"Copenhagen Consensus" Wie ein Trupp von Star-Ökonomen die Welt retten will

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4. Teil: Problem: Krankheiten


Neben Infektionskrankheiten wie Malaria, Tuberkulose, Aids spielen auch Zivilisationskrankheiten wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine wichtige Rolle in Entwicklungsländern. Die Experten empfehlen ein großes Bündel von Maßnahmen, unter anderem Impfkampagnen für Kinder, bessere Malariavorsorge und -behandlung, bessere Versorgung für Herzinfarktpatienten, Diagnose und Behandlung von Tuberkulose, Aids-Vorsorge, eine stärkere Besteuerung von Tabak sowie eine bessere Ausbildung und Ausstattung in lokalen Krankenhäusern.



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stanis laus 01.06.2008
1. Was sind Star-Ökonomen?
Star-Ökonomen sind doch die, die besonders gut in der Bewirtschaftung von Ressourcen sind. Minimal-, resp. Maximalprinzip der Ökonomie. Warren Buffet scheint mir einer davon zu sein. Der Mann hat´s doch einfach "im Blut". Die, die sich dort trafen, sind doch nur die Schwätzer. Keine Stars. Die guten Ökonomen treffen Entscheidungen und sich nicht gegenseitig. Weil sie für das Geschwätz keine Zeit vergeuden. Sie sind eben Ökonomen und bewirtschaften ihre knappste Ressource: Zeit. Die Welt wird übrigens sich auch ohne diese Starrökonomen weiterdrehen und nicht im geringsten beginnen zu rotieren.
lefranque 01.06.2008
2. prima
man kann ja an den prioritäten und annahmen, die die ökonomen treffen herummäkeln wie man will, aber ich halte es für allemal besser hilfsgelder nach einem solchen modell zu verteilen als willkürlich danach welches thema gerade das meiste mitleid hervorruft...
sam clemens, 01.06.2008
3. Ernst gemeint?
Meinen Sie das ernst? Diese banale Sammlung von Selbstverständlichkeiten verdient weder Aufmerksamkeit noch Lob! Andererseits zeigen die Vorschläge, auf welch erschütternd niedrigem fachlichen Niveau sich die so hoch gelobten Wirtschaftsfachleute bewegen. Heiße Luft - das wars.
Wurm_im_Sturm 01.06.2008
4. Terrorismus
Generell kann ich den Einschätzungen des Copenhagen Consensus nur zustimmen. Es ist höchste Zeit, dass systematisch versucht wird, verschiedene Probleme zu benennnen und ungefähre Kosten zu veranschlagen, auch wenn die Zahlen sicherlich noch verbessert werden könnten. Ich kann Björn Lomborg nur zustimmen, dass überäßige Hysterie im Angesicht der Erderwärmung nicht produktiv ist. Allerdings halte ich die Einschätzung in Bezug auf den Terrorismus für falsch. Die Autoren des Copenhagen Consensus argumentieren, dass Terrorismus leicht durchzuführen sei wogegen Gegenmaßnahmen sehr kostspielig sind. Daraus folgern sie dann, dass es sich kaum lohnen würde gegen Terrorismus vorzugehen. Terrorismus ist politisch motivierte Gewalt um einen Effekt bei einer Zielgruppe zu erzielen, die sich über die direkten Opfer hinaus erstreckt. Alan Krueger und Jitka Maleckova (2003) haben die Verbindung zwischen Terrorismus, Bildung und Armut mit Daten des US Außenministeriums untersucht. Dabei herausgekommen ist, dass weder Bildung noch Armut auf einer Länderbasis die Wahrscheinlichkeit des Terrorismus erklären. Was sich allerdings als eine gute Determinante des Terrorismus erwiesen hat war politische Freiheit. Je besser die Bürgerrechte in einem Land waren, desto unwarscheinlicher war es, dass Terroristen aus diesem Land stammen. Ferner wurde festgestellt, dass Länder, die andere Länder besetzen eine wesentlich höhere Chance hatten von Terrorismus bedroht zu sein als andere. Die Schlussfolgerung liegt nahe, dass man durch mehr Bürgerfreiheiten und weniger Besetzungen fremder Länder (a la Irak, Palästina) den Terrorismus reduzieren kann. Das hätte nicht nur kaum Kosten, sondern würde sogar im Falle von sinnlosen Militärinterventionen dazu führen, dass weniger Geld ausgegeben wird. Insofern, würde ich die Terrorismusbekämpfung an eine höhere Stelle setzen, da sie kaum Kosten hat. Wenn man den Terrorismus natürlich a la Bush bekämpfen will, ist es nicht verwunderlich wenn die Rechnung am Ende nicht ganz so rosig aussieht.
bblankenburg 01.06.2008
5. Nicht banal
Banal ist doch höchstens die Spiegel-Zusammenfassung, die Papers zu den einzelnen Themen enthalten durchaus übersichtliche, aber leider unvollständige Zusammenfassungen der Zustände. So wird z.B. Hunger als schwerwiegendes Problem erkannt, aber nur gezielte Versorgung mit Zink, Eisen, Vitaminen usw. empfohlen, während die Bekämpfung des Klimawandels zu teuer sein soll. Dabei wird festgestellt, dass letzterer u.a. zu mehr Wassernot, Wüstenbildung, Überschwemmungen und dem Aussterben vieler Tierarten führen wird. Als ob das dann später die Ernährungsmöglichenkeiten in Entwicklungsländern nicht erheblich weiter erschweren würde. Meiner Meinung nach wurde hier zu kurz gerechnet und die Konsequenzen nicht zu Ende gedacht. Was dazu führt, dass sozusagen an den Symptomen herumgedoktort wird , anstatt eines der potentiellen zukünftigen ursächlichen Hauptprobleme anzugehen.
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