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CCS-Technik: CO2-Speicher könnten die Erde zittern lassen

Kohlendioxid unterirdisch zu lagern, gilt als Mittel im Kampf gegen den Klimawandel. Doch Experten warnen: In größeren Anlagen drohen leichte Beben. Die Erdstöße könnten dazu führen, dass die Speicher undicht werden - damit wäre die Technologie nutzlos.

Protest gegen CCS-Technologie (März 2011): Können die Speicher das CO2 auch halten? Zur Großansicht
dapd

Protest gegen CCS-Technologie (März 2011): Können die Speicher das CO2 auch halten?

Die Speicherung von Kohlendioxid in unterirdischen Lagerstätten könnte Forschern aus den USA zufolge leichte Erdbeben zur Folge haben. Mark Zoback und Steven Gorelick von der Stanford University warnen im Wissenschaftsmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" vor diesem Risiko der sogenannten CCS-Technik (Carbon Capture and Storage). Diese Erdstöße sind ihrer Analyse zufolge keine massive Bedrohung für nahegelegene Orte, sie seien jedoch fatal für die Dichtheit der Lagerstätten und die Effektivität der CCS-Technik.

Die Wissenschaftler argumentieren, dass die CCS-Technik aufgrund des enormen weltweiten CO2-Ausstoßes nur im großen Maßstab sinnvoll sei - also wenn riesige Mengen flüssiges Kohlendioxid in die Tiefe gepumpt würden. Gerade dann aber steige das Risiko von Erdstößen.

Das Treibhausgas Kohlendioxid entsteht unter anderem bei der Verbrennung von Kohle in Kraftwerken. Beim CCS-Verfahren wird das CO2 zunächst von anderen Abgasen getrennt, gereinigt und dann unter hohem Druck verflüssigt. In dieser Form soll es unterirdisch gespeichert werden.

Beben durch Untergrund-Techniken

Wenn eine Flüssigkeit in tiefe Quellen gepresst werde, könne der sogenannte Porendruck im Gestein ansteigen, schreiben die Forscher. Geschehe dies in der Nähe von Verwerfungen, also von Bruchstellen im Gestein, könnten Erdbeben ausgelöst werden. Im vergangenen Jahr habe es mehrere kleine Beben in den USA gegeben, die bei der Injektion von Abwasser entstanden seien. Erdbeben, die von Untergrund-Techniken ausgelöst wurden, gab es auch in Deutschland schon. Ein Geothermie-Kraftwerk im pfälzischen Landau ließ mehrmals die Erde leicht beben.

Im Wissenschaftsmagazin heißt es, dass große Verwerfungen bei der Erkundung potentieller CO2-Lagerstätten erkannt und stärkere Beben so vermieden werden könnten. Kleine Bruchstellen würden jedoch leicht übersehen. So könne es zu leichteren Erdstößen kommen.

"Um den gleichen Klimanutzen wie bei erneuerbaren Energien zu erreichen, darf nur weniger als ein Prozent des gespeicherten CO2 je tausend Jahre aus den Lagerstätten sickern", schreiben die Forscher.

CCS-Pilotprojekte in Deutschland stießen bislang vor allem bei Anwohnern und Umweltverbänden auf Widerstand. Ein Gesetz, das die Erprobung des Verfahrens regeln sollte, wurde im vergangenen Jahr vom Bundesrat gestoppt. 2011 hatte Vattenfall den Bau einer Pilotanlage in Jänschwalde (Brandenburg) aufgegeben.

wbr/dpa

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