Brasilien: Seltener Albino-Delfin schwimmt vor die Kamera

Forscher staunen über einen weißen Delfin: In Brasilien haben sie das ungewöhnliche Kalb gesichtet - und fotografiert. Natürliche Feinde bedrohen den Exoten nicht, aber Umweltverschmutzung und Überfischung.

La-Plata-Delfine: Das Albino-Kalb folgt einem erwachsenen Artgenossen Zur Großansicht
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La-Plata-Delfine: Das Albino-Kalb folgt einem erwachsenen Artgenossen

Rio de Janeiro - Brasilianische Biologen haben ein extrem seltenes Exemplar eines Albino-Delfins an der südlichen Küste Südamerikas gesichtet. Erstmals beobachtet hätten sie das Jungtier Ende Oktober, berichtete die Forscherin Camilla Meirelles Sartori. Im November sei es ihrer Gruppe dann gelungen, den jungen Delfin in der Babitonga-Bucht zu fotografieren. Das ungewöhnliche weiße Kalb schwamm hinter einem erwachsenen Delfin her, wahrscheinlich seiner Mutter.

"Wir waren überrascht, geschockt. Es ist sehr klein, und die Farbe ist wirklich anders. Zuerst wussten wir gar nicht, was es ist", sagte die Biologin der Univille-Universität in Santa Catarina.

Es handelt sich um einen La-Plata-Delfin (Pontoporia blainvillei), die Art gilt laut der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN als bedroht. Die Tiere verfangen sich leicht in Fischernetzen, so dass sie ertrinken oder durch den Stress sterben, wenn sie länger festsitzen. Zusätzlich raubt ihnen die Überfischung ihrer heimatlichen Gewässer die Beute.

"Albino-Tiere haben schlechtere Überlebenschancen, weil sie eher von Raubtieren erlegt werden", sagt Sartori. Albinismus entsteht, wenn der Körper bestimmte Pigmente, die Melanine, nicht bilden kann. Die Störung ist beim Menschen ebenso wie bei zahlreichen Tierarten bekannt. Da das Phänomen bei Delfinen so selten beobachtet wurde, sei über die genetischen Ursachen nichts Genaues bekannt, erklärte Sartori.

Die La-Plata-Delfine haben nach Aussage der Biologin in der Bucht keine natürlichen Feinde. Bedroht seien sie aber durch die Umweltverschmutzung durch zwei Häfen, industrielle Anlagen, Abwässer und Tourismus.

Im Gegensatz zu einigen verwandten Arten springen La-Plata-Delfine nur selten aus dem Wasser und gelten als sehr scheu. Bekannt sind sie in flachen Küstengewässern Brasiliens, Argentiniens und Uruguays. Obwohl sie zu den Flussdelfinen zählen, halten sie sich häufiger in küstennahen Regionen des Meeres auf.

wbr/dapd

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