Bunte Fische Zell-Kooperation macht Guppys farbenfroh

Aquarienfans wissen es längst: Guppy-Männchen erstrahlen in verschiedensten Farbtönen und Mustern. Doch woran liegt das? Wissenschaftler haben die Entstehung der bunten Pracht nun enträtselt.

Guppy (Archivbild): Männchen balzen fast ständig
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Guppy (Archivbild): Männchen balzen fast ständig


Tübingen - Guppys sind ein ausgesprochen beliebtes Forschungsobjekt. Gerade das Liebesspiel der lebend gebärenden Süßwasserfische wird gern untersucht. Und so ist mittlerweile das Flirtverhalten der Tiere ebenso gut erforscht wie die Anatomie des Begattungsorgans. Sogar ein ausgeprägtes Sozialverhalten konnten Forscher nachweisen - bei Weibchen übrigens deutlich stärker als bei den fast ununterbrochen balzenden Männchen.

Forscher in Tübingen haben sich nun mit den Farbmustern der bunten Guppy-Herren befasst. Sie kommen zu dem Schluss, dass mindestens zwei verschiedene Pigmentzellen jeweils gemeinsam für die bunten Flecken der Fische sorgen.

Die schrillen Farbmuster in schwarz, blau und orange entstünden vermutlich durch Abläufe zwischen diesen Zellen, schreiben sie in ihrer im Journal "PLoS One" veröffentlichten Studie. Sie ist ein gemeinsames Projekt des Tübinger Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie und des Bioscience and Biotechnology Centers der Universität Nagoya in Japan.

Weibchen kommen schlicht daher

Mit einem speziellen Elektronenmikroskop identifizierten die Forscher um Verena Kottler bei den Guppys drei verschiedene Pigmentzelltypen, von denen jeweils mindestens zwei zu einem Farbflecken beitragen. Außerdem fanden sie heraus, dass die Farbzellen in zwei verschiedenen Schichten der Haut der Fische liegen.

Das Farbmuster der Guppys war bislang ein großes Rätsel: Während die Weibchen durch ein schlichtes Netzmuster getarnt sind, kommen die Männchen in einer schillernden und auffälligen Farbenpracht daher. Aus gutem Grund: Frühere Studien ergaben, dass Guppy-Weibchen sich am liebsten mit bunten Männchen paaren, die mit großen, orangefarbenen Farbflecken auf dem Körper und den Flossen geschmückt sind.

Schwimmen jedoch Raubfische mit im Wasser, so sind die Männchen weniger farbenfroh, da sie dann von den Räubern leichter gesehen werden können. Klar scheint aber auch: Männchen mit seltenen Mustern haben mehr Nachkommen als unauffällige Exemplare. Außerdem überleben die ungewöhnlicher gemusterten Tiere im Schnitt länger.

chs/dpa

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