Elefanten-Schutz China will Elfenbeinhandel verbieten

China gilt als weltweit größter Markt für Elfenbein. Nun hat die Regierung ein komplettes Handelsverbot angekündigt, Elefantenschützer loben die Entscheidung.

WWF/ Robin Naidoo

Die Zahlen sind verheerend. Um rund ein Drittel ist die Zahl der Afrikanischen Elefanten allein zwischen den Jahren 2007 und 2014 zurückgegangen. Beim ersten fast afrikaweiten Zensus der bedrohten Tiere kamen Forscher zuletzt nur noch auf 352.271 Elefanten in 18 afrikanischen Staaten.

Wichtigster Grund für das Schrumpfen der Bestände ist die Wilderei, bei der die Tiere wegen ihres wertvollen Elfenbeins getötet werden. Umweltschützer gehen davon aus, dass die Geschäfte von der international organisierten Kriminalität gelenkt werden.

Die Öko-Aktivisten sehen in der Wilderei nicht nur eine Gefahr für die Tierwelt, sondern auch für das Gewaltmonopol der betreffenden Staaten. Zudem warnen sie vor Korruption und Problemen für die wirtschaftliche Entwicklung ganzer Regionen. Sie rechnen vor, dass die Elefantenwilderei auch wirtschaftlich ein Desaster ist.

Besonders viel Elfenbein wird in China verkauft, wo es als Statussymbol gilt. Doch aus der Volksrepublik kommen jetzt immerhin gute Nachrichten: Der Staatsrat hat angekündigt, den nationalen Handel mit Elfenbein und dessen Verarbeitung bis Ende 2017 komplett verbieten zu wollen.

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Wilderei: Keine Elefanten, keine Touristen

Der WWF begrüßte die Entscheidung als Meilenstein für den Elefantenschutz: "China ist heute der weltweit größte legale Elfenbeinmarkt. Seine Schließung ist eine wichtige Voraussetzung, um das Abschlachten der Elefanten aufzuhalten. Es ist auch ein wichtiges Signal an die weltweit organisierte Wilderei, dass ihr Geschäft keine Zukunft hat", so der Deutschlandchef der Organisation, Eberhard Brandes. Auch von anderen Organisationen wie der Wildlife Conservation Society gab es Lob.

Hintergrund der chinesischen Ankündigung ist ein Beschluss der Cites-Artenschutzkonferenz aus dem Oktober. Bei dem Treffen im südafrikanischen Johannesburg wurde das Ende der legalen Elfenbeinmärkte festgeschrieben. Dabei wurden nicht nur Anträge von Namibia und Simbabwe zur Lockerung des internationalen Handelsverbots abgelehnt, vielmehr wurden auch nationale Märkte mit erfasst.

Neben China haben daher auch die USA und Hongkong ein entsprechendes Verbot auf den Weg gebracht, die drei weltgrößten Elfenbeinmärkte bisher. Der WWF führt an, dass legale Märkte immer wieder auch Einfallstore für gewildertes und damit illegales Elfenbein waren - und die Wilderei so angeheizt haben. In öffentlichkeitswirksamen Aktionen hatten Staaten wie die USA und China in der Vergangenheit aber auch illegal ins Land gebrachtes Elfenbein zerstört.

chs



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