Südkontinent: Briten benennen Antarktis-Gebiet nach der Queen

Was schenkt man einer Frau, die schon alles hat? Zum Beispiel einen Eintrag im Atlas. Großbritannien hat einen Teil des von ihm beanspruchten Gebiets in der Antarktis nach Queen Elizabeth benannt.

Elizabeth II. (l.) mit Außenminister William Hague (M.): 437.000 Quadratkilometer Ruhm Zur Großansicht
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Elizabeth II. (l.) mit Außenminister William Hague (M.): 437.000 Quadratkilometer Ruhm

London - Was sich unter dem Eis der Antarktis verbirgt, ist nur mit großem Aufwand zu klären. Und doch erheben gut ein halbes Dutzend Staaten Ansprüche auf Gebiete des Südkontinents. Der Antarktisvertrag regelt, dass diese Forderungen vorerst ruhen. Das hält die Länder jedoch nicht davon ab, geografische Formationen in den von ihnen beanspruchten Bereichen mit Namen zu versehen. Und genau das hat Großbritannien nun getan.

Anlässlich des diamantenen Thronjubiläums von Queen Elizabeth II. ist ein Stück Land in der Antarktis nach der Monarchin benannt worden. Und es ist kein kleines Stück: Eine Fläche von 437.000 Quadratkilometern im Überseegebiet British Antarctic Territory heißt künftig Queen Elizabeth Land, teilte das britische Außenministerium mit. Das Gebiet ist fast doppelt so groß wie Großbritannien und umfasst im wesentlichen einen kilometerdicken Eispanzer.

Es handelt sich um den südlichen Teil des britischen Territoriums in der Antarktis, in dem nur das Personal zweier Polarforschungsstationen lebt. Das British Antarctic Territory wird seit 1908 von den Briten beansprucht und wurde 1962 zum offiziellen Überseegebiet erklärt - als eines von 14, die noch immer zur ehemaligen Kolonialmacht gehören.

Die britischen Gebietsansprüche überschneiden sich zum Teil mit denen von Argentinien und Chile - und reichen bis zum Südpol. In dem Gebiet gibt es bereits einen Bereich, der Princess Elizabeth Land heißt - 1931 benannt nach der damals noch nicht auf dem Thron sitzenden Prinzessin und heutigen Königin. 2006 wurde eine weitere Fläche in Princess Royal umbenannt.

Das britische Außenministerium wies darauf hin, dass die Umbenennung keinen Verstoß gegen den Antarktisvertrag darstelle. Der erlaube die Namensgebung, wenn dies aus logistischen oder wissenschaftlichen Gründen notwendig erscheine. Britische Forscher sind derzeit dabei, einen subglazialen See in der Antarktis anzubohren. Sie hoffen auf Lebensformen, die unter besonders harschen Bedingungen überleben können. Der Lake Ellsworth liegt außerhalb des britischen Sektors.

chs/dpa

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