Artenschutz Buckelwal-Bestände haben sich erholt

Gute Nachricht für den Naturschutz: Fast überall in den Ozeanen haben sich die Bestände von Buckelwalen erholt. Die Art war durch den Walfang an den Rand des Aussterbens gebracht worden.

Buckelwal im Pazifik
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Buckelwal im Pazifik


Erfolgsgeschichten sind im Artenschutz so selten wie viele der Tiere, die Experten weltweit vor der Ausrottung schützen wollen. Doch zumindest bei vielen Buckelwal-Populationen hat sich der Bestand erholt - deshalb spricht die Ozeanexpertin Eileen Sobeck von der US-Meeresschutzbehörde Noaa von einer "wirklichen ökologischen Erfolgsgeschichte".

Offenbar haben sich die Bemühungen zum Schutz der Buckelwale mit dem weitgehenden Ende des Walfangs gelohnt.

Die Noaa hatte 2010 eine große Untersuchung zur Lage der Buckelwale gestartet. Die Studie habe ergeben, dass sich 9 der 14 Buckelwal-Populationen wieder so weit vermehrt haben, dass sie nicht mehr als gefährdet angesehen werden müssten. Die meisten davon leben um Afrika, Australien und Südamerika herum. Im Pazifik, nahe Grönland und nahe der arabischen Halbinsel gebe es jedoch noch vier vom Aussterben bedrohte sowie eine gefährdete Populationen.

In den Siebzigerjahren hatten die USA alle Buckelwal-Populationen als bedroht eingestuft, weil die Zahl der Tiere durch den kommerziellen Walfang stark zurückgegangen war.

Schutzstatus in den USA bleibt

Dass die Behörde die meisten Buckelwal-Populationen nun nicht mehr als bedroht betrachtet, ändert aber nichts am Schutzstatus. Die Noaa wies darauf hin, dass das US-Gesetz zum Walschutz weiterhin in Kraft sei und Anwendung finde. Das Gesetz verbietet die Tötung von Walen in US-Hoheitsgewässern. Es untersagt zudem US-Bürgern den Walfang auf hoher See. Auch dürfen keine Walprodukte in die USA eingeführt werden.

Auch nach der Einschätzung der Weltnaturschutzunion IUCN, die die Rote Liste der gefährdeten Tiere und Pflanzen herausgibt, sind die Buckelwale nicht mehr bedroht, sie wurden 2008 als "least concern" eingestuft. Seit 1990 galt der Bestand als gefährdet (Status: "Vulnerable"). Die Rote Liste gilt als wichtiger Indikator für den Zustand der Natur.

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New York: Schnappschuss mit Skyline und Buckelwal

Zudem hatte die Internationale Walkommission 1982 ein weltweites Walfang-Moratorium verhängt, das bis heute in Kraft ist. Das Moratorium habe erheblich zur Erholung der Buckelwal-Populationen beigetragen, erklärte die Noaa. Umweltschützer kritisieren nach wie vor, dass Nationen wie Norwegen, Island und Japan nicht auf den kommerziellen Walfang verzichten.

Buckelwale leben oft in Küstennähe und können bis zu 15 Meter lang werden. Bei der Jagd nach Nahrung werden die Tiere offenbar vor allem von Schiffsgeräuschen gestört, hatte kürzlich eine Untersuchung ergeben.

Auch Kollisionen mit Schiffen gefährden die Tiere. Am Montag ist etwa ein Segler auf der Ostsee vor Stralsund mit einem Buckelwal zusammengestoßen. Nach der Kollision im Greifswalder Bodden habe sich das Tier einen halben Meter aus dem Wasser gehoben. Der Segler ist nicht zu Schaden gekommen, ob das Tier verletzt wurde, ist unklar.

Auch in US-Gewässern sind die Tiere häufig anzutreffen. Inzwischen tauchen immer mehr Buckelwale im Meer vor New York auf. Dort hat sich seit einiger Zeit ein Whale Watching-Tourismus etabliert.

Fischereivereinigungen auf Hawaii berichten von immer mehr Walsichtungen. Dort halten sich jährlich zur Winterzeit etwa 11.000 der Tiere auf, bevor sie weiter Richtung Alaska ziehen.

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joe/dpa/AFP



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