Treibhausgasbilanz 2016 Deutschlands CO2-Ausstoß erneut angestiegen

Im Jahr 2016 hat Deutschland 0,3 Prozent mehr Treibhausgase produziert als ein Jahr zuvor. Es ist der zweite Anstieg in Folge. Eine wichtige Ursache sind steigende Emissionen im Verkehr.

Schornsteine eines Blockheizkraftwerks in Berlin (Archivbild)
DPA

Schornsteine eines Blockheizkraftwerks in Berlin (Archivbild)


Eigentlich sollte der Ausstoß von Jahr zu Jahr sinken. Doch schon im zweiten Jahr in Folge pustet Deutschland mehr Treibhausgase in die Atmosphäre als ein Jahr zuvor, wie das Umweltbundesamt berichtet.

2016 wurden demnach insgesamt 909,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen. Das seien 2,6 Millionen Tonnen mehr als 2015. Schon 2015 seien die Emissionen im Vergleich zu 2014 gestiegen. Da Kohlendioxid (CO2) das wichtigste Klimagas ist, werden Emissionen anderer Treibhausgase wie etwa Methan in CO2 umgerechnet.

Weil der CO2-Ausstoß in den letzten Jahren kaum noch gesunken oder sogar leicht gestiegen ist, kann Deutschland sein Klimaschutzziel für das Jahr 2020 praktisch nicht mehr erreichen. Eigentlich sollten die Emissionen dann um 40 Prozent unter denen von 1990 liegen - doch das Ziel ist längst Makulatur.

Hauptursache Verkehr

Die Gründe dafür sind bekannt: Trotz Energiewende laufen nach wie vor viele Kohlekraftwerke in Deutschland, die besonders viel CO2 pro erzeugter Kilowattstunde ausstoßen. Die FDP hat daher kürzlich vorgeschlagen, das umstrittene Fracking hierzulande zu erlauben. Dann könnte mehr heimisches Erdgas gefördert werden, bei dessen Verbrennung deutlich weniger CO2 entsteht.

Eine wichtige Ursache für den Anstieg der Emissionen im Jahr 2016 ist laut Umweltbundesamt der zunehmende Verkehr. Der Ausstoß habe sich erneut erhöht und liege mit 167 Millionen Tonnen oberhalb der Emissionen des Jahres 1990.

Den größten Anteil mit 96 Prozent daran habe der Straßenverkehr, dessen Emissionen um 3,7 Millionen Tonnen angestiegen seien. Als Grund dafür nennt das Umweltbundesamt den wachsenden Transport von Gütern auf der Straße. Auch bleibe der Trend zu immer größeren und schwereren Autos ungebrochen. Diese verbrauchten tendenziell mehr Kraftstoff als kleine Pkw.

Die größten CO2-Minderungen gab es laut Umweltbundesamt mit 4,6 Millionen Tonnen in der Energiewirtschaft. Die Emissionen im Bereich Gebäude seien witterungsbedingt gegenüber 2015 um 3,6 Millionen Tonnen gestiegen, da mehr Energie für das Heizen verwendet wurde. In der Landwirtschaft sind die Emissionen den Angaben zufolge 2016 leicht gegenüber dem Vorjahr auf 65,2 Millionen Tonnen gesunken. Grund dafür sei ein geringerer Einsatz von mineralischen Düngern.

hda

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