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200-Jahres-Bilanz: Forscher zeigen Rangliste der Klimasünder-Staaten

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Grafiken: Wer ist Schuld am Klimawandel? Fotos
H Damon Matthews et al

Wer trägt Schuld am Klimawandel? Eine neue Rangliste zeigt, wie stark einzelne Länder in den vergangenen 200 Jahren zur Erderwärmung beigetragen haben. Sieben Staaten haben mehr als 60 Prozent zu verantworten.

Hamburg - Die Bilanz scheint einfach: Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich die bodennahe Luft im weltweiten Durchschnitt um 0,8 Grad erwärmt. Dem Stand der Wissenschaft zufolge sind vor allem vom Menschen erzeugte Treibhausgase für den Temperaturanstieg verantwortlich. Wissenschaftler sprechen von "historischer Schuld". Doch was haben einzelne Staaten dazu beigetragen?

Neue Berechnungen zeigen, wer welchen Anteil an der Erwärmung haben könnte. Eine Gruppe um Damon Matthews von der Concordia University in Kanada hat den Ausstoß von Gasen und die Veränderung der Vegetation in allen Staaten in den vergangenen 200 Jahren überprüft. Daraus haben die Forscher berechnet, welchen Einfluss die Länder aufs Klima hatten.

Sieben Staaten sind der Studie zufolge, die im Fachblatt "Environmental Research Letters" erschienen ist, für 63 Prozent der Klimaerwärmung verantwortlich: die USA, China, Russland, Brasilien, Indien, Deutschland und Großbritannien. Die obersten 20 der Liste haben demnach 82 Prozent des globalen Temperaturanstiegs verursacht.

Den größten Anteil haben mit etwa 20 Prozent die USA; das Land allein habe die bodennahe Lufttemperatur um 0,15 Grad erhöht. China an zweiter und Russland an dritter Position haben jeweils etwa 0,06 Grad beigetragen. Brasilien und Indien jeweils ungefähr 0,05 Grad, gefolgt von Deutschland und Großbritannien mit jeweils gut 0,03 Grad.

Wird jedoch die ausgelöste Erwärmung pro Einwohner berechnet, ändert sich die Tabelle grundlegend: China und Indien, die zusammen fast die Hälfte der Weltbevölkerung stellen, rutschen auf Platz 19 und 20 der Klimasünder. In dieser Rangliste führt Großbritannien vor den USA, Kanada, Russland, Deutschland, den Niederlanden und Australien.

Während der Anteil der Staaten auf robusten Rechnungen beruht, dürften die errechneten Gradzahlen nicht das letzte Wort sein: Die Werte beruhen auf der Annahme, menschengemachte Treibhausgase hätten die Erwärmung fast zur Gänze erzeugt - eine grob vereinfachte Annahme.

Klimaforscher debattieren intensiv über den Einfluss natürlicher Faktoren wie Sonne und Meeresströmungen. Treibhausgase hätten den "größten Beitrag" zur Erwärmung geleistet, heißt es zwar im jüngst veröffentlichten Sachstandsbericht der Vereinten Nationen. Grundlage für die Annahme ist die wärmende Wirkung der Treibhausgase. Doch die Kenntnis über andere Umweltfaktoren bezeichnen die Experten als nicht ausreichend.

Die Studie könnte künftige Uno-Klimaverhandlungen beeinflussen, bei denen die Weltgemeinschaft seit 20 Jahren Regeln sucht, um den Ausstoß von Treibhausgasen einzuschränken. Weniger entwickelte Staaten fordern, Industrieländer müssten die finanziellen Lasten schultern, weil sie den Großteil der Erwärmung verursacht hätten.

Wer vom Kühleffekt profitiert

Neben dem Treibhausgasausstoß liegen den neuen Berechnungen auch die Veränderungen der Landschaft zugrunde. Die Abholzung von Wäldern etwa beschleunigt die Erwärmung. Pflanzen nehmen CO2 auf, sie entziehen der Luft also Treibhausgase. Etwa ein Drittel des weltweiten Temperaturanstiegs sei durch Vernichtung von Pflanzen zu erklären, schreiben die Forscher. Aufgrund der massiven Rodungen ihrer Wälder liegen etwa Brasilien und Indien so weit vorne in der neuen Rangliste.

Auch künstliche Kühlung ging in die Studie ein. Schwefelgase etwa, die besonders aus Kohlekraftwerken in die Luft gelangen, legen sich als Schleier vor die Sonne. Sie bremsen die Erwärmung vorübergehend. Aufgrund seines starken Wirtschaftsaufschwungs profitiere derzeit vor allem China von dem Effekt, berichten Matthews und seine Kollegen. Sein Anteil an der Erwärmung verringere sich durch die sogenannten Aerosole um 0,065 Grad.

China überholt EU

Brasilien, Indonesien und Frankreich hingegen haben vergleichsweise wenig kühlende Aerosole erzeugt. Andere klimawirksame Substanzen aus Abgasen wie etwa Rußpartikel wurden für die Untersuchung ignoriert; ihr Effekt würde die Ergebnisse aber nicht grundlegend ändern, meinen die Forscher.

Die neuen Zahlen zeigten, wie schwierig es werde, die Klimaerwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, schreiben Matthews und seine Kollegen. Bislang habe sich die Erde um 0,11 Grad pro eine Milliarde Einwohner erhöht.

Angesichts zunehmender Weltbevölkerung dürfe höchstens noch das Doppelte eintreten, sonst drohe die Erwärmung zwei Grad zu überschreiten. Der Pro-Einwohner-Ausstoß von Treibhausgasen sollte höchstens noch in Entwicklungsländern steigen, schreiben die Forscher. Doch schon in elf Jahren - so eine Schätzung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung - dürfte Chinas Anteil an der Summe aller bis dahin aufgelaufenen CO2-Emissionen den historischen Beitrag aller EU-Staaten übersteigen.

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1.
marthaimschnee 17.01.2014
Zitat von sysopH Damon Matthews et alWer trägt Schuld am Klimawandel? Eine neue Rangliste zeigt, wie stark einzelne Länder in den vergangenen 200 Jahren zur Erderwärmung beigetragen haben. Sieben Staaten haben mehr als 60 Prozent zu verantworten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/co2-emissionen-rangliste-der-staaten-bei-klimaerwaermung-a-944155.html
Auch wenn der genaue Effekt unklar ist, die Relation dürften passen. Aber besonders witzig ist wohl: Ich denke die meisten Chinesen, besonders in den Städten, würden auf diesen Effekt gerne verzichten, wenn sie dafür die Luft wieder atmen könnten, ohne dadurch ihre Lebenserwartung drastisch zu reduzieren.
2. Historische Schuld
lauterteufel 17.01.2014
Aha! Historische Schuld, klar dass Deutschland da ganz groß und rot sein muss! Aber mal im Ernst, USA höchster Ausstoß total und pro Kopf - seit vielen Jahrzehnten. Oh, ein "Flächenland"? Na dann schnell die rapide wachsenden Getreide und Maiskulturen im mittleren Westen als CO2 Senke anrechnen und schon ist die Landnutzungsänderung von Grasland zu Agrarland was positives. Dumm nur, wenn das CO2 zyklisch ja wieder freigesetzt wird - wie bei einjährigen Pflanzen so üblich. Lügt euch selbst was in die Tasche, versuchts aber nicht bei anderen, ok?
3. Klimasünder-Staaten
MtSchiara 17.01.2014
Zitat von sysopH Damon Matthews et alWer trägt Schuld am Klimawandel? Eine neue Rangliste zeigt, wie stark einzelne Länder in den vergangenen 200 Jahren zur Erderwärmung beigetragen haben. Sieben Staaten haben mehr als 60 Prozent zu verantworten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/co2-emissionen-rangliste-der-staaten-bei-klimaerwaermung-a-944155.html
Mit dem Begriff "Sünder" im Titel zeigt auch SPON klar, worum es sich hier handelt: Um Religion und nicht um Wissenschaft! Und die "Forscher" sind hier wohl dementsprechend als Analogie zu den Bibelforschern der christlichen Religionen gemeint.
4. Einmal weg - ex und hopp
mursilli 17.01.2014
Die wichtigste Ressource gegen Erderwärmung ist Wald. In dieser Hinsicht braucht sich unser Land nicht verstecken. Die Vernichtung ganzer Waldflächen insbesondere im Tropengürtel hingegen ist bedrohlich, zumal die Böden schwer leiden. Hier ist kaum etwas gut zu machen.
5.
LouisWu 17.01.2014
Zitat von sysopH Damon Matthews et alWer trägt Schuld am Klimawandel? Eine neue Rangliste zeigt, wie stark einzelne Länder in den vergangenen 200 Jahren zur Erderwärmung beigetragen haben. Sieben Staaten haben mehr als 60 Prozent zu verantworten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/co2-emissionen-rangliste-der-staaten-bei-klimaerwaermung-a-944155.html
Gerade wurde doch das "Unwort des Jahres" gewählt. Ich hätte ja "Klimasünder" vorgeschlagen, aber die haben natürlich "Sozialtourismus" genommen. Es ist Mitte Januar und wir hatten noch keinen Frosttag hier. Gefällt mir ausnehmend gut. Keine Kältetoten, niedrige Heizkostenrechnungen, keine Winterunfälle. Geht zur Hölle mit eurem Klima-Katastrophismus....
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