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Nach Kaiserschnitt: Zoo zieht fünf Geparden-Babys mit der Flasche groß

Ärzte vom Zoo in Cincinnati haben fünf Geparden-Junge per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. Die Kleinen werden nun mit der Flasche aufgezogen, das mindert ihre Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten.

Ein Zoo in den USA kämpft um das Leben von fünf Geparden-Jungen. Ärzte hatten die kleinen Raubkatzen am 8. März in einer dramatischen Operation per Kaiserschnitt auf die Welt geholt, wie der Zoo von Cincinnati im Bundesstaat Ohio mitteilte. Die Frühgeborenen müssten nun auf der veterinärmedizinischen Intensivstation mit der Flasche aufgezogen werden, die Mutter erhole sich noch von der Operation.

Obwohl der Eingriff gut verlief, sind die Jungen längst nicht über den Berg. Das Problem: Die Muttermilch wäre extrem wichtig für ihr Immunsystem. "Welpen und junge Katzen bekommen einen großen Teil ihrer Immunabwehr über die Muttermilch vermittelt", erklärt Zoo-Tierarzt Mark Campbell. Das Immunsystem der Kleinen sei daher kaum ausgebildet, sie könnten sich nicht aktiv gegen Krankheitserreger wehren.

"Wir tun, was wir können, um sie gesund und stark zu machen. Aber für diese Jungtiere ist es eine Herausforderung, sich zu entwickeln", so Campbell. Derzeit geht es vor allem darum, dass die Jungen zunehmen. Alle drei Stunden gibt ein Pfleger den Jungen die Flasche.

Geparden-Junges am 10. März bei der Fütterung Zur Großansicht
DPA

Geparden-Junges am 10. März bei der Fütterung

Die kritischste Phase in der Entwicklung der kleinen Geparden sei die erste Woche, sagt Campbell. Diese haben sie überstanden. Nun geht es darum, sie durch den ersten Monat zu bringen. Dann stehen die Chancen deutlich besser, dass sie langfristig überleben.

Mindestens acht bis zwölf Wochen werden die drei kleinen Kater und zwei Katzen noch auf der Station bleiben. Dass Geparden per Kaiserschnitt zur Welt kommen, ist sehr selten. "Das war erst der dritte Kaiserschnitt, den ich in 25 Jahren im Cincinnati Zoo gemacht habe", sagt Campbell.

Geparden gelten als die schnellsten Läufer im Tierreich. Sie erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometer pro Stunde. Weil sie in freier Wildbahn intensiv gejagt wurden und ihr Lebensraum schrumpft, gelten Geparden als vom Aussterben bedroht. Laut Cheetah Conservation Fund leben noch etwa 10.000 Tiere in 23 afrikanischen Ländern. Der Zoo von Cincinnati hat ein erfolgreiches Geparden-Zuchtprogramm und gilt als weltweite "Geparden-Hauptstadt". Seit 2002 erblickten dort 54 Geparden-Junge das Licht der Welt.

jme/dpa/Reuters

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