Chemie: Schwerstes Element heißt Copernicium

Nun ist es offiziell: Das von Wissenschaftlern in Darmstadt entdeckte bislang schwerste Element im chemischen Periodensystem heißt "Copernicium". Es war bereits das sechste Element, das die Forscher aus Hessen benennen durften.

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ddp / GSI / Zschau

Helmholtz-Zentrum für Schwerionenforschung: Sechs Elemente entdeckt und benannt

Darmstadt - Wasserstoff, Eisen, Stickstoff, Schwefel, Kohlenstoff - jeder kennt die Namen zahlreicher chemischer Elemente. Im Periodensystem werden sie nach der Zahl ihrer Kernladungen, der sogenannten Ordnungszahl, angeordnet. Immer wenn neue Elemente entdeckt werden, werden Lücken im Periodensystem gefüllt, die es noch bei besonders schweren und damit instabilen Atomen gibt.

Nun hat der internationale Chemiker-Verband IUPAC offiziell den Namensvorschlag des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung für das Element mit der Ordnungszahl 112 gebilligt. Das teilte das Forschungszentrum am Freitag mit.

Copernicium heißt das Element, das 277-mal schwerer als Wasserstoff ist. Wasserstoff ist das leichteste aller Atome. Die Abkürzung für Copernicium ist Cn. Die Entdeckung des neuen Elements hatte der Chemiker-Verband schon im Sommer vergangenen Jahres anerkannt. Als Tag für die Bekanntgabe des Namens wählte die IUPAC aber mit Bedacht den 19. Februar - den Geburtstag von Kopernikus. Er wurde im Jahr 1473 Torun in Polen geboren und gilt als Wegbereiter des modernen Weltbilds. Er fand heraus, dass sich die Erde um die Sonne dreht.

Das Element - zunächst war es als Ununbium bezeichnet worden, war 1996 schon entdeckt worden. Forscher hatten dazu eine Blei-Folie mit Zink-Ionen beschossen. Durch die Verschmelzung der Atomkerne entstand ein neues Atom des Elements 112. Dieses Atom war allerdings nur für Bruchteile von Sekunden stabil. Die Forscher vermaßen die beim radioaktiven Zerfall ausgesandten Alpha-Teilchen - und identifizierten auf diese Weise das neue Element. An den Experimenten waren insgesamt 21 Wissenschaftler aus Deutschland, Finnland, Russland und der Slowakei beteiligt.

Mit der Benennung des Elements 112 gaben die GSI-Forscher schon dem sechsten chemischen Element seinen Namen. Zuvor hatten sie bereits Bohrium (Element 107) Hassium (Element 108), Meitnerium (Element 109), Darmstadtium (Element 110) und Roentgenium (Element 111) benannt.

Forscher haben mittlerweile auch schon schwerere Elemente als Copernicium entdeckt. Doch diese Forschungen sind noch nicht von der IUPAC bestätigt.

chs/dpa

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