Kommunikation im Tierreich: Wale zeigen sich Jagdtricks

Zwei Buckelwale vor Santa Cruz, Kalifornien: Starker Flossenschlag Zur Großansicht
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Zwei Buckelwale vor Santa Cruz, Kalifornien: Starker Flossenschlag

Als die Heringe verschwanden, mussten sich Buckelwale vor der US-Ostküste andere Beute suchen. Eine neue Jagd-Technik mit Blubbern und Flossenschlagen verbreitete sich unter den Tieren - die Wale lehren sie sich gegenseitig.

Wale lernen nicht nur Gesänge voneinander. Buckelwale gucken sich sogar gegenseitig Jagdtechniken ab - und sind damit zu sozialem Lernen fähig wie Menschen und Primaten, berichten Wissenschaftler der schottischen University of St Andrews im Wissenschaftsmagazin "Science". Sie haben Buckelwale vor der amerikanischen Ostküste 27 Jahre lang beobachtet.

Mit dem sogenannten Bubble-feeding, dem Unterwasser-Blubbern, gehen die Tiere gemeinsam auf Jagd: Dabei tauchen Wale in Gruppen 20 bis 25 Meter in die Tiefe, um Fischschwärme mit ihren geblubberten Luftblasen zu verwirren und wie in einem unsichtbaren Netz zusammenzutreiben. Vorher schlagen sie mit der Unterseite ihrer Schwanzflosse auch noch kräftig auf die Wasseroberfläche. Das macht mächtig Krach und irritiert Beutetiere zusätzlich.

Zuerst wurde dieses Flossenschlagen Anfang der achtziger Jahre bei einem Tier im Golf von Maine, zwischen Cape Cod in Massachusetts (USA) und Sable Island östlich von Neuschottland (Kanada), beobachtet. Inzwischen hätten dort 40 Prozent der Walpopulation die Schwanzflossen-Technik übernommen, schreiben die Forscher in "Science". Als Belege dafür gelten die Meldungen von Walbeobachtungsbooten, die jeden Sommer über den Golf von Maine schippern.

Das übliche Geblubber

"Unsere Studie zeigt, wie wichtig die Weitergabe dieses Wissens bei Walpopulationen ist", sagt der britische Forscher Luke Rendell. "Es erlaubt ihnen sogar, Veränderungen im Ökosystem abzupuffern." Denn grundlos haben die Wale ihre Blubber-Technik bei der Futtersuche seit den achtziger Jahren nicht verfeinert. Vielmehr ist ihnen ihre liebste Beute, der Hering, in dieser Zeit fast abhanden gekommen, vor allem durch Überfischung.

Als Alternative stellten sich die großen Säugetiere bei der Futtersuche auf Sandaale um. Doch diese Fische waren mit dem üblichen Geblubber nicht so leicht zu beeindrucken wie Heringe. Erst das zusätzliche Peitschen mit der Schwanzflosse führte zum gewünschten Erfolg.

"Den Beleg für die Weitergabe dieser Jagdtechnik konnte nur eine Langzeit-Studie liefern", sagt Mitautorin Jenny Allen. Damit werde nun die These gestärkt, dass Wale - wie auch Delphine - große kulturelle Fähigkeiten entwickelt haben: soziales Lernen.

boj/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Es scheint
papayu 29.04.2013
dass der Mensch sich immer noch als Tier mit Gehirn ist und alles andere Instinkt. Vor einiger Zeit habe ich mal einen "dressierten" Orang Utan gesehen, der seinen "Herrn" nachaeffte. Der war sogar noch viel besser als das Original. Ich bleibe als Ungebildeter dabei, dass der Mensch ein aus dem Urwald vertriebene Affe war und ist. Da hilft auch 20Jahre Schulung nichts. Er hat das Ueberleben verlernt!!! Er ist schon soweit wieder zurueck, dass er nicht einmal untraeWie niert 20 km laufen kann, er bricht vorher zusammen!!! Sollte es mal keinen Strom und Wasser geben, weiss er sich nicht zu helfen er verhungert vorm geschlossenen Aldiladen!! Meine Mutter ging noch hamstern, dann gabs drei Tage lang Steckrueben und Kartoffeln. Heute gehen andere hamstern und bringen das in die Schweiz. Wie schlau sind doch auch die Bonobos!! Die brauchen keine Pille oder Kondom, die machens kreuz und quer, wenn aber, dann ist Schluss!! Wieviel Elend wuerde der Menschheit erspart geblieben, wenn sie die Intelligenz der Bonobofrauen haetten. Keine Ueberbevoelkerung, keine Slums, Keine Kriege, keine Sexualtaeter, keine Schwule, keine Uralten in Heimen!! Nun, bald habe ich es hinter mir, so vielleicht noch 10 nis 15 Jahre als Rentner. Und dann mit fetziger Musik im weissen Sarg mit Sichtfenster auf n umgebauten Mercedes Kombi und alles trottet hinter mir her und hinterher wird gefeiert, dass der alte Sack endlich verschwunden ist. Und irgendwann in ein paar hundert Jahren werden die sich wundern, was fuer ein langes Gerippe da liegt.
2. optional
fwohlgemuth 29.04.2013
" ... und sind damit zu sozialem Lernen fähig wie Menschen und Primaten,..." Nur eine kleine Frage an die schreibende Zunft: Was soll eine derartige Formulierung? Könnten Sie auch schreiben: Katzen lassen sich genauso aus der Dose füttern wie Pudel und Hunde. ??? Auch für die ganz Begriffsstutzigen, denen noch nicht aufgegangen ist, dass die Menschen zu den Primaten gehören, müssen Sie einen derartigen Unsinn nicht formulieren, da ginge ein: " ... und sind damit zu sozialem Lernen fähig wie Menschen und und andere Primaten,..."
3. Danke!
lexik 29.04.2013
Zitat von fwohlgemuth" ... und sind damit zu sozialem Lernen fähig wie Menschen und Primaten,..." Nur eine kleine Frage an die schreibende Zunft: Was soll eine derartige Formulierung? Könnten Sie auch schreiben: Katzen lassen sich genauso aus der Dose füttern wie Pudel und Hunde. ??? Auch für die ganz Begriffsstutzigen, denen noch nicht aufgegangen ist, dass die Menschen zu den Primaten gehören, müssen Sie einen derartigen Unsinn nicht formulieren, da ginge ein: " ... und sind damit zu sozialem Lernen fähig wie Menschen und und andere Primaten,..."
Wenn Sie das nicht geschrieben hätten, hätte ich es getan. Dieses permanente Geschreibs von "Menschen und Primaten" oder "Mensch und Tier" nervt gewaltig.
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