Treibhausgase Die Welt wird grüner

CO2 sorgt für den Klimawandel - doch gleichzeitig lässt es verstärkt Pflanzen wachsen. Satellitendaten zeigen: Die Erde ergrünt.

Boston University

Das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) sorgt dafür, dass die Luft wärmer wird. Klimaforscher warnen seit Langem vor den Folgen. Jetzt aber zeige sich ein positiver Effekt des Gases, das aus Autos, Fabriken und Kraftwerken strömt: Es dünge quasi Pflanzen, berichten Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature Climate Change".

Die Welt sei in den vergangenen Jahrzehnten erheblich grüner geworden. Eine Grünfläche doppelt so groß wie die USA sei seit 1982 hinzugekommen.

Dass CO2 das Wachstum von Pflanzen anregt, war bekannt. Mit ihrer Fotosynthese wandeln sie Kohlendioxid mithilfe des Blattgrüns Chlorophyll und mit Sonnenlicht und Wasser in Zucker um - mit dem Pflanzen ihre Zellen bilden.

Wie stark der Düngeeffekt wirkt, ist unbekannt. Die neue Studie aber scheint einen stattlichen Einfluss zu dokumentieren.

Die Forscher um Zaichun Zhu von der chinesischen Akademie der Wissenschaften haben Satellitendaten der globalen Pflanzenwelt ausgewertet. Die größte Zunahme entdeckten sie in Europa, Südostasien, Zentralafrika, Nordamerika und im nördlichen Amazonas.

Mehr Regen in der Sahelzone

Weitere Ursachen kamen infrage: mehr Niederschlag, angepflanzte Bäume, mehr Stickstoff, weniger Abholzung oder höhere Temperaturen. Ihre Computermodelle, die sie mit Daten über all diese Einflüsse gefüttert hätten, deuteten auf den dominierenden Einfluss von CO2: Mehr als zwei Drittel der Ergrünung sei auf das Gas zurückzuführen.

In Gebirgen und höheren Breiten hätte hingegen vor allem die Klimaerwärmung das Wachstum der Pflanzen begünstigt. In der Sahelzone förderte vermehrter Regen das Sprießen der Gewächse.

Der weiter steigende Ausstoß von CO2 werde aber wohl kaum für ein stetes Ergrünen der Welt sorgen, meinen die Forscher um Zaichun Zhu. Studien hätten ergeben, dass Pflanzen sich an die größere CO2-Menge anpassen würden, ihr Wachstum also nachlasse. Der Grund: Es stünden gleichzeitig nicht mehr Nährstoffe zur Verfügung, deren Menge im Boden sei begrenzt.

Bei stark steigendem CO2-Gehalt der Luft, so glauben die Gelehrten, würde sich der Effekt bei grassierendem Klimawandel sogar umkehren: Pflanzen dürften vermehrt Hitze, Dürren oder Starkregen ausgesetzt sein.

Für Europa hatten Wissenschaftler bereits eine deutliche Begrünung seit 1900 festgestellt: Über das 20. und 21. Jahrhundert hat sich der Wald um ein Drittel vergrößert. Hauptursache ist ein anderer Umgang mit Holz.


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boj



insgesamt 215 Beiträge
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mielforte 29.04.2016
1. Dann haben wir ja nochmal Glück gehabt
und sehen bald nur noch blühende Landschaften!
mustafanadal 29.04.2016
2. Ist doch super!
Also keine Sorge mehr, nicht genug Sauerstoff zu haben. Und Weinbau im Harz und Olivenhaine in der Lüneburger heide haben doch auch was charmantes.
Dirk-16 29.04.2016
3.
Langsam...keine Euphorie. Das bedeutet nur, dass die Pflanzen schneller wachsen, aber nicht zwingend, dass mehr CO2 gebinden wird: sie wachsen nämlich nicht so stark und stabil, d.h. mit dichtem Holz wie langsam wachsende Pflanzen. Das bedeutet weiterhin, dass sie nicht so widerstandsfähig werden gegen äussere Belastungen wie Wind und Schnee, d.h. man muss mit vermehrtem Bruch rechnen.
rationalism 29.04.2016
4. CO2 ist das Lebensgas
Ohne CO2 kein Leben auf der Erde und wenn es wärmer wird, ganz unabhängig ob CO2 die Ursache ist, ist mehr Wasserdampf in der Luft,es regnet mehr und die Wüsten ziehen sich zurück. Diese Binsenweisheit ist bisher bei all dem grünen Weltuntergangsgedöns halt nur nicht durchgedrungen.
600watt 29.04.2016
5. co2 regt das pflanzenwachstum nicht nur an...
... sondern ist die einzige quelle von kohlenstoff=masse jeder pflanze. ideal wäre ein wert von ca. 3% co2 in der luft. tatsächlich vorhanden sind aber nur 500 ppm. von 1 mio teilchen luft sind nur 500 co2.
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