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Neues aus der Geoforschung: Fluss mit Kurzschluss, CO2-Sprint, verirrtes Erdbeben

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2. Teil: Chinas CO2-Sprint

Kohlekraftwerk in Changchun: Ungebremster Aufschwung Zur Großansicht
AP

Kohlekraftwerk in Changchun: Ungebremster Aufschwung

Der weltweite Ausstoß des Gases Kohlendioxid (CO2) hat ein neues Rekordniveau erreicht: 34 Milliarden Tonnen CO2 gelangten 2011 in die Erdatmosphäre. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht der EU-Kommission und des niederländischen Umweltforschungsinstituts PBL hervor. Pro Kopf verursachen die Chinesen danach fast genau so viel CO2 wie die Europäer.

In der EU ist der Ausstoß 2011 demnach leicht gefallen, er betrage nun 7,5 Tonnen pro Kopf im Jahr. In China erzeuge jeder Bürger jährlich durchschnittlich 7,2 Tonnen CO2 - das sei ein Anstieg um neun Prozent gegenüber 2010. In den USA liegt der Ausstoß pro Kopf der EU-Kommission zufolge noch deutlich höher: bei 17,3 Tonnen je Bürger.

Um drei Prozent ist der CO2-Ausstoß dem Bericht zufolge im letzten Jahr gestiegen. Dabei sank der Wert zwar in den Industrieländern der Europäischen Union um drei Prozent und in den USA sowie Japan um zwei Prozent. Grund war nach Ansicht der Autoren die Wirtschaftskrise, ein milder Winter und durch hohe Ölpreise ausgelöster geringerer Energieverbrauch.

Jedoch nahmen die Emissionen in China durch den Aufschwung beim Bau von Infrastruktur und Gebäuden um neun Prozent zu. Die Zement- und Stahlproduktion werde in China vor allem mit Kohle befeuert. Indien legte bei der Kohlenstoffdioxidmenge um sechs Prozent zu.

Lücke in Chinas CO2-Bilanz

Einen Hoffnungsschimmer sehen die Experten allerdings: Der Anteil erneuerbarer Energie vor allem aus Sonne, Wind und Biokraftstoffen an der Energieerzeugung habe sich zwischen 1992 und 2011 vervierfacht.

China produziert schon seit Jahren mehr Kohlendioxid als jedes andere Land der Welt - daran zweifelt niemand mehr. Unklar ist jedoch die genaue Menge des Treibhausgases, die aus China stammt. Ein internationales Forscherteam kam unlängst zu dem Schluss, dass die Emissionen des Landes 20 Prozent höher sein könnten als bislang angenommen.

Weltweit steigen die CO2-Emissionen ungebremst. In der Arktis wurde kürzlich erstmals der Schwellenwert von 400 Teilchen CO2 pro einer Million Luftteilchen überschritten. Damit haben die Abgase des Menschen den Gehalt des Treibhausgases in der Luft bereits erheblich erhöht: Vor der Industrialisierung waren von einer Million Luftteilchen lediglich 280 CO2-Moleküle. Inbesondere der wirtschaftliche Boom der großen Schwellenländer China und Indien treibt den Anstieg.

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  • Axel Bojanowski
    Ob Klimawechsel, Rohstoffkrisen, Meerestiefen, oder die vermeintlich feste Erde - Geoforschung bewegt die Welt. Hier berichtet SPIEGEL-ONLINE-Redakteur und Diplom-Geologe Axel Bojanowski über interessante neue Erkenntnisse und Debatten abseits der prominenten Nachrichten - kurz und klar und kritisch.

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