Erstes Foto Buckelwal lebt offenbar schon länger in der Ostsee

In der Ostsee ist möglicherweise ein Buckelwal heimisch geworden: Obwohl die riesigen Meeressäuger in dem Binnenmeer extrem selten sind, wurde ein Exemplar gleich mehrfach gesichtet. Jetzt gibt es ein erstes Foto.

Søren Bomholt / DPA

Das Bild wirkt, als ob es vor der Küste Kaliforniens aufgenommen wurde - doch es stammt von der deutschen Ostseeküste. Bereits am 7. Juli wurden erstmals in der Geschichte der Walbeobachtungen gleich zwei Buckelwale in der Flensburger Förde gesichtet. Nun zeigt sich: Zumindest einer der beiden lebt offenbar seit Längerem in dem Gebiet. Er wurde jetzt erstmals fotografiert.

Wie der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Harald Benke, berichtet, haben polnische Angler schon am 27. Juni einen tauchenden Wal vor der Küste von Darlowo beobachtet. Die Stadt liegt Luftlinie gut 720 Kilometer östlich der Flensburger Förde.

Die Angler hätten den typischen Blas - die beim Ausatmen ausgestoßene Wasserwolke - und einen auftauchenden Wal beobachtet. Später sei er nochmals 1,5 Kilometer weiter östlich gesichtet worden. Zuletzt wurde außerdem am 14. Juli ein Buckelwal beim Springen bei Sonderburg in Dänemark an der Flensburger Außenförde fotografiert.

Fressen, wo es viele Fische gibt

Benke geht davon aus, dass es sich um einen der beiden Buckelwale handelt, die Anfang Juli vor der Flensburger Förde gesehen wurden. Ein Zollschiff hatte das Walduo - schätzungsweise acht bis zehn Meter große Jungtiere - damals entdeckt. Möglicherweise bewegten sich die Meeressäuger nun wieder in Richtung Nordsee und Atlantik, so der Walforscher.

"Interessant ist, dass die Wale dort gesichtet werden, wo auch Fischer von größeren Fischbeständen berichten", sagt Benke. Offenbar jagten die Meeressäuger in der Ostsee nach Nahrung. Ein ähnliches Phänomen war bereits 1978 beobachtet worden, als sich Buckelwal "Ossi" längere Zeit in der Ostsee aufhielt. Hauptsächlich ernähren sich Buckelwale von Krill, verspeisen aber auch kleinere Fische.

Die Weltnaturschutzunion IUCN schätzt, dass es weltweit etwa 60.000 Buckelwale gibt. Sie leben überwiegend allein. Zum Jagen und während der Paarungszeit tun sie sich in kleinen Gruppen von bis zu zehn Tieren zusammen.

jme/dpa

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hermannheester 15.07.2014
1. Ein wenig zierliches Tierchen
Zitat von sysopDPAIn der Ostsee ist möglicherweise ein Buckelwal heimisch geworden: Obwohl die riesigen Meeressäuger in dem Binnenmeer extrem selten sind, wurde ein Exemplar gleich mehrfach gesichtet. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/buckelwal-aus-flensburger-foerde-lebt-schon-laenger-in-der-ostsee-a-981201.html
In einem überaus überschaubaren Gewässer, das dazu auch noch täglichen "Studien" ausgesetzt ist, scheint es mehr als erstaunlich, dass dieses niedliche Tierchen hier nicht doch bemerkt werden konnte. Sollten hier vielleicht gewisse "Interessenten" an dessen Verfolgung (natürlich zu "Forschungszwecken") gehindert werden?
raumbefeuchter 15.07.2014
2. Bucky
Welcome back, Bucky !
volker19611 15.07.2014
3. Ein überaus überschaubares Gewässer
Die Ostsee hat 415000 Km² Fläche also ca 50% mehr als die Bundesrepublik, durchschnittlich immerhin 52 m tief. Überschaubar finde ich anders.
sparrenburger 15.07.2014
4. Na, ...
...sas wird die Norweger u. Färinger aber freuen. Nicht zu weit der Heimat, und nur ein Ausgang. Waidmännisch gerechter geht ja kaum. Das Tier muss schließlich gejagt werden. *schüttel-vor-Ekel*
noalk 15.07.2014
5. Falsche Zahl?
Zitat von volker19611Die Ostsee hat 415000 Km² Fläche also ca 50% mehr als die Bundesrepublik, durchschnittlich immerhin 52 m tief. Überschaubar finde ich anders.
Die Bundesrepublik hat eine Fläche von ca 357000 km². Die Ostsee ist also gerade mal gut 16 % größer als die BRD. (Zieht man die Fläche der DDR ab, kommt's aber ungefähr hin.)
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