Pasadena/Hamburg - Das Weltraumauto "Curiosity" hatte auf dem Mars ein merkwürdiges silbernes Objekt fotografiert. Die Nasa stoppte daraufhin das Forschungsprogramm der Mission, um das Teil näher zu untersuchen. Nun scheint das Rätsel gelöst: Das mysteriöse Fundstück gehört, wie vermutet, nach Einschätzung der Nasa vermutlich zum Rover selbst. Es handele sich wohl um ein Plastikteil. "Zweifelsfrei wurde das Objekt aber noch nicht identifiziert", teilt die US-Weltraumbehörde mit.
Es sei aber offenbar von "Curiosity" abgefallen. Der Rover hatte in den vergangenen Tagen auf dem Mars erstmals mit seinem Greifarm Sand aufgehoben, dabei das silberne Objekt entdeckt - und es anschließend fotografiert. Die Nasa will den Fund noch mindestens einen Tag lang analysieren. Man sei sich aber sicher, dass es sich nicht um Material vom Mars handelte.
Nach der Analyse soll "Curiosity" seine geplante Arbeit fortsetzen. Zunächst soll der Sand analysiert werden, der mit einer Schaufel gebaggert worden war. Das Gefährt soll dann seinen Weg in ein Gebiet fortsetzen, in dem drei verschiedene geologische Formationen zusammenstießen. Der Rover sammelt auf dem Weg loses Gestein und analysiert es chemisch und physikalisch. Bald soll "Curiosity" kleine Bohrungen in den Marsboden treiben.
"Curiosity" war am 6. August mit einer völlig neuartigen Technik sicher auf dem Roten Planeten gelandet. Ein mit Düsen abgebremstes Kranmodul hatte das 900 Kilogramm schwere sechsrädrige Roboterfahrzeug mit seinen zahlreichen Sonden und Instrumenten auf der Marsoberfläche abgesetzt. Bei der rund 2,5 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) teuren Mission soll sich "Curiosity" auf Spurensuche nach Wasser und Leben begeben. Dabei kann der Rover eine komplexe Labortechnololgie für geologische und chemische Analysen sowie einen Robotergreifarm und einen Bohrer einsetzen.
Die Entdeckung ist der bislang deutlichste Beleg für früheres Wasser auf dem Mars. Um den Wasserspuren nachzugehen, hatte die Nasa "Curiosity" (Neugier) im Gale-Krater nahe des Marsäquators abgesetzt. Die Marsoberfläche ist bei einer Durchschnittstemperatur von minus 55 Grad eine eiskalte Wüste, die kontinuierlich von starker kosmischer Strahlung getroffen wird.
boj/dapd
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wissenschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Natur | RSS |
| alles zum Thema Mars-Rover Curiosity | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH