganzer Körper mit Knochenplatten bedeckt ist. Die Größe der Platten variiert: An den Seiten trugen die Tiere bis zu 50 Zentimeter lange Stachel, an anderen Stellen sind kleinere, knöcherne Höcker zu erkennen. Offenbar konnten sich die Tiere als Schutz vor Fressfeinden aber nicht allein darauf verlassen - und setzten deshalb auf die Tarnfarbe.

"Wenn man die Augen zusammenkneift, denkt man, er schläft."

Auch die Entdeckungsgeschichte des Dinos ist besonders: Das komplett erhaltene Fossil war 2011 von einem Minenarbeiter in der Nähe von Alberta entdeckt worden. Der Mann grub damals, wie es sein Job war, eine seiner großen Maschinen in den Ölsand einer Mine nördlich von Fort McMurray in der kanadischen Provinz Alberta - bis das Gerät in ungewöhnlich hartem Material stecken blieb. Es war auf das Dino-Fossil getroffen.

Seit der Entdeckung arbeitete Mark Mitchell im Royal Tyrrell Museum mehr als 7000 Stunden daran, den Urzeit-Koloss komplett aus dem Stein freizulegen - und wurde dessen Namenspate. Der Zustand des Fundes aus der Kreidezeit sei bemerkenswert, betonte Brown. "Wenn man die Augen zusammenkneift, denkt man, er schläft."

Anmerkung: Aufgrund technischer Probleme enthielt die erste Version des Artikels zahlreiche zerstückelte Sätze. Wir haben die Fehler behoben.

jme/dpa



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