CO2-Ausstoß EU beschließt Ziele für Welt-Klimavertrag

40 Prozent weniger Treibhausgase im Vergleich zu 1990 - das will die EU bis 2030 schaffen. Mit dem Klimaziel zieht der Staatenbund in die entscheidende Klimakonferenz.

Kohlekraftwerk Jänschwalde: "Kraftvolles Signal an die Staatengemeinschaft"
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Kohlekraftwerk Jänschwalde: "Kraftvolles Signal an die Staatengemeinschaft"


Die Europäische Union hat am Freitag offiziell ihre Klimaziele beschlossen. Der Beschluss sieht vor, die Treibhausgasemissionen der EU bis zum Jahr 2030 um mindestens 40 Prozent verglichen mit dem Stand von 1990 zu senken.

Die Staaten der Welt sind aufgefordert, im Frühjahr ihre Klimaziele für den Uno-Klimagipfel im Dezember in Paris vorzulegen. Die französische Umweltministerin Ségolène Royal unterstrich nach dem Treffen mit ihren EU-Kollegen in Brüssel, Europa sei der erste Kontinent, der seinen Beitrag zur Reduzierung der weltweiten Treibhausgasemissionen festgelegt habe.

"Es gibt eine Einigung, aber das war keine einfache Sache", sagte EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete nach dem Treffen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) begrüßte den Beitrag der EU für das geplante globale Klimaschutzabkommen. "Das ist ein kraftvolles Signal an die Staatengemeinschaft" für "einen ambitionierten Beitrag zum Klimaschutz". Sie erwarte, dass jetzt die anderen großen Volkswirtschaften nachziehen und ihren Beitrag rasch vorlegen werden.

Die wichtigsten Streitpunkte

Das internationale Klimaschutzabkommen soll im Dezember in Paris beschlossen werden. Hendricks hob hervor, dass die Einigung der EU-Staaten die Reduzierung um "mindestens" 40 Prozent vorsehe, was "40 plus x" bedeute. Zudem müssten die 40 Prozent innerhalb der EU selbst erreicht werden, nur "für das x" könnten auch Zertifikate aus Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern einbezogen werden - EU-Länder können mit solchen Unterstützungsmaßnahmen quasi Klimaschutzpunkte sammeln.

Die wichtigsten Streitpunkte der Staatengemeinschaft bei den Klimaverhandlungen sind:

  • In welchem Maße soll der Ausstoß von Treibhausgasen eingedämmt werden?

  • Wie stark beteiligen sich die aufstrebenden Schwellenländer an Klimaschutzmaßnahmen?

  • Auf welche Weise wird armen Ländern finanziell geholfen, die von Wetterkatastrophen bedroht oder heimgesucht werden?

  • Welche Länder gelten überhaupt noch als Entwicklungsländer?

  • Wie können energieintensive Unternehmen an den Kosten beteiligt werden?

  • Wie kann der Vertrag verbindlich und überprüfbar gemacht werden?

Die Wochen der Wahrheit beginnen Ende März, wenn die Staaten konkrete Ansagen machen sollen, wie stark sie ihren CO2-Ausstoß eindämmen wollen. Besonders die Angebote Indiens und Chinas werden mit Spannung erwartet. Beide Länder pochen auf ihre geringe "historische Schuld" beim Treibhausgasausstoß, gehören mittlerweile aber zur Spitzengruppe - und werden wohl schon bald weit vorne liegen.

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boj/AFP

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Zensurobjekt 06.03.2015
1. Wasserdampf am Ziel vorbei.
Warum zeigt ihr immer Bilder von Wasserdampf, wenn es um CO 2 geht? On Topic, die EU, die mal gerade 500 Mio. Figuren von 7,5 Mrd. auf dem Planeten vertritt, kann beschließen was sie will. Grundsätzlich ist CO 2 falls, denn überhaupt mit dem Menschen signifikant in Klimafragen verbunden, eine Frage der Bevölkerungsentwicklung. Und an der Stelle passiert rein gar nichts außer dem alt hergebrachten seid fruchtbar und mehret euch. Aber alles kein Problem. Irgendwann hört die Menschheit ja auf und dann regelt sich auch das.
fpwinter 06.03.2015
2. Die zeigen immer Wasserdampf,
weil man Spurengase nicht sehen kann, und Luft, für sich genommen, wäre doch viel zu undramatisch. :-))) Hier nochmal die Standard-Rechenaufgabe für alle, die glauben, eine Reduktion von CO2 hätte irgendwelche Auswirkungen auf das Klima bzw. das Wettergeschehen: 1.) Wie hoch ist der Gesamtanteil an CO2 in % an der Atmosphäre? 2.) Wie viel davon ist vom Menschen gemacht? 3.) Wie viel davon gehen auf das Konto der menschlichen Atmung? 4.) Wenn man das durch Atmung und anthropogene Technik und Landbau vom Gesamtanteil des CO2 abzieht, wieviel CO2 bleibt dann noch in der Atmosphäre übrig?
Zensurobjekt 06.03.2015
3. Schade, das die gerade nicht einfriert ...
Zitat von fpwinterweil man Spurengase nicht sehen kann, und Luft, für sich genommen, wäre doch viel zu undramatisch. :-))) Hier nochmal die Standard-Rechenaufgabe für alle, die glauben, eine Reduktion von CO2 hätte irgendwelche Auswirkungen auf das Klima bzw. das Wettergeschehen: 1.) Wie hoch ist der Gesamtanteil an CO2 in % an der Atmosphäre? 2.) Wie viel davon ist vom Menschen gemacht? 3.) Wie viel davon gehen auf das Konto der menschlichen Atmung? 4.) Wenn man das durch Atmung und anthropogene Technik und Landbau vom Gesamtanteil des CO2 abzieht, wieviel CO2 bleibt dann noch in der Atmosphäre übrig?
Heraus kommt, dass der CO 2-Gehalt in der Atmosphäre tatsächlich seid den ersten Messungen nicht zugenommen hat. Aber das Geschäft läuft nun mal so. Früher konnte man Ablassbriefe kaufen, heute CO 2-Zertifikate. Das man für seine Sünden in die Hölle oder nicht kommt, ist dabei so unbewiesen, wie die Auswirkung von menschlich produziertem CO 2 auf das Klima, das sowieso seid Mrd. von Jahren den Planet mal einfriert mal auftaut. Schade, dass es gerade nicht mal wieder kälter wird, ich wüsste zu gerne, wie der Ablasshandel dann liefe. Vielleicht über das sog. global dimming. Weniger fliegen, weniger Staub aufwirbeln usw. Irgendwas würde der Politik sicher auch dann zur Gängelung, Besteuerung und Beförderung der einen oder anderen Lobby einfallen.
syracusa 06.03.2015
4.
Zitat von fpwinterweil man Spurengase nicht sehen kann, und Luft, für sich genommen, wäre doch viel zu undramatisch. :-))) Hier nochmal die Standard-Rechenaufgabe für alle, die glauben, eine Reduktion von CO2 hätte irgendwelche Auswirkungen auf das Klima bzw. das Wettergeschehen: 1.) Wie hoch ist der Gesamtanteil an CO2 in % an der Atmosphäre? 2.) Wie viel davon ist vom Menschen gemacht? 3.) Wie viel davon gehen auf das Konto der menschlichen Atmung? 4.) Wenn man das durch Atmung und anthropogene Technik und Landbau vom Gesamtanteil des CO2 abzieht, wieviel CO2 bleibt dann noch in der Atmosphäre übrig?
Menschlicher Atem zählt ebenso wenig wie aller anderer CO2-Ausstoß von Stoffwechsel aller Lebewesen, weil man mit guter Näherung davon ausgehen darf, dass das mit der CO2-Aufnahme anderer Lebewesen korreliert. Die Erdatmosphäre ist das Stoffwechselprodukt von Lebewesen. Relevant ist das extrem schnelle Einbringen von CO2 aus der Verbrennung fossiler Kohlen(wasser)stoffe. Diese wären eigentlich langfristig dem Stoffwechselkreislauf entzogen, und entsprechend hat sich auch der Stoffwechsel der Lebewesen angepasst. Durch diese menschliche Aktivität wurde der CO2-Anteil in der Atmosphäre in den letzten 300 Jahren um ein Drittel vergrößert. Dass CO2 das für das Klima relevanteste Treibhausgas in der Atmosphäre ist, weiß man seit über 100 Jahren. Jeder Physikstudent kann das auch leicht empirisch nachweisen. Ganz ohne CO2 läge die mittlere Oberflächentemperatur der Erde bei nur -18°C anstatt bei +15°C.
litholas 06.03.2015
5.
------------------- ZITAT von fpwinter: ------------------- "... Hier nochmal die Standard-Rechenaufgabe für alle, die glauben, eine Reduktion von CO2 hätte irgendwelche Auswirkungen auf das Klima bzw. das Wettergeschehen: 1.) Wie hoch ist der Gesamtanteil an CO2 in % an der Atmosphäre? 2.) Wie viel davon ist vom Menschen gemacht? 3.) Wie viel davon gehen auf das Konto der menschlichen Atmung? 4.) Wenn man das durch Atmung und anthropogene Technik und Landbau vom Gesamtanteil des CO2 abzieht, wieviel CO2 bleibt dann noch in der Atmosphäre übrig?" ----------- ZITATENDE ----------- 1.) Die CO2-Menge in der Atmosphäre entspricht massemässig einer 38cm dicken Styroporschicht um die Erde. 2.) Von den 38cm sind 11cm menschengemacht. Die Bemühungen zur CO2-Reduktion zielen darauf ab, dass der menschengemachte Anteil nicht über 27cm steigt. 3.) Auf das Konto der menschlichen Atmung geht nichts davon, weil die menschliche Atmung nur so viel CO2 abgibt wie die Pflanzen aus der Atmosphäre aufnehmen, aus denen die Nahrung gemacht wird. 4.) siehe 2.)
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