Einschätzung des Bundesamts für Naturschutz Kommt der Bär zurück nach Deutschland?

Der Bär gilt in Deutschland seit fast 200 Jahren als ausgerottet. Nun rechnet das Bundesamt für Naturschutz mit einem Comeback.

Braunbär
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Kehrt nach dem Wolf auch bald der Braunbär nach Deutschland zurück? Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hält das für möglich. "Angesichts der Bärenpopulationen zum Beispiel in Norditalien oder in Slowenien ist es sehr wahrscheinlich, dass irgendwann auch Braunbären wieder nach Deutschland kommen werden", sagte die Präsidentin der Behörde, Beate Jessel, der Berliner Tageszeitung "taz". Es gebe genügend Länder in Europa oder in Nordamerika, wo nicht nur Wölfe, sondern auch Bären bereits sehr lange neben dem Menschen existierten.

Der Bär gilt in Deutschland seit fast 200 Jahren als ausgerottet. Zuletzt wanderte 2006 ein Braunbär aus Norditalien in den deutschen Alpenraum ein. Über Wochen kursierten Bilder des Bären Bruno, im Sommer 2006 wurde er erschossen, weil das Tier auf der Suche nach Nahrung auch in Siedlungsnähe plünderte und ihm die Scheu vor Menschen fehlte. Er galt daher als "Problembär". Andere hielten Bruno für harmlos.

Gefahr für Menschen gering

"Es gibt immer ein Restrisiko bei wilden Tieren", sagte Jessel. Aber die Wahrscheinlichkeit einer unangenehmen Begegnung mit einem Bären oder einem Wolf sei ausgesprochen gering. Wichtig sei es, in Gebieten, wo diese Tiere zuwanderten, die Bevölkerung aufzuklären, wie sie sich verhalten solle. Zudem brauche es konsequente Maßnahmen zum Schutz von Weidetieren.

Auch die Ausbreitung des Wolfs führt immer wieder zu Konflikten mit Menschen. Wie sich die Wolfspopulation in den kommenden Jahren entwickeln könnte, lesen Sie hier:

Schäfer und Bauern müssten vom Staat finanziell unterstützt werden, um Schafe und andere Weidetiere vor Übergriffen durch Wölfe oder womöglich Bären zu schützen, forderte Jessel.

Das Risiko, das von Wildtieren ausgehe, müsse aber in Relation zu anderen alltäglichen Gefahren gesetzt werden. "Man muss sich allein mal anschauen, wie viele Menschen in Deutschland durch Wildschweine oder Haushunde verletzt werden oder sogar zu Tode kommen", betonte die BfN-Präsidentin.

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Der Bär ist nach der Europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie eine streng geschützte Art. Auch in Deutschland ist er ebenso wie Wolf und Luchs nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt.

koe/dpa



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