Brandenburg: Gefährlicher Parasit in Stechmücken entdeckt

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Stechmücke: Larven von Parasiten in drei Arten nachgewiesen

In Südeuropa, Afrika und Asien kommen Infektionen mit Larven des sogenannten Hundehautwurms häufig vor. Aber auch in Deutschland breitet sich der Erreger aus. Forscher haben ihn zum ersten Mal in Stechmücken in Brandenburg nachgewiesen.

Hamburg - Hamburger Wissenschaftler haben erstmals in Deutschland gefährliche Larven des Hundehautwurms in Stechmücken gefunden. "Klimaveränderung und die Einfuhr infizierter Hunde aus Südeuropa können Ursachen für eine Etablierung dieses Parasiten sein", teilte das Bernhard-Nocht-Institut (BNI) für Tropenmedizin am Dienstag mit. Der Parasit sei bislang in Zentraleuropa nicht heimisch gewesen.

In seltenen Fällen könnten Stechmücken die Infektion auf Menschen übertragen und etwa eine Hirnhautentzündung auslösen, warnen die Forscher. Bisher seien jedoch keine in Deutschland erworbenen Infektionen bekannt geworden.

Die Wissenschaftler hatten in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Stechmückenplage (Kabs) rund 75.000 Stechmücken an 55 Orten in neun Bundesländern gesammelt. In drei Stechmückenarten aus Brandenburg entdeckten die Experten wiederholt Larven des Hundehautwurms Dirofilaria repens.

Infektionen mit Dirofilaria repens (Kutane Dirofilariose) kommen in Südeuropa sowie in vielen Ländern Afrikas und Asiens vor. In den vergangenen Jahren habe es aber immer häufiger Meldungen über dort erworbene Infektionen gegeben - neuerdings auch in Österreich, Tschechien oder Polen.

Hunde zeigen meist keine Symptome

Hauptreservoir der Larven sind Hunde, aber auch wildlebende Tiere wie Marder oder Füchse. In ihnen entwickeln sich die Larven zu geschlechtsreifen Würmern. Weil die Entwicklung temperaturabhängig ist und zwischen zehn und 30 Tagen dauert, Stechmücken im Schnitt aber weniger als 30 Tage leben, galt Deutschland aufgrund seines Klimas bisher nicht als gefährdet.

Nach neueren Klimaprojektionen könnten sich Larven in den Mücken aber zumindest in den Sommermonaten Juli und August schnell genug entwickeln. "Da wir den Parasiten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren gefunden haben, liegt der Verdacht nahe, dass zumindest in Brandenburg bereits eine stabile Übertragung stattfindet", sagte BNI-Forscher Egbert Tannich.

Tierärzte müssten möglichst viele infizierte Hunde erkennen und behandeln, um eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern, betonte der Forscher. Infizierte Hunde zeigten oft keine Symptome, hätten aber manchmal Juckreiz oder eine Hautentzündung. Unbehandelte Hunde können den Parasiten bis zu sieben Jahre in sich tragen.

hda/dpa

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